DORPCast 125: Zwischen Fan-Service und Fan Entitlement

Hallo zusammen!

Das Thema, das sich Michael und Thomas heute vornehmen, ist breiter und … eigentlich sind es zwei. Fan-Service beschreibt, wenn Medienmacher Dinge tun, die ausschließlich und im Selbstzweck darauf ausgelegt sind, die Fanbasis zu unterhalten. Fan Entitlement beschreibt, wenn Fans aus ihrer Treue einem Medium gegenüber ableiten, eine stärkere Deutungshoheit darüber zu haben als die Macher. Und das komplette Spannungsfeld zwischen beiden Punkten – das ist heute Thema.



Darüber hinaus gibt es einen ganzen Sack Themen vor dem Thema, die Medienschau, den mittlerweile üblichen Crowdfunding-Rundumschlag und selbstredend weiterführende Links und Timecodes in den Shownotes.

Viele Grüße,
eure DORP
Episode 125: Zwischen Fan-Service und Fan Entitlement

0:00:31  Intro
0:01:48  Der Scorp beim Testbash (und bei Koch Media)
0:03:40  Ein Ausblick auf die 1W6 Freunde bei Patreon
0:05:08  RSWE: Das Rollenspiel-Wochenende 2018
0:08:46  Crowdfundings
0:12:03  Ein Kurzfilm: Actuarium
0:12:37  RPC adé?
0:14:18  Wir – in Streams
0.15:37  Medienschau

0:33:22  Zum Thema
0:35:41  Ist der Begriff zwingend negativ?
0:36:25  Sind Crowdfundings Fan-Service – und andere Eingrenzungen
0:39:06  Also: Warum Fan-Service?
0:40:44  Warum sind so viele Fan-Services anrüchig?
0:42:03  Probleme aus Sicht eines Medienmachers
0:43:16  Fan-Entitlement
0:46:23  Toxische Nostalgie
0:48:09  Grenzen der Wunscherfüllung
0:50:27  Wo beginnt Fan-Service?
0.53:44  Positive Beispiele
0:56:43  Fan-Service als Werkzeug für den Spielleiter
0:58:40  Wie ist eure Meinung?
0:58:54  Abgrenzung zur Fan Fiction
0:59.58  Ein Mini-Fazit
1:00:05  Sermin 3.0
1:00:48  Neue Dracon-Infos
1:01:10  Adieu!

Aus der Medienschau

Der Prinz der Drachen (Trailer | Netflix)
Mortal Kombat X
Preacher – Staffel 2
Uncle Drew (Trailer | derzeit nicht zum Vorbestellen gelistet)

//Hinweis: Amazon-Links sind Teil des Affiliate-Programms und ein Anteil des Verkaufspreises kommt der DORP zugute.

Crowdfundings

Der Schatten des Dämonenfürsten via System Matters
Starfinder: Paktwelten via Ulisses
Handbücher des Drachen 2 via Ulisses
Schatten der Macht via Ulisses
DSA-Miniaturen via Westphalia
Designers & Dragons via Feder&Schwert
Itras By via Pro Indie

Thomas' neuer Kurzfilm
Actuarium

Erwähnte Streams
Michael spielt Mass Effect (Orkenspalter TV)
Michael spielt D&D 5 (Orkenspalter TV)
Michael spielt TORG (Ulisses)
Thomas in Episode 2 der Drachenrunde (Ulisses)

Und außerdem erwähnen wir …
TestBash Germany 2018 #Oktobertest
Der Patreon-Artikel zum nächsten 1W6-Freunde-Band
Die Fotos mit Marcel letztes Jahr waren gar nicht auf Patreon, das war auf Twitter

Herzenszeug: Die Sache mit der toxischen Nostalgie
Der Vortrag des Magic-Chef-Entwicklers

Kommentare (9)

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Okay, mehrfach durchgehört, sich gedanken drüber gemacht, nochmal durchgehört.
Und ich muss jetzt ma Ende sagen: Ich bin mir nicht wirklich sicher, ob ich euch zustimmen möchte, oder einfach nur in der gesammten Breite wiedersprechen möchte. (Ich glaube gerade da brauche ich noch einiges mehr an Zeit, um meine eigenen Gedanken zu ortnen.)

