DORPCast 168: Auf den zweiten Blick – Vom wiederholten Konsum der gleichen Medien

Hallo zusammen!

Manchmal, wenn man nach längerer Zeit ein Buch erneut liest oder einen Film erneut schaut, stellt man fest, dass die Wirkung eine ganz andere ist als sie einstmals war. Nicht, weil sich Buch oder Film verändert hätten, sondern man selbst. Und wäre das an sich auch schon genug Thema für eine Folge, stellen sich Michael und Thomas in dieser Folge vor allem die Frage, inwiefern sich so etwas auch im interaktiven Rollenspiel-Hobby beobachten lässt.



Zuvor gibt es zudem noch mal einen etwas größeren Block mit Themen vor dem Thema, eine dafür etwas reduzierte Medienschau, Feedback und Crowdfundings, sowie natürlich weiterführende Links und Infos sowie die Timecodes unten in den Shownotes.

Viele Grüße,
eure DORP



Episode 168: Auf den zweiten Blick – Vom wiederholten Konsum der gleichen Medien
0:00:29 Intro
0:01:22 Feedback-Schleife
0:03:25 Ein paar kurze Worte (nicht wirklich) zu Mythodea
0:05:28 Crowdfunding: Mythos World
0:06:50 Crowdfunding: Classic Traveller
0:08:05 Crowdfunding: Runequest auf Deutsch
0:09:14 Crowdfunding: Mehr Aventuria auf Englisch
0:10:27 Der nächste DORPCast … kommt später
0:11:50 Nachtrag zur Jugendschutz-Episode – unser Gast hat publiziert!
0:12:50 Medienschau: Coffee Talk
0:18:23 Medienschau: Ducktales, Staffel 2
0:23:37 Medienschau: Transmetropolitan
0:29:59 Still und heimlich bereits zum Thema …
0:31:14 Der Grund ist nicht immer leicht zu benennen
0:31:41 Andere Beispiele
0:34:39 Ist Theater vergleichbar?
0:35:11 Noch mehr Beispiele
0:36:19 Die, die man immer wieder gucken kann
0:38:40 Okay, aber inwiefern passt das zum Thema Rollenspiel?
0:40:05 Die Freiheit des Hobbys
0:41:11 Aber Rollenspiel ist nicht nur der performative Akt des Spielens eines speziellen Abenteuers
0:43:00 Alte Kampagnen nach Jahren noch mal aufleben lassen
0:45:26 Schauen wir noch mal in alte Rollenspiel-Produkte?
0:50:18 Mini-Exkurs Herr der Ringe
0:50:55 Okay, aber ist das alles irgendwie wichtig?
0:52:05 Würden wir Leuten empfehlen, Medien eines zweiten Blickes zu würdigen?
0:54:42 Gebt her euer Feedback!
0:55:01 Sermon 3.5
0:55:34 Adieu!

Crowdfundings
Alte Männer beleben Alte Spiele – Traveller (via Ulisses Spiele)
Aventuria – Extraordinary Heroes (via Ulisses Spiele)
Mythos World (via System Matters)
RuneQuest - Rollenspiel in Glorantha (via Uhrwerk-Verlag)

Medienschau
Coffee Talk
Ducktales, Staffel 2 (Trailer | Disney+)
Ellis, Warren: Transmetropolitan (Band 1, zum Einsteigen)

//Hinweis: Amazon-Links sind Teil des Affiliate-Programms und ein Anteil des Verkaufspreises kommt der DORP zugute.

Patricks Artikel
Aggressiv durch Mediengewalt? – Stand und Probleme der Gewaltwirkungsforschung bei Computerspielen

Bezüglich der zwei LARP-Themen …
… sind wir wie gesagt nicht die Richtigen und auch nicht ausreichend tief im jeweiligen Thema, um da explizit Stellung beziehen zu wollen.
Wer mehr um den Urheberrechts-Streit rund um Mythodea wissen will, der wird hier bei den Teilzeithelden beispielsweise fündig.
Und ebenfalls bei den Teilzeithelden findet sich hier ein Artikel bezüglich des Con-Betreibers, gegen den nun wegen möglicher Verstößte gegen Corona-Schutzmaßnahmen das zuständige Landratsamt ermittelt.

Das in der Folge erwähnte Magus-Kampagnen-Casting-Poster
Magus Casting

(Anfang der 2000er offenbar per Kartoffeldruck auf Papier gebracht, der Auflösung nach zu urteilen …)

Selbst-Korrektur
Ach ja, und Michael sagt im Laufe der Folge, das Rollenspiel Agone basiere auf französischen Comics. Das stimmt tatsächlich nicht ganz, es basiert auf französischen Romanen. Soll ja schon alles hier seine Richtigkeit haben – ist mir aber auch bei der Aufnahme gar nicht aufgefallen, erst gerade beim Schnitt.
- Thomas

Kommentare (5)

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Jetzt bin ich selbst für meine Maßstäbe sehr spät dran...aber egal, meld mich hier eh nur kurz.

Michael hat mit seinem Einwurf zum zeichnen recht, so eine Miniatur ist relativ 'griffig' wenn man einfach nur so kritzeln möchte. Das dürfte der Hauptgrund sein, warum es bisher nichts für Thomas gibt. Sorry :/

Und jetzt wird es Zeit die aktuelle Folge endlich anzuhören!

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So diesmal kommentiere ich mal rechtzeitig bevor es wieder zu spät ist

Um Thomas Abschlussfrage zu beantworten: tjoa...joa...ne irgendwie nicht...was aber wohl daran liegen mag, dass ich vor drei Monaten 30 geworden bin und sowieso Zeit damit verbringe Dingen einen re-run zu geben (was sich in letzter Zeit irgendwie verstärkt und auf Dinge meiner Kindheit ausgeweitet hat...sehr weird woran das nur liegen könnte...), mir daher also eh schon seit langem Gedanken zu diesem Thema gemacht und es auf der einen Seite mehr und auf der anderen Seite weniger hinterfragt habe. Ein bisschen habe ich aber glaube ich doch zu sagen und vor allem zu den letzten Folgen noch nachzuholen.
Ich stimme euch mehr oder weniger in allen Punkten, die ihr im Podcast zu dem Thema genannt habt zu. Zu alten Medien zurückzukehren kann als Selbstreflexion dienen oder durch diese anders wirken.
Manchmal macht es aber auch einfach nur Spaß. (da ist das Medien einen zweiten Lauf geben weniger hinterfragen) Den zweiten Teil von Assassins Creed habe ich sicher schon an die 20 mal gespielt, da mich dieses Spiel (damals) einfach komplett abgeholt und begeistert hat, dieses Jahr ist es mir jedoch passiert, dass ich das Spiel angefangen und irgendwann abgebrochen habe...zum allerersten mal. Ähnlich ging es mir auch mit Herr der Ringe (denn auch wenn ich euch da ebenfalls zustimme und das Buch eher zum Einschlafen finde, bin ich doch ein riesen Fan der Filme...aber ich glaube das ist einfach das was für euch Star Wars ist, da ich das große Glück hatte alle drei Filme als Kind im kino zu sehen), der jedes Jahr (natürlich in der Special Extended Edition) von mir geguckt wird der...dritte Teil mich jetzt allerdings seit 2 Monate böse von seinem Platz neben der XBox anfunkelt, da er noch nicht geguckt wurde. Es scheint also auch andersherum zu funktionieren und Dinge, die zuvor immer wieder konsumiert wurden gehen irgendwie verloren...
Auf der anderen Seite bin ich ja erst ziemlich spät (vor ca. 5 Jahren) zum Rollenspiel gekommen und alleine dadurch ändern sich die Perspektiven auf alte Medien, die man noch einmal konsumiert enorm...alleine schon weil im Hinterkopf immer mittickt was man davon vielleicht beispielsweise als Quest oder Aufhänger für die nächste Sitzung verwenden könnte. Und so macht es die Erfahrung natürlich ganz anders. Auch diejenigen Dinge, die ich zuvor immer wieder konsumiert habe.
Was ihr (glaube ich) nicht so richtig angesprochen habt war, wie sich die Veränderung der Wahrnehmung eines Mediums nicht durch die Person an sich, sondern durch Folge- oder Schwesterprodukte des Mediums ändern kann (was natürlich die Person beeinflust aber ich glaube ihr wisst worauf ich hinaus will). Ich denke, dass, wie bei mir, die 8. Staffel Game of Thrones bei sehr vielen Leuten zu einer veränderten Einstellung sowohl den ersten Staffeln als auch den Büchern gegenüber geführt hat. Mehrfach habe ich schon gehört (und würde mich dem auch anschließen), dass sich die ersten Staffeln nun irgenwie nicht mehr so richtig gucken lassen wollen, ebenso wie die Kritik an Staffel (6 und) 7 von "naja die nächste wird bestimmt wieder besser" zu "man hätte es eigentlich kommen sehen müssen" gewechselt hat. Dem Thema der Folge aber näherstehend ist die veränderte Sicht auf die Bücher, die ich nochmal angefangen habe zu lesen und nun deutlich mehr und anders lese und wahrnehme.

