DORPCast 115b: Das gibt dann immer Spaß – Warum wir Rollenspiele spielen

Hallo zusammen!

Letztes Wochenende fand in Paustenbach wieder die von uns mitproduzierte Dracon statt – und wie schon letztes Jahr haben wir die Chance genutzt, direkt noch einen Sonder-DORPCast aufzuzeichnen. Und somit machen Michael und Thomas, diesