DORPCast 138: Aber was, wenn man nicht gut ist in seinem Spiel?

Hallo zusammen!

Nach der theorielastigen letzten Folge wird es diesmal wieder sehr konkret: Michael und Thomas fragen sich, was es wohl für Implikationen hat, wenn man in dem Spielstil, zu dem man sich selber hingezogen fühlt, gar nicht so gut ist. Eine Frage, die Michael derzeit auch privat umtreibt – aber auch eine, an der eine Menge Annahmen hängen, beginnend mit der Frage, was „gut“ oder „schlecht“ in diesem Kontext eigentlich bedeuten.



Darüber hinaus gibt es Gedanken zum frisch gewonnen Deutschen Rollenspielpreis, zu kommenden 1W6-Freunde-Produkten, die gewohnten Themen Feedback, Crowdfundings und Medienschau, sowie wie gewohnt weiterführende Links und Timecodes unten in den Shownotes.

Viele Grüße,
Thomas

Episode 138: Aber was, wenn man nicht gut ist in seinem Spiel?

0:00:59  Intro
0:01:24  Deutscher Rollenspielpreis 2019 – Wir haben gewonnen!
0:04:29  Feedback
0:07:10  Crowdfundings
0:10:30  Kommende Produkte für die 1W6 Freunde (abgeschmeckt mit CCXP-Infos)
0:14:32  Medienschau
0:35:16  Zum Thema
0:37:13  Thomas hat da eine Analogie
0:38:14  Gibt es schlechte Spieler?
0:40:07  Wie messbar ist das alles?
0:42.55  Übung macht den Meister
0:45:00  Herausforderungen überwinden
0:46:58  Realisationen
0:50:02  Zwischen Scheitern und Verbesserung
0:52:10  Selbstzweifel
0:54:13  Äußere Faktoren
0:55:55  Macht's denn Spaß?
0:58:22  Im Angesicht der Besseren
1:01:52  Durch die Runde gemildert?
1:03:21  Ein Fazit
1:03:46  Sermon 3.0
1:04:25  Adieu

DORP Logo Summersale kleinDer DORPShop bei Getshirts
Hier geht's lang zum DORPShop

Aus der Medienschau
Cuphead
John Wick 3 (Trailer | Vorbestellen)
Skyrim
Werner, C.L.: Warhammer Age of Sigmar – Das vergiftete Herz

//Hinweis: Amazon-Links sind Teil des Affiliate-Programms und ein Anteil des Verkaufspreises kommt der DORP zugute.

Erwähnte Crowdfundings
Das Werwolf- und Vampire-Crowdfunding (via Ulisses)
Journey Quest, Staffel 4 (via Zombie Orpheus)

Für den Fall, dass ihr es noch nicht gesehen habt …
Hier auf Patreon habe ich die Tage mal eine Übersicht gepostet, was wir zumindest bis Anfang August so vorhaben und wo man uns in der Zeit wird live treffen können.
Vielleicht ja für den einen oder anderen interessant? (Wie immer: Keine Paywall; zum Lesen braucht es nicht mal einen Account.)

Der deutsche Rollenspielpreis
Hier geht's zur Webseite des deutschen Rollenspielpreises.
Vielen Dank für den Preis, und Gratulation auch an die anderen Gewinner!

drp19 Gewinner

Kommentare (16)

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Hui - schöne und sehr interessante Folge, etwas persönlich und das läd mich dann doch (endlich) wieder zum Kommentieren ein. Hobbyfokus bezogen wird das etwas tabletoplastiger. Ich habe dazu drei Meinungen, passend als TripleNerd: P&Pler, Larper und TabeltopBloggoblin (mit Frau und Kindern und Beruf mit z.T. internationaler Reisetätigkeit....)
Sorry - es wir lang……

0) eine sehr persönliche Folge, würde ich jetzt nicht den DorpCast schon eine Weile verfolgen und deine Vorgeschichte kennen, gäbe es dafür erstmal ein: Buckle up, Michelle! Mussten wir mal alle durch. Atme mal ruhig durch und mache das was dir Freude bringt - ist nur ein Hobby!
Ja, Selbsterkenntnis tut weh, aber das wird schon……

1) ich verstehe aber deinen Frust sehr gut. Auf allen drei Hobbyebenen, habe ich auch solche Erfahrungen gemacht. Der wesentliche Punkt ist hier einfach die Selbstwahrnehmung der Realität anzupassen. Und einfach herauszufinden, was einem Spaß macht. Niemand definiert dein Hobby für dich, außer du selbst. Du kannst dich höchstens einem Gruppendrucken beugen oder evt. Kompromisse mit anderen Hobbyisten eingehen. Aber am Ende bis du für deinen Spaß verantwortlich.