Was ich bei diesem Thema natürlich nicht unerwähnt lassen kann, als eines meiner wichtigsten Medien der letzten Jahre: der DORPCast. Nahezu alle Folgen eures Podcasts habe ich mir mittlerweile 3 oder 4 mal angehört zu unterschiedlichen Zeiten meiner SL-Laufbahn und er hat mir immer wieder geholfen, indem ich bei jedem neuen Hören neue Punkte auf ihm ziehen konnte und ich so auch imemr wieder meinen Fortschritt oder zumindest Veränderung als SL und Speieler hinterfragen konnte. So kann das Medium also nicht nur indirekt dazu dienen sich zu hinterfragen, sondern auch sehr direkt, indem man Thesen oder Geschichten durch neue Erfahrungen (und garnichtmal so große charakterliche Änderugnen) ganz anders wahrnimmt. Dabei ist es irgendwie auch interessant, dass mehr oder minder nur der DORPCast diesen Effekt auf mich hatte, während ich z.B. eure Erzfreinde vom Eskapodcast zwar auch sehr gerne höre, beim erneuten hören jedoch irgendwie nicht mehr aus ihm ziehen konnte, als beim ersten Hören.
Vielen vielen Dank euch beiden also für euren großartigen Podcast, der mir immer wieder Freude bereitet und mich in meiner P&P-Laufbahn doch sehr geprägt hat.

Und zuletzt noch zu dieser (und auch zur letzten Folge): Ich habe DuckTales früher immer gehasst. Ich fand es langweilig...das hat sich bis heute nicht geändert. Jedoch habe ich mit meiner Freundin (die schon die alte Serie mochte) alleine auf Thomas' Empfehlung die neue DuckTales Serie angefangen und finde sie wahnsinnig gut. Keine Ahnung ob die Serie so anders ist oder ich so anders geworden bin, aber diesmal klickt es einfach und ich kann so also sagen, dass diese Serie auch ohne Nostalgie wunderbar funktioniert (und ich mir sicher bin, dass früher oder später in einer meiner Runden 2 ganz bestimmte "Ponys" auftauchen werden ). Also auch dafür vielen Dank Thomas für deine kleine Liebeserklärung ohne die ich der Serie nie eine Chance gegeben hätte


Und nun noch drei Dinge zu älteren Casts (das sind zumindest noch die Sachen an die ich mir erinnere).