Auffällig ist für mich gerade nur, dass ihr den ganzen Aufhänger so mehr oder weniger mit einem bestimmten Hintertürchen schafft, indem ihr euch über Dead or Alive: Extream Beachball lustig macht. (Aber ansonsten Quasi das zentrale Konzept, auf das ihr dabei so hindeutet, nur andeutet, aber anscheinend nicht ausdrückt: Das nämlich gerade in diesem, wie ihn Thomas tituliert, "plumpen" Fanservice, der voyeuristische Blick eine sehr wichtige Rolle am Ende spielt. Der viel gescholtene Figur "Silent" aus irgendeinem der Metal Gear Spiele erfüllt ja am Ende eine ähnliche Funktion.)

Auch wenn es euch gerade nicht ausschließlich um diese spezielle Komponente geht finde ich es doch irgendwie verwunderlich, dass man solche sehr zentralen Aspekte maximal umschreibt, aber nicht ausspricht. (Vor allen Dingen weil der voyeuristische Blick an sich ja erstmal nicht per se etwas negatives ist.)

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Michael erwähnt ja mal wieder und völlig zu Recht die Borbarad-Kampagne als Beispiel einer ewigen Nostalgiekampagne. Aus Sicht eines Verlages ist es vermutlich problematischer Fanservice die gleiche Kampagne immer wieder neu aufzulegen.
Spannend finde ich allerdings durchaus die Frage welche Rückschlüsse man als Verlag daraus zieht. Ich vermute es gibt in diversen Systemen (auch jenseits von Midgard) Abenteuer, die eine ähnliche Problematik erkennen lassen.
Was macht man mit einem solchen Feedback? Hoffen, dass die nostalgischen Deppen aussterben? Zähneknirschend eine Neuauflage nach der anderen raus bringen? Mit Coverversionen den Erfolg kopieren?
Als einen Teil der Erklärung für den anhaltenden Erfolg könnte ich mir gewisse Alleinstellungsmerkmale vorstellen. Kampagnen mit sehr grosser Tragweite für eine ganze Spielwelt kann man nicht jedes Jahr raus bringen. Ein Event wie Gehenna in der WoD eigentlich nur ein einziges Mal. Vielleicht ist es genau diese nicht beliebig reproduzierbare Eigenschaft, die solche Produkte interessant macht.

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FanService kenne ich vorallem aus dem Anime bzw. Manga Bereich, wo es sich sehr häufig auf Panty Shots der weiblichen Charaktere bezieht, oder auf die Onsen (Badeurlaub) Folge. Eins der extremsten Beispiele für Panty Shots dürfte Agent Aika zeigt, die auch demonstriert das es ohne InJokes an eine breite Gruppe (vorwiegend Männer) funktioniert.

In Bezug auf Serien halte ich Supernatural durchaus für solide.
Wobei ich den FanService dort weniger darin sehe, dass sie weiter machen solang es genug gucken, als in der direkten Kommentierung von Fan-Aktivitäten. Das heißt, dass die Brüder in der Supernatural Serie mit Supernatural Fans konfrontriert werden und auch Aspekte wie Twincest kommentieren. Dinge wie die LARP-Folgen, Folgen wo sie quasi ans eigene Set kommen oder ein Fan-Musical aushalten müssen.
Negativ wird es m.E. da wo die Macher keine (nicht-lesbische) Frauen-Figur einführen können ohne das die Fans rabiat deren Tod fordern. Etwas das der Schauspieler von Castiel mal wagte kritisch zu kommentieren.

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Fanservice ist immer auf unschöne Weise rekursiv, verschlingt lieber sich selbst, statt mal etwas neues zu erschaffen.

Hat man sehr gut bei einem Großteil des Expanded Universe gesehen: da wurden zufällige Elemente aus den Filmen genommen und auf extreme Weise kannibalisiert (in Jabbas Palast ist eine Twi'lek-Tänzerin --> weibliche Twi'leks werden systematisch versklavt). Das war dann natürlich ziemlich lame und die Fans waren dann so ausgehungert, dass sie Romane, wo tatsächlich mal was neues kam (wie die furchtbar geschriebene Thrawn-Trilogie), komplett überbewertet haben.

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DorpCast, DorpCast, Hoo!

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Hallo ihr Beiden.