2) obligate persönliche Geschichten zum "Thema" :)
Natürlich komme ich nicht so viel zum Hobby wie ich möchte - dem entsprechend musste ich auch meine Erwartungshorizonte anpassen und den passenden Sandkasten suchen.

Als Larper musste ich mich weiterentwickeln und finden und aus der Gewandungs&Gadget-Rüstungsspirale befreien. Nach 17 Jahren und Babypausen weis ich aber was mir mit wem Spaß macht und ich kann befreit spielen. Ich muss nicht mehr jedem Plot hinterher rennen, und manchmal ist lecker kochen einfach wichtiger als die Welt zu retten. Der Weg dahin war aber steinig und manchmal frustrierend

Als Tabletopper muss man einfach sein persönliches Anforderungslevel finden. Egal ob es um gespielte Systeme, Bemalstandard, Turnierumfeld oder privates Bier&Brezel-Spiel geht. Der Maßstab sollte man selbst sein, nicht andere. Es gibt immer einen größeren Fisch.
Zu den Hochzeiten von Warmachine war ich geübter und regelmäßiger Spieler - aber keiner der auf Turnierniveau spielen wollte. Dennoch lernte ich damals einstecken und aus Niederlagen zu lernen. Infinity war neu und machte Spaß, aber auch hier musste ich erstmal einstecken. Beides spiele ich entspannt mal gerne, aber hätte nie den Anspruch im Turnierumfeld erfolgreich sein zu wollen. Dazu ist mein Commitment inzwischen nicht mehr groß genug - es gibt einfach wichtigeres.
Als Fan von Freebooter's Fate hielt ich mich für ziemlich fähig. Bis ich auf meiner ersten Turnierpartie in meinem Lieblingsszenario 14:0 rund gemacht wurde. Habe ich dann einen Bericht darüber geschrieben |:)
Als ich dann später in der NTR aufzusteigen begann, fuchste mich wer über mir in der Top10 war, bis ich unverdient mal auf Platz 2 rutschte (seltsamer Wertungsalgorithmus), inzwischen nervt mich als Top25 Spieler, wer (unverdient) über mir steht - aber lasse ich mir dabei den Spaß an einer konkreten Partie, einer Listenkomposition oder Bemalprojekt verderben? Ich schreibe halt nach jedem Turnier einen Bericht darüber, wie ich mal wieder nicht zum Trainieren kam.
Meine Frau ist eine sehr beratungsansprussvolle Spielerin, welche auf FF-Turnieren regelmäßig geschlagen wird und dabei zum Rumpelstielzchen mutiert. Dennoch geht sie aus sozialen Gründen gerne auf Turniere, um Leute zu treffen und Bemalwertungen zu sichten.
Auch "kompetitives" Tabletop spiel mal letzten Endes mit anderen Menschen zusammen. Also kann man lernen, sich austauschen. Die Kompetetivität kann man anpassen, nicht jeder muss im großen Teich schwimmen.
Sidenote für Michael: Larp-Tanzen; ich bin ein mieser Standard&Latein-Tänzer, aber den LARP-Tanz habe ich mir 2005/06 erarbeitet - auch wenn der verdammte Allemande-Schritt lange brauchte. Heute bin der Erklärbär im offenen Tanztreff unseres Vereins. Tanzen macht Spaß!

Dann endlich zum P&P: mal ganz ehrlich, üblicherweise ist doch der Vergleichsmaßstab die eigene Gruppe, also ein ziemlich kleiner Teich. Und gerade da P&P doch ein sehr soziales und interaktives Hobby ist und man auch kompetitiv immer im Team spiel, kann man doch Leistungsdifferenzen leicht angleichen und sich Tipps geben. Und ich habe auch noch keinen Spielrunde durch den Spielleichter scheitern lassen sehen, weil "ihre Builds zu schlecht waren". Es gibt einfach keine internationale Meisterschaft im Charakteroptimieren und die Erkenntnisse andere Spieler aus dem Netz kann man konstruktiv aufnehmen. Das Andere vor einem schon gute Ideen hatten ist ein normaler Erkenntnisprozess