1. Dinos + Blade (auf Episode 166: Ideen zur Ideenfindung bezogen)
Naja also wenn die Vampire Conquistadores sind, auf den Dinos südamerikanische Ureinwohner reiten und dazu noch Piraten mit einer interplanetar wanderden Kapitanöse, die auf Indiana Jones-Mission ist packt bekommt man eine Welt aus Magic the Gathering, die es auch als D&D Welt gibt (sogar kosenlos) und die irengdwie funktioniert. Es scheint also, dass zumindest Dinos und Vampire garnicht so der krasse Feature Creep sind

2. Ideenfindung
Solange Ideen sammeln, dass es nie fertig wird, weil es dann ja schlecht werden könnte ... ich hab aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaabsolut keine Ahnung wie man sowas machen kann

3. Regeln für Soziale Konflikte (bezogen auf: DORPCast 167: Mehr Charakter für Nichtspieler-Figuren)
Ein bisschen möchte ich hier auf Lichtbringer eingehen: Ich bin eigentlich auch kein Fan von Regeln für Soziale Konflikte, denke aber, dass sie durchaus einen wichtigen und großen Nutzen haben. Ich habe im Dungeonslayers Forum schon einmal einen langen Beitrag dazu geschrieben warum ich glaube, dass es auf jeden Fall gut ist Regeln dafür zu haben, auch wenn sie nicht jeder braucht, aber nicht jeder Spieler fühlt sich berufen der nächste Nicolas Cage am Tisch zu sein und Regeln sind eben gut zu haben damit es nicht zu (von Michael ja so wunderschön benannt) Cowboy und Indianer-Spiel Situationen kommt. Im übrigen halte ich es auch schlicht und einfach für unfair Spielern gegenüber ihnen nicht die Möglichkeit zu geben (soziale) Konflikte über eine Mechanik zu lösen, gerade für Spieler, die selbst vielleicht nicht so gut im Reden sind, aber gerne einen solchen Charakter spielen würden, schließlich verlangt auch niemand vom Lauch der den Barbaren spielt zu zeigen, dass er ne Streitaxt heben kann, damit er erfolgreich angreifen darf.
Ich stimme Lichtbringer jedoch insofern zu, dass diese Mechanik nicht zu sehr banalisiert werden sollte und solche Regeln nur bei einem (wichtigen) Konflikt angeworfen werden sollten. a) einfach aus Zeitersparnis...man packtja auch nicht die volle Kampfregelmechanik aus um gegen eine Fliege zu kämpfen und b) weil nicht jede Unterhaltung direkt ein sozialer Konflikt ist.
Und da Thomas drum gebeten hat (und aaaaaaaabsolut garnicht um Eigenwerbung zu machen): ich habe gewisse Erfahrung mit Regeln für Social Combat, denn ich habe die Regeln für Social Combat für Dungeonslayers (und zwar unter wiederholtem Konsum des gleichen Mediums nämlich eurer Folge zu dem Thema) geschrieben. Und meine Erfahrungen sind zweigeteilt: während es von vielen (gerade alten) Spielern bis aufs Blut verteufelt wird, stellte sich in meiner Runde heraus, dass es das absolut richtige war. Der Wille diese Regeln zu schreiben entstand nach einer Runde in der ziemlich genau die "der Hund hat meine Hausaufgaben gefressen" Ausrede versucht wurde und der Spieler sich darüber aufgeregt hat, dass auch das mehrfache Wiederholen dieser nicht zum Erfolg führte.
Die Regeln wurden an meinem Tisch eigentlich sehr gut angenommen und führten tatsächlich sogar zu mehr Rollenspiel und zu mehr Versuchen Dinge nicht durch Kampf zu lösen, da Spieler sich nun (selbst)sicherer fühlten, indem sie einfach einschätzen konnten wie gut ihre Chancen standen den Konflikt anders zu lösen. Und sowohl Spieler als auch NSC(Gegner) haben über bestimmte Mechaniken in dem System (Rhetorische Manöver) als auch (Charakter)Talente die sich darauf beziehen bestimmte "Strategien" an den Tag zu legen ähnlich wie Michael das schildert, wodurch sich natürlich auch NSCs ein bestimmtes Profil geben lässt (gerade mit welchem Rhetorischen Manöver ein NSC "angreift" sagt (meiner Meinung nach) auch sehr viel über seinen Charakter aus und hilft so ein deutlicheres Bild von ihm zu zeichnen, zumindest versuche ich es so umzusetzen). Es gab sogar mal eine Version die noch mehr Möglichkeiten bot, was größtenteils jedoch dem Schnitt zum Opfer fiel um besser zu DS zu passen.
Vielleicht überzeugt (oder zumindest gefällt es besser als eure bisherigen Erfahrungen) euch beiden (oder jemand anderen) mein System ja sogar . Zu finden ist es auf jeden Fall im offiziellen (:)) Downloadbereich von Dungeonslayers unter dem klangvollen Namen "Der Diskurs" und ich würde mich natürlich sehr über Meinungen oder Kritik von Leuten mit sehr viel mehr Erfahrung (und natürlich auch allen anderen) freuen.