Nur um mal kurz die Münster-Karte der Absurden Vernetzung unsere Szene - die Thomas letztes Jahr zu einem ungläubigen "Du kennst Tim?!¿" mir gegenüber verleitet hat - auszuspielen: Soweit wie ich die Sache mit der RPC habe herausfinden können war Andre Kuschel zwar immer der veranstaltende Ausrichter der RPC (die er ja immerhin überhaupt erst erfunden hatte) aber er war noch nie im Besitz der Marke "Role Play Convention" gewesen. Die gehörte wohl seid jeher der jeweiligen Messegesellschaft, an derem Standort die RPC gerade stattfand. (Ich meine mich auch dunkel an ein paar Kommentare aus Interviews noch zu erinnern, in denen Kuschel gesagt hätte, das noch ein paar letzte Sachen zwischen der Halle Münsterland und der Köln-Messe geklärt werden müssten, die dann mit einem mal Sinn ergeben würden. Das wahr in dem Jahr, als die RPC das letzte Mal in Münster stattgefunden hatte.)
Irgendwie erinnert mich das ganze an eine Geschichte aus den 90ern, in der in einer Boulevard-Fernsehsendung hier in NRW ein junger Türke vorgestellt wurde, der damals anderthalb Jahre zuvor ein eigenes Unternehmen auf die Beine gestellt hatte, indem er sich von einem Papier-Fabrikanten eine Döner-Papiertüten-Faltmaschine hatte finanzieren lassen und sich im Gegenzug dazu verprlichtet hatte, das benötigte Papier nur bei diesem Fabrikantne zu kaufen.

Kurz nachdem ich das herausgefunden habe hatte ich Thomas angeschrieben und mir von ihm die Lage der DSA Lizenz bei Ulisses kurz umreißen lassen. (Danke nochmal dafür. Das war zwar wenig Hilfreich, um einen Vergleich zu haben, aber immerhin trotzdem ein interessantes Stück Information.)

Soviel zumindest zu den Informationen, die ich aus meiner "Netzwerkerei auf den billigen Plätzen" habe ziehen können. ^^

Später mehr, wenn ich mir den kompletten Podcast nochmal in Ruhe durchgehört habe.

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Wurde uns nicht vor Jahren eine Xoro/Schmand Fanfiction versprochen? ;)

Nee, aber zurück zum Thema. Ich melde mich ja ansonsten bezüglich der Hauptthemen eher selten zu Wort, aber die Episode hat mich doch irgendwo noch mal voll abgeholt. Ja die lieben Fans...ich glaube vor allem der Aspekt des "Ich bin nun schon X-Jahre Fan von [Hier beliebiges Produkt einsetzten] und habe ja auch mitgeholfen es am Leben zu erhalten" ist bei vielen so ein Aspekt oder Punkt der dazu führt dass man glaubt ein gewisses Mitspracherecht zu haben was gewisse narrative oder künstlerische Entscheidungen anbelangt.

Mir werden, vor allem bei Youtube, ja auch immer mal wieder Videos von Fans zu Themen angepriesen von denen Youtube glaubt sie könnten mir gefallen. Und eine nicht unerheblich Anzahl davon hat Titel die im Kern eine Aussage haben wie "Warum diese oder jendes das Franchise oder das Produkt gekillt hat und wie man es hätte besser machen können wenn man nur auf die Fans gehört hätte...Nein, mindesten 90% dieser Aussagen waren reiner Bockmist und zeigten eigenltich nur das man lieber den Status Quo erhalten wollte.
Natürlich finde ich es schade wenn ein Charakter in einer Serie oder Buch stirbt den ich toll fand, aber wenn es narrativ passt, die Handlung und/oder die Entwicklung der Charaktere vorantreibt bitte gerne. Aber das ist leider bei vielen Fans das Problem: Ich habe X-Jahre meines Lebens diesem Produkt gewidmet, ich möchte das es in eine gewisse Richtung läuft weil die Macher mir das schulden. Ich glaube da kommt auch viel aus der Richtung des, wie es ja mittlerweiel so passend heißt, toxischen Fandoms.

Dann mobbt man online eben Autoren und Macher der Produkte bis diese klein beigeben und vielleicht die ein oder andere Entscheidung revidieren. Aber genau solche Sachen führen dann natürlich auch wieder dazu dass sich solche Fans in ihrer Sichtweise bestätigt fühlen, dass eben nur sie das Produkt wirklich verstanden haben und eventuell sogar dafür sorgen müssen dass es sich in die richtige Richtung (nämlich ihre) entwickelt.