3) Was die Hinterfragung des eigen Spielstils angeht Das musste ich vor allem dank euch, liebe DORP-Castler, tun.
Vor 15 Jahren, im Studium, war ich ein gefeierter Spielleiter meiner lokalen G7-Runde. Eher aus der welt-simulatorischen Hintergrundsecke, aber auch mit viel Spaß an skurrilen Geschichten und Crunch-Mechanismen. Spieler war ich nur sehr selten, aber dafür ewiger Dauerspielleiter. Als wir nach Geburt von Kind1 eine neue Runde gründeten und ich aus der D&D-Spielerecke wieder in meine komfortable DSA4.1-Spielleiter-Rolle rutschte, war meine Gruppe dankbar für meine Arbeit, trotz ihres sehr heterogenen Spielansatzes. Nach dem halben Jahr Babypause durch Kind2 war aber plötzlich alles anders. Unterschiedliche Erfahrungen und Wünsche der Spieler führten zu Konflikten und rissen die Gruppe dann langsam auseinander. Ich verlor meinen Spaß am simulatorischen Kampagnen-Spiel. Das fiel in eine Phase, in der ich sehr viel Zeit im Auto zum Podcast hören hatte und euren Dorp-Cast entdeckte.
Und mein Gott, konfrontiertet ihr mich mit neuen Ideen und zwei Spielstilen, die so gar nicht meine waren. Und seit dem Suche ich den richtigen Sweetspot für mich und potentielle Gruppen, die manchmal gar nicht wissen, was sie wollen. Aber diese sehr grundsätzliche Hinterfragung meines Stils führte mich nicht nur zu einem besseren Verständnis was ich mag (außer Hintergrund lesen und autoritärer Spielleitung) sondern auch was mit welcher Gruppe evt. funktiniert, ohne, dass man jede Woche rumprobieren kann oder die Spieler es vorher sehr reflektiert haben. Der Finde-Prozess ist noch nicht abgeschlossen.

Fazit: ein wichtiges Thema, durch das mal durch muss. Finde ich ist aber ein wichtiger Reifeprozess, das man ab und zu seinen aktuellen Standort neu bestimmen muss, um nicht in Sackgassen zu landen.

Christian (MagaboBlogGoblin)
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Was hat sich denn deiner Meinung nach in der Runde nach Kind 2 geändert? Waren das andere Spieler oder warum änderten sich auf einmal die Bedürfnisse?

Krassling
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Das hatte vielerlei Gründe, im wesentlichen waren des Driften in den Erwartungshaltungen während der Babypause
Die Spieler waren die selben, aber sie entwickelten sich unterschiedlich weiter, auch dadurch dass die RestGruppe in der Zeit eine Weile anderweitig weiter spielte.
Ein (unerfahrener) Spieler wandelte und offenbarte mit zunehmender Beschäftigung mit der Welt und dem Spiel seinen abweichenden Geschmack. Aber auch beim Rest liefen manchmal Sachen aneinander vorbei. Die Gruppe spaltete sich defaktor(auch wenn immer noch gemeinsames Spiel herrscht und möglich ist) entlang der Trennlinie Plot/Kampagne vs. Charakterspiel.
Auch meine Bedürfnisse und die meiner Frau änderten sich. Ich kann heute nicht mehr die langen Spielabende ansetzen, wie vor einigen Jahren, und komme dadurch nicht mehr mit meinen Beschreibungsdichten zurecht. Und auch meine Ansätze haben sich geändert, ich kann nicht mehr so Hintergrund- und NPC-fokusiert leiten wie "damals".

Christian (MagaboBlogGoblin)
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Inzwischen geht auch meine persönliche Tendenz auf einen stärker Spielerzentrierten Ansatz und ich möchte vielleicht mal mehr in der erzählerischen Ecke ausprobieren. Umgekehrt war die Gruppe mit einem eher offenen Sandkastenansatz überfordert, z.B. das führte zu der berüchtigten "Ikea"Aktion, als die Charaktere begannen im spiel detailiert Möbel, für ihr frisch erschlichenes Haus einkaufen zu wollen, was ich im Keim erstickte, weil wir gerade einen Umzug hinter uns hatten, und mich meine Frau die ganze Woche OT schon damit genervt hatte....