Soo mal wieder etwas viel und etwas durcheinander, aber ich hoffe trotzdem irgendwie sinnvoll. Auf jeden Fall war es das erstmal von mir.

Gruß Dzaarion

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Das Thema war spannender als es am Anfang klang, hat mich jetzt dazu gebracht mal selbst zu reflektieren.

Rollenspieltechnisch habe ich nicht viel wiederholt. Alte Bücher/Editionen sind meistens als Ideensteinbruch ok, aber regeltechnisch wollte ich noch nie "zurück"... gibt es zumindest hier doch so was wie linearen Fortschritt? ^^ Sonst würde ich dessen Existenz ja eher verneinen.
Ob das der "Zeitgeist" ist, wie Thomas der Zweite meint? Vielleicht aber auch einfach abnehmende Komplexität und Mikromanagement.

Eine einzige Ausnahme die mir einfällt, ist das großartige Indiespiel "the mountain witch", mit dem simplen Plot "7 Samurai gehen einen Berg hoch um eine Hexe zu töten" - mit der Vertrauensmechanik, den Akten und den dunklen Geheimnissen gab es da jedes Mal fast denselben Einstieg aber ein komplett anderes Ergebnis. Also was den Wiederspielwert angeht, klare Empfehlung.

Zu Büchern oder Filmen komme ich öfter zurück. Ich merke hier auch, dass ich die mit verändertem Fokus oder oft auch analytischer lese/sehe.
Großartig die Haltung verändert, zumindest bei Sachen im Phantastikbereich... naja, vielleicht zu Trash wie den Battletechromanen die ich mit 14 gefeiert habe, die im Endeffekt einfach immer nur neue Gründe liefern müssen damit Riesenroboter am Ende aufeinander ballern. Aber da hab ich auch nicht viele von nochmal in die Hand genommen.
Vielleicht werde ich einfach mit wachsendem Konsum von Genreliteratur selektiver, sowohl beim Wieder- als auch beim Neulesen ... EDO-Fantasy hat da zB sehr selten starke Argumente, tatsächlich sind gerade der Herr der Ringe, Silmarillion, Hobbit hier eine Ausnahme, nicht wegen der ach so großartigen Erzählung - irgendein deutscher Fantasyautor sagte doch mal treffend, das liest sich manchmal als ob die Figuren Marmor scheissen - sondern wegen des liebevollen wordbuildings und der vielen eingeflochtenen kleinen Details und innerweltlichen Metatexte.

Gutes Wiederlese-Potential (abseits der Nostalgie) hat denke ich Kram der irgendwie über sich selbst herausverweist, der, neben Settingdichte, vielleicht eine politische, stilistische, erzählerische Tiefe hat noch irgendwie, die vielleicht beim ersten Lesen auch noch garnicht ganz erfasst werden konnte.
Hier fallen mir etwa China Mievilles "Bas Lag" - Romane ein, da sind so viele hübsche kleine Details, historische wie politische Anspielungen und easter eggs drin, einmal lesen reicht da garnicht.
Ein anderer Grund sind auch bei mir Übersetzungen, die mal mehr oder weniger gelungen sein können. Wenn ich zB an eins meiner Lieblingsbücher, Ursula K Le Guins "the winds twelve quarters" denke, würde ich mir ja wünschen die deutsche Übersetzung nie auch nur angesehen zu haben. ^^