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Grüße!

Schön, dass ich mal die aktuelle Folge mal geschafft habe zu sehen am Wochenende des Erscheinens :)

Mal eine interessierte Frage: Was ist wenn die Fanreaktion eine wie auch immer geartete Prdouktbewertung ist, die auch eine konstruktive Kritik beinhaltet? Klingt mal etwas zu gekünstelt, Vielleicht dazu ein Beispiel: DieHistoria Aventurica vereinfacht den Zwist der Götter, indem das Buch sie alle stark vereinfacht alle Götter zu psychopathischen Monstern macht, die nur ihre Fähigkeiten haben und entwickeln um am Ende der fetteste Fisch im Ozean zu sein. + Haben die armen Autoren vielleicht 300 Seiten Platz um unendlich viele Jahre zusammenzufassen, während derzeit 1-2 Jahre aventurische Geschichte allein tausende Seiten fressen. Oder ein positives Beispiel: Das wachsen des Marktes aufgrund der neuen Editionen der modernen Rollenspiele und der steigenden Qualität.

Hier eine durchaus fundierte Kritik zu geben, ist ja auch Teil einer Fanbase. Wie ist es denn bei fundierter Kritik? Entweder: "OH Mist! Da haben wir wirklich iwo Murks gemacht." bis zu "Wow! Das ist uns richtig gut gelungen." Ist es Fan-Service und Fan Entitlement, einfach auf Kritik zu reagieren? Auch große Künstler haben bekannte Aufträge noch verändert :o

Also wo fängt bei euch das eine an und hört das andere auf? Oder sind es da eher fließende Übergänge?

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Moin Doc Erik!

Natürlich ist fundierte Kritik berechtigt und gut; das wollten wir an keinem Punkt in Frage stellen. Das kann auch durchaus Themen schneiden, die wir in der Folge erwähnt haben – aber wie du sagst, ist der Übergang fließend.
Überspitzt gesagt: "Dass NSC XY im neuen Buch dieses und jenes tut erscheint mir unsinnig, weil doch im vorigen Band klar gesagt wurde, dass das Gegenteil gilt" ist eine fundierte Kritik. "Dass NSC XY im neuen Buch dieses und jenes tut finde ich völlig falsch, ich habe alle bisherigen Bücher gelesen und meiner Meinung nach würde er das nie tun!!!" ist es nicht.
Weißt du, was ich meine?
Einerseits ist es der sachliche Bezug, andererseits der Ton … „[Person] hat [Franchise] zerstört!“ hat noch niemandem geholfen ;)

Michael tangiert das in der Folge auch als wir über den Magic-Erfinder-Vortrag sprechen hinsichtlich des „auf Fans hören um Probleme zu identifizieren, nicht zwingend auf Fans hören um Lösungen für die Probleme zu finden“.

Oder um ein sehr konkretes Bespiel zu bringen:
Wenn wir signifikante Korrekturen reinbekommen hier beim DORPCast, versuche ich die nach Möglichkeit immer in der nächsten Folge nachzutragen. Und wir machen ja immer die Jahresumfrage, ebenfalls um genau so etwas abzufragen.
Aber es findet halt zugleich immer eine Abwägung unsererseits statt, was wir mit dem Podcast eigentlich wollen. Es gab in den letzten Jahren immer schon mal anfragen, ob wir nicht auch dieses oder jenes machen wollen (mehr Indie-Spiele covern, mehr Interviews, etc.), wo ich dann manchmal einfach sagen muss: Nein, das wäre dann nicht der Podcast, den wir machen wollen.
Oder etwa die Medienschau, die ja beharrlich seit Beginn des DORPCasts die Gemüter spaltet. Wir achten auch da auf das Feedback und haben ja darum z.B. schon vor einer Weile angefangen, die Anzahl der Medien zu reduzieren, wenn wir viele Themen vor dem Thema haben; aber wir haben zugleich ganz bewusst noch nie bei einer Umfrage gefragt, ob wir sie beibehalten wollen – einfach weil der Podcast, den wir machen wollen, aus verschiedenen Gründen einer ist, der eine Medienschau beinhaltet.

Viele Grüße und einen schönen Sonntagabend,
Thomas

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