Christian (MagaboBlogGoblin)
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Auch von mir wieder mal großen Respekt für eine solch persönliche Folge. Leider gibt es solche Dinge ja viel zu selten. Und wenn jemand mal persönlich wird, dann artet das schnell in Beleidigungen anderer und wenig in selbstkritische Reflexion aus. Hätten wir doch nur mehr davon, die Welt wäre ein friedlicherer Ort.

Etwas distanziert könnte ich jetzt behaupten das, was Michael anspricht, ist ein ganz normaler Ausdruck der "midlife crisis". In einem gewissen Alter merken Menschen, Männer vielleicht häufiger als Frauen, dass ihre Vorstellungen von dem was sie im Leben "erreichen/leisten" wollten, womöglich doch nicht realisierbar sind. Das ist frustrierend. Um hier jetzt nicht auf Lebensberatung umzuschwenken, aber konkreter zum Thema.

Kompetitives Tabletop ist natürlich prädestiniert für Leistungsvergleiche. Wie bei jedem Sport, auch Schach oder eSports, die hier vergleichbar sein könnten, wäre auch hier natürlich eine Einteilung in Leistungsklassen hilfreich. Leider ist dieses Hobby viel zu exotisch und für Menschen mit einem "normalen" Zeitbudget auch viel zu aufwendig. Deswegen gibt es nicht genügend Spieler um verschiedene Klassen zu bilden. Das kann natürlich frustrierend werden. Wenn man tatsächlich "immer" verliert, ist es sicher ausgesprochen frustrierend.
Gerade beim Tabletop sehe ich aber auch Möglichkeiten Freude am Spiel zu haben, wenn man halt meistens verliert. Ich habe das früher mit einem gewissen ironischen Touch gesehen. Ich hatte damals eine Space Marine Armee, die natürlich von allen hochspezialisierten später publizierten Armeen vom Tisch gefegt wurde (Stichwort Power Creep). Da ich zudem aus ästhetischen Gründen keine optimierte 1-Orden-Armee spielen wollte konnte ich auch keine speziellen Codex-Regeln nutzen. Ich begann also meinen Einheiten Spottnamen zu geben. Captain Taggert mit seiner großen Klappe führte also die unfähigste Bande von Astartes-Loosern ins Gefecht, welche je die Galaxis bereist haben. Meine Speederschwadron wurde Sinkflug genannt, weil sie mehr Zeit mit Reparaturen am Boden verbrachte, als im Gefecht. Der bewaffnete Transporter erhielt den Namen Pappschachtel, weil er ungefähr genauso widerstandsfähig gegen feindlichen Beschuss war. Natürlich ist das nicht jedermanns Sache, aber vielleicht lassen sich ja auch so Wege finden, wie man über eine narrative Ergänzung mehr Spaß auch an einer Niederlage haben kann.

Das kompetitive Rollenspiel ist etwas, dass mich immer noch mehr als befremdet. Kürzlich sprach ich mit meinen Mitspielern über alternative Spiele für Abende ohne Spielleiter oder zu wenige Spieler etc. Einer der Mitspieler antwortete daraufhin, Brettspiele haben sich bei uns nicht so bewährt, wegen ihres kompetitiven Charakters. Das sagt schon einiges über das Verständnis des Rollenspielers. Und das obwohl ich die überwiegende Mehrheit dieser Spielrunde als Machtspieler klassifizieren würde.
Natürlich gibt es aber auch Wettbewerb in verschiedenen Formen. Manchmal versuchen vielleicht verschiedene Mitspieler der beste Spielleiter zu sein. Allerdings kann es sein, das dein Leitungsstil nicht zu den Bedürfnissen der anderen Mitspieler passt. Und die Optimierung von Spielwerten? Ja da kann optimiert werden. Besonders natürlich wenn man ein simplizistisches Spiel wie Pathfinder spielt. Allerdings sind Vergleiche außerhalb der eigenen Runde meines Erachtens völliger Unfug. Was soll das bringen? Das ist ungefähr so hilfreich, wenn sich der Torschützenkönig einer Amateurliga mit den Ballkünstlern von Real Madrid vergleicht. Kann man machen, hilft aber niemandem. Am wenigsten dir selbst.
Auch unter Stimmungsspielern kann es natürlich Wettbewerb geben. Vermutlich ist da aber in vielen Fällen der Unterhaltungswert höher. Aber auch die können natürlich gewaltig nerven, wenn sie es drauf anlegen.