Nettes Poster mit der Mage-Runde. Frage mich ob wir in zehn Jahren nochmal die alten kumu.io Netzwerke mit den artbreeder-Portraits rauskramen werden - witzigerweise Mage im Hamburg von 1920 - oder ob das nicht eine zu große Gefahr läuft, dass die Seite irgendwann stirbt.
Ich habe kürzlich eure Charakterbogen-Folge gehört, wo sowas ja auch Thema ist anhand von analogem und digitalem Bogen... wäre vielleicht doch gut die "kommende Nostalgie" irgendwie mitzudenken und Kram auch irgendwie anders zu archivieren. Auf jeden Fall ein gutes Argument für das Ausdrucken von Material. ^^ Corona bringt aber natürlich gerade das Problem mit sich, dass analog spielen kaum geht.
Eine schöne Idee fand ich ja "besuchte Orte" oder "erfüllte Missionen" auf dem Bogen festzuhalten.
Habt ihr noch weitere solche Ideen zu durchs Spiel "institutionalisierter" Nostalgie?

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Hallo zusammen,

ist das George Bush als Mr. Grau???


Zum Thema: Ja, das ist durchaus interessant sich Medien bzw. Rollenspiele mehrfach anzusehen. Ich habe mittlerweile bei den damals guten praktischen Effekten der Fantasyfilme gemerkt, dass da CGI teilweise nicht mithalten kann. Zumindest die schlecht gemachte. Bei guter CGI macht es einen wahnsinns Unterschied aus: Wo Terminator 2 oder Jurassic Park damals schon richtig gut aussah, finde ich hält das heute immer noch ganz gut mit. Andere wie die D&D Filme die damals noch okay waren, wirken heute "billig". Von der Xena- bzw. Hercules-Serie ganz zu schweigen. Außerdem weiß ich den Aufwand der bei den StopMotion Monster der Harryhausenfilme echt zu schätzen.

Beim Rollenspiel kommt es hin und wieder mal vor, dass wir alte Abenteuer spielen. Hier erkennt man oft gut, wo sie im Vergleich zu anderen Abenteuern ihrer Zeit vorraus, bzw. nur mitgeschwommen sind. Die DSA-Aarensteinkampagne wurde oft gelobt und wir haben die vor gut 2 Jahren mal gespielt mit DSA 4.1 Regeln. Da kam das Mantel und Degen Genre gut rüber und der Plot war spannend.

D&D4 sehe ich mittlerweile mit anderen/erweiterten Augen wie zur Zeit des Erscheinens. Ja, es ist noch kampflastiger vom Regelschwerpunkt als sein Vorgänger und dient eher für Skirmish-Kämpfe als fürs Rollenspiel. Aber wo ich früher dann kopfschüttelnd zu einem anderen System gewechselt bin, weil es mich nicht abgeholt hat, erkenne ich zumindest, was die Zielgruppe für die 4er Edition ist (zu der ich mich immer noch nicht zähle).

Bei Vampire merkt man schön die Entwicklung wenn man sich die VtM (3e), VRequiem und jetzt VtM(5e) ansieht: Die Regeln werden immer weiter vereinheitlicht und Sonderkram reduziert. So sehr, dass unsere Runde im Grundbuch gerne mehr (Dis-)Advantages hätte weil zu wenig drin sind.

Zu den Medien die ich immer wieder mal ansehe/lese zählen Der Herr der Ringe (ja, langatmig aber gut) und Babylon 5 (wo man tatsächlich immer mehr Andeutungen auf zukünftige Ereignisse sieht beim erneuten ansehen - Grade die erste Staffel: Signs and Portens - meine Herren! (und Damen). :-) )

Um zum Rollenspiel wieder zurück zu kommen: Ich habe letztes Jahr 3 mal das gleiche Legend of the Five Rings Abenteuer gespielt/geleitet. Da war es interessant die Entwicklung zu sehen. Das erste Mal auf ner Con gespielt war es mehr ne Würfelorgie als ein Rollenspiel. Das zweite Mal hatte ich mit meiner heimischen Runde gespielt über drei Abende. Diesmal sah das Abenteuer noch einen Detektivplot mit vor, der beim erstem Mal nicht dabei war. Ob das an der alten Regeledition lag oder daran, dass die Spielleiterin zum ersten Mal selbst geleitet hatte weiß ich allerdings nicht. Das dritte Mal dann hatte ich auf dem Rollenspielabend für die Erstsemester bei uns in der Uni geleitet. Hier konnte ich meine bisherige Erfahrung nutzen um es auf gut 4 Stunden runterzukürzen und es lief flüssiger trotz doppelter Anzahl an Spielern.