Was mich allerdings regelmäßig nervt, ist eine gar nicht so unwahrscheinliche Konstellation. Man hat eine Gruppe von Menschen, die gemeinsam spielen wollen und durchaus gleiche Interessen haben. Allerdings haben die eben einen unterschiedlichen Hintergrund. Der eine hat stressigen Job und Familie und ist froh, wenn er alle paar Wochen die Zeit für einen Spielabend findet. Der andere hat vielleicht auch nicht so viel Zeit, ist aber intellektuell, vielleicht auch finanziell, mit dem Optimieren durch die komplexen Regeln überfordert. Und dann hast du dagegen Leute wie Michaels Angstgegner, welche Geld, Zeit und Energie in erschreckendem Maße investieren, um das Beste aus allem rauszuholen. Die kaufen sämtliche Crunch-Bücher um neue Spielzeuge für ihre Figur zu finden, verwenden Stunden auf das Finden der optimalen Combo für ihren Spezialangriff und lesen selektiv alle Regeln, die sie für ihr Konzept zum Vorteil nutzen können.
Und dann kommen diese Leute zusammen. Alle mit dem gleichen Ziel, ein gutes Bild in der nächsten Konfrontation abzugeben. Und einige sind total abgeschlagen. Nicht weil sie "schlechter" sind als andere. Einfach nur deshalb weil die dämlichen Spieldesigner ihre Spiele so designt haben, dass man mit Zeit und Geld aus der gleiche Klasse einfach mehr Spielmacht herausholen kann. Eine Art Wettrüsten im Rollenspiel. Völlig pervers.
Ich habe kürzlich das Savage Worlds Crowdfunding unterstützt. Unter anderem in der Hoffnung, dass die Regeln dort so schlank sind, dass das Optimierungspotential einfach nicht so dramatisch ist, dass die Crunch-Freaks das Spiel dominieren können.

Also nochmals Danke für die Folge und alles Gute für die Zukunft.

Krassling
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Richtig tolle Folge, tief im Thema und tief im Persönlichen, so müssen Podcasts sein! =D

Ich hatte mal eine ähnliche Situation, weil ich vor ~zehn Jahren oder so festgestellt habe, dass der "Schauspielerei-Part" des Rollenspiels (Stimme verstellen, in der ersten Person sprechen etc.) nicht so 100% meins ist. Als Akzentuierung mal ganz geil, aber nicht als Standard. Das Problem dabei war vorrangig, dass ich damals noch nichts von Spielstilen und ähnlichem gewusst habe, und daher der erstbesten Person geglaubt habe, als Rollenspieler müsste man das zwangsweise so machen. Das hat sich dann glücklicherweise geändert, und heute ist meine Herangehensweise einfach, die "Schauspielerei" auf die Momente zu beschränken, in denen ich mich wirklich wohl damit fühle. Tatsächlich hatte ich in der Praxis auch nur genau eine Gruppe, in der es ein Problem mit dieser Herangehensweise gab, und das lag wohl vorrangig daran, dass der SL *ähem* ... so eine gescheiterte Theater-Existenz war, die eine Menge Ballast ins Hobby getragen hat.

Zu Michaels spezifischem Problem: Wurde auch schon impliziert, aber "gut" ist ja sowas von relativ. Thomas' Vergleich mit den Prügelspielen ist da richtig perfekt, denn nur weil ein paar Verrückte auf Twitch sonst was für Kombos abziehen, heißt das noch lange nicht, dass man das auch können muss, um Spaß am kompetitiven Spiel zu haben. Man sollte sich aber die richtigen Gegner suchen. Der Spielstil ist ja wahrscheinlich nicht durch "Ich will der Allerbeste sein, wie keiner vor mir war ...!" (;D) definiert, sondern eher über das Bedürfnis, sich mit anderen zu messen und zu sehen, wie die eigenen Fähigkeiten zum Erfolg führen.

Halt uns auf dem Laufenden, Michael!

Andre
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Erstmal Danke an Scorp für Skyrim, mal sehen wieviel Stunden ich da versenke.

Turnier ist was ganz anderes als normales spielen, gerade bei Warhammer sind da ja Combos drin ... Shadesspire/Nightvault hätte ich jetzt für übersichtlicher eingeschätzt, aber vermutlich muss man da auch alle Teams - sprich alle Kartensätze - haben, um zu optimieren. Meine einzige Turniererfahrung stammt von X-Wing, wo ich gegen drei erfahrende Spieler ohne Turniererfahrung spielte, wo ich mich mit meinen B-Wings jeweils durchsetzen konnte (Überlegung: Die holt niemand in 60 min aus dem Weltall).

Herausforderungsorientiert heißt imho nicht zwingend optimiert - ich bin da auch viel zu faul zu und wenn recherchiere ich im Netz, was halbwegs tauglich ist. Oder ich hab nen Spieler mit cooler Kombo und spiel die dann selber mal (der Monddruide bei D&D 5).

Ich würd mich, wie Thomas am Rande erwähnt, den Spielstil daran festmachen, woraus ich am meisten Spaß ziehe und während mich die x-te Charakterstory Orks haben mit meinen Eltern geflötet annervt, hab ich eigentlich immer Spaß am überwinden von Herausforderungen, egal ob es durch den SC und die Spielmechanismen ist oder das Ausknobeln eines Rätsels oder einer Falle auf Spielerebene - oder gutes strategisches Vorgehen, gute Planung etc. Da holt mich fast alles ab.

Greifenklaue
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Im Bereich Tabletop war ich, als ich Saga gespielt habe, in der Turnierszene unterwegs und hatte daraufhin das Problem, dass mein Spielstil und der einiger Bier&Brezel-Spieler in meinem heimischen Verein von da an nicht mehr zusammen passten. Irgendwann driftete dies so weit auseinander, dass ich das System gewechselt habe und meinen Spielstil angepasst habe. Bei Kings of War, was ich danach anfing, ist es mittlerweile so, dass ich selbst schwächer bin als bestimmte meiner Bekannten (deren hauptsächliches Hobby Tabletop ist, anders als bei mir).

Im Tabletop ist es, denke ich, ein Problem für die Community geworden, dass man, trotz besserer Vernetzung, oft dadurch herausgefordert ist, passende Mitspieler zu finden, die in etwa auf dem selben Level spielen wie man selbst (neben der Systemschwemme der letzten Jahre die diesen Effekt noch verstärkt). Im RPG gibt es dies zum Glück nicht in dieser Form.

JensN
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Zwei Korrekturen / Anmerkungen:
1) Ja, Pegasus war beim Deutschen Rollenspielpreis vertreten (Pulp Cthulhu auf der Shortlist der Zusatzbände).
2) Die Jury bestand aus 5 Personen, nicht 7

Lieben Gruß und weiter so!

Dominic
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Natürlich ist es unschön festzustellen das man nicht so gut ist wie man denkt aber das sollte dich nicht von kompetitiven Spielen abhalten.
Ich denke kompetitiv bedeutet nicht das man zu den Besten gehören muss. Der Spaß bei kompetitiv Aktivitäten ist ja das man eine schaffbare Herausforderung hat. Immer Gewinnen ist genauso langweilig wie immer Verlieren.
Das ist der Grund warum es in allen großen Sportarten nicht nur verschieden Ligen sondern auch noch häufig Gewichtsklassen und Altersklassen gibt. Damit ist es möglich, sich mit Gleichstarke zu messen.
Ich vermute mal stark wenn man vergleicht wie viele Stunden du in die Optimierung deiner Armee/Taktik gesteckt hast und wie viel die Besten da investieren, dann wird das um einige Faktoren auseinander liegen.
Aus meiner Erfahrung aus dem Kampfsport (wo ich nie zu den Besten gehören werde, selbst wenn es zu meinen einzigen und lebensfüllenden Leidenschaft werden würde) kann ich nur sagen: es ist gut sich mindestens einmal im Jahr von jemand richtig Guten verbimsen zu lassen, dabei kann man nicht nur viel lernen sondern das wirkt auch dem natürlichen Hybris entgegen.

Janno
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Was ich von der Folge halten soll, kann ich echt nicht sagen. Ich glaube der Fokus war mir deutlich zu sehr im Tabletop-Bereich. Ja, ich bin auch TTler und spiele bspw. Blood Bowl in klassisches Spiel, bei dem man auf den Turnieren gerne mal aus seiner lokalen Blase der Glückseeligkeit gestoßen wird.