Das DSA Abenteuer "Kanäle von Grangor" spielt sich auch nach 15 Jahren immer noch so gut wie damals. Auch wenn der Plot - aus heutiger Sicht - recht kurz ist.

Die alten Systeme selbst fasse ich eigentlich nicht mehr an, da merkt man den neueren System zu oft an, dass sie mehr dem Zeitgeist entsprechen (ETW0.... warum hatte man das damals so verdammt umständlich machen müssen???).

Viele Grüße
Thomas der Zweite

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Das war mal eine Folge zu etwas, was ich regelmäßig mache. Passenderweise leise ich gerade wieder meinen Lieblings-Sci-Fi-Roman „Rendezvous with Rama“. Den kann man vermutlich auch deshalb so oft lesen, weil keines der Mysterien je aufgeklärt wird. Das ist ja der Witz, dass die Ramaner so hochentwickelt sind, dass Menschen keine Chance haben zu verstehen, was ihre Absichten sind und ob ihre Pläne Erfolg haben.

Ich war über eure Beispiele ein wenig verwundert, weil ich irgendwie klassischere erwartet hatte. Das wären doch wohl die Feuerzangenbowle (die sich ganz anders schaut, ob man Schüler ist oder nicht mehr) und Dinner for One (bei dem man etwas reifer sein muss, um den letzten Witz zu verstehen; und das natürlich DAS deutsche Beispiel zum wiederholten Schauen ist).
Star Wars ist als Beispiel aber auch sehr relevant. Ich finde, wenn man sich die Filme in Episodenreihenfolge ansieht, dann merkt man recht bald, dass der erste Film (also Episode IV) ziemlich aus der Art schlägt, einfach weil er der erste war. Darth Vader hatte noch nicht seine ikonische Melodie. Die Dynamik zwischen Luke und Leia ist noch wenig geschwisterlich. Und vor allem funktioniert die Macht merklich anders als in allen anderen Filmen. Da beschweren sich die Leute über Midi-Chlorianer, obwohl es doch Episode V war, die die Macht komplett umkrempelte.

So, nun zum Rollenspiel. Die einzigen Materialien, die ich da wieder besuche, sind Abenteuer, die ich mehrfach leite. Das gilt vor allem für Einsteigerabenteuer. Ich bemühe mich seit mehr als zehn Jahren besonders um Einsteiger, sowohl komplette Neulinge, als auch Rollenspieler, die in ein anderes System reinschnuppern wollen.
Und für diesen Zweck habe ich jahrelang verbesserte Einstiegsabenteuer, die ich immer und immer wieder verwende. Diese Liste umfasst: ein Harry-Potter-Abenteuer (der beste Weg ins RSP, den ich je fand), ein Zeitreiseabenteuer (der zweitbeste Weg, weil die Spieler normale Leute aus der Jetztzeit spielen können), zwei Fantasy-Abenteuer (führen alte Hasen gut in Fate ein) und ein Cthulhu-Abenteuer (geht alle klassischen Formen des Horrors durch – Schreckhorror, Ekelhorror, kosmischer Horror, persönlicher Horror).
Diese Abenteuer leite ich eben immer und immer wieder. Und es ist für mich nicht nur sehr spannend, wie jede Gruppe anders damit umgeht. Sondern ich verbessere die Abenteuer natürlich auch mit jedem Durchlauf – entwickle neue Details, füge den NSC Charakterzüge hinzu, sehe neue Wege zum Ziel usw.

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