Allerdings habe ich den Zusammenhang zum Rollenspiel, der hier hergestellt werden sollte lange nicht verstanden. Am Ende kam es dann doch etwas raus. Kompetatives Charakter-Powerbuilding mit internationalem Benchmarking in aDpT (average Damage per Turn) ist für mich vollkommen befremdlich, auch wenn ich durchaus Spieler in der Gruppe habe, die spielen um zu gewinnen und wo Geschichte eher ein Nebenprodukt ist. Hindert mich aber nicht daran, mit ihnen zu spielen, nur eben nicht alles.

In Summe hatte ich unter dem Titel glaube etwas anderes erwartet, wobei sowas vermutlich ein klare Definition von "gutem Spiel" erfordert hätte.

Ich freue mich schon auf die nächste Folge.

Tim
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Ich glaube was du, Michael, beschreibst, ist schlicht das Erkennen der Realität. Es muss Geld verdient werden, soziale Kontakte werden gepflegt, du liest, bemalst Miniaturen, schaust Serien/ Filme, spielst Computer und willst auch noch RPGs spielen und kompetitiv Tabletop. Alles geht nicht. Dabei hast du noch nicht einmal Frau und Kinder!
Mache dir eine Liste mit dem, was dir wichtig ist. Verfolge die ersten 3-4 Dinge und streiche den Rest. Du willst gut sein im Tabletop aber spielst 200h Skyrim... Alles geht eben nicht.
Ich habe früher auch gerne Serien geschaut aber wenn ich mit Familie, Arbeit etc. meinen Hobbys nachgehen will, dann muss ich irgendwo streichen. Ich schaue daher z.B. kein TV mehr. Um vorm TV zu sitzen, ist mir meine Zeit zu schade. Ich habe angefangen morgens um 5 aufzustehen um Sport zu machen. Ich will Sport machen und mit Familie ist das die einzige Möglichkeit ohne an der Zeit mit der Familie etwas abzuknabbern. Dafür geht’s halt um 21:30 Uhr ins Bett. Vorm TV versumpfen gibts nicht mehr.

Zeitmagier
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Das waren auch meine Gedanke.
Immer weder dachte ich: "Ihr habt keine Familie/Kinder." Das möchte ich hier auch gar nicht als Vorwurf verstanden wissen aber an meiner Lebensrealität ist die Folge weit vorbei geschwommen.

Ich verstehe Michaels "Erkenntnis", dass man irgendwann so beschäftigt ist, dass man nicht mehr oben mitschwimmt, aber in meinen Augen ist das eine normale Entwicklung je älter man wird.

Den Sprung zum Rollenspiel konnte ich nur sehr bedingt nachvollziehen. Ich bin kein kompetitiver Spieler und schätze dies an meinem liebsten Hobby sehr. Ich weiß, dass der Powergamer viel Spaß aus dem "gewinnen" zieht aber letztendlich gewinnt er gegen das Buch/Regelsystem am Spieltisch und nicht gegen die Mitspieler, so dass ich da im Rollenspiel für mich keine großen Probleme sehe (Stichwort: Sei ein Fan der Spieler).

Der Abstecher zum kompetitiven Spielleiten, fand ich dann sehr spannend aber fand mich auch dort in keiner Position wieder. Grundsätzlich ist der/die SL nicht alleine für den "Erfolg" des Spielabends verantwortlich. Wenn die Spieler nicht mitziehen und sich auf das Spiel einlassen kann der ganze Abend noch so gut vorbereitet sein, er wird höchstens mittelmäßig. Und das ist das Stichwort: Mittelmäßig. Sind wir ehrlich und es wurde schon bestimmt vor zehn Jahren bei Fear the Boot thematisiert, die meisten Spielabende sind mittelmäßig. Das ist nichts schlechtes sondern normal. Wir leben für den Spielabend der alle paar Sitzung kommt und uns sagt: "Ja! Das war krass, deshalb mache ich das hier!" Ich freue mich jedesmal wenn der kommt, bereit jede Sitzung so gut es geht vor und schaue was dann passiert und freue mich wenn es klappt.

Ich möchte das nicht als Stillstand verstanden wissen. Aktuell lese ich mehr Bücher über das Gestalten von Spielsitzungen und Kampagnen als Quellenmaterial. Ich möchte "besser"/souveräner werden aber ich habe nicht den Anspruch, dass jeder Abend einen Oscar bekommt.

Crizzl
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Hi zusammen,

ui gute Folge - und erst mal meinen riesen Respekt an Michael das er da so offen darüber spricht, denn ich finde das ist schon ein krasser Schritt der Selbstreflektion. Ich denke mal das bei machen Dingen einfach mehrer Faktoren zusammen kommen. Um es mal aus dem Kontext zu ziehen, ich hatte ein änliches Problem vor ein paar Jahren mit dem Hobby Reiten, ich war bei weitem nicht so gut wie ich es mir eingebildet hatte und es klappt viele vorne und hinten nicht so wie ich mir das Vorstellte. Ich habe mir dann halt vor Augen geführt das andere X mehr Zeit in das Hobby investiren als ich und das ich eigentich auch damit zufrieden bin ab und zu ein bisschen durch die Gegend zu eiern und dem Pferd dabei nicht all zu viel zu schaden in dem ich nicht nur oben drauf rum Hambel. Komischer vergleich mag man denken, aber im prinziep nichts anderes. Ich hatte sehr hohe erwartungen an mich selbst und auch irgendwie den Druck "gut sein zu müssen" da ich immerhin schon 15 Jahre mit Pferden gearbeitet habe. Und ich glaube darin liegt die Crux bei Michales Problem oder auch bei anderen - ihr habt beide, auch wenn Michael das größere Thema gerade damit hat, auch Beruflich damit zu tun. ( Das man wahrscheinlich tausend andere Dinge zu tun hat als Regeln lesen oder seine Schauspielerischen Fertigkeiten zu verbessern ist vielleicht ja auch nicht jedem klar. Das ist eine ähnlich romantiesierte Vorstellung wie das Pferdeleute den ganzen Tag reiten ;-) ) Aber trozdem steht ja irgendwie im Raum "ja also die müssen es ja können". Das man aber vielleicht in der Freizeit dann auch gar nicht mehr sooooo arg viel Lust manchmal hat alles durchzuwälzen ist irgendwie auch verständlich. Und das Zeit Thema wie von Thomas schon angesprochen ist natürlich auch so ein Ding. Deswegen muss man sich halt hinterfragen "Was will ich eigentlich"? Ist es mir wichtig bei Underworld mit 20ig Jährigen auf der Rangliste auf Platz 3 zu stehen. Ja? Dann muss ich mich eben hin setzen und alle mir möglichen Infos rein ziehen die ich bekommen kann und sehr sehr viel Zeit darin zu versenken. Reicht es mir eigentlich mich nicht beweißen zu müssen dann Verbrügelt man halt ab und an vielleicht verschiedne Leute im kleinen Kreis^^ Ich kann das Problem aber wirklich nach vollziehen es ist mit ein Grund wieso ich mich bisher noch nicht so auf quasi Öffentliche Veranstaltungen getraut habe - man will ja irgendwie nicht als der letzte Noob da stehen. Wobei wir dann aber auch an dem Punkt wären in dem ich der ganzen Folge etwas wiedersprechen möchte, ich finde das man zumindest in diesem Punkt das Tabeltop und das Rollenspiel nicht vergleichen kann. Im Tabeltop hat man doch meistens die Chance sich auf das Szenario in irgendeiner weiße Vorzubereiten und zu überlegen wie man was wo macht. ( Wenn man dann natürlich dabei feststellt das man nur Bahhof und Abfahrt versteht ist blöd - das glaub ich aber im Konkreten Fall nicht) Aber das kann ich doch im Rollenspiel im normalfall nicht? Wenn ich ein Abenteuer mit Spiele dann hab ich doch im seltesten Fall eine Idee davon was auf mich zu kommt. Das einzige was mir gameistisch gesehen bleibt ist es doch meinen Charakter zu Optimieren und gegebenenfalls an Regeloptionen anzupassen. Das Leistungsorientierte Spielen kommt ja erst dann wenn es schon läuft. Und ich kann mir nicht helfen aber im Rollenspiel von "gut" oder "schlecht" zu sprechen tu ich mir doch arg schwer damit. Da gibt es irgendwie andere definitionen die in anderen Folgen schon zum tragen kamen. Wirklich wichtig ist tatsächlich die Selbstreflektion, fahre seit einiger Zeit ja schon das Motto "öfter mal was neues" und da bin ich auch am Überlegen ob es wirklich Sinn macht als AppleJack Rarity Spielen zu wollen ;-) Sehr intressante Folge auf jedenfall.

Liebe Grüße
Sabrina

Sabrina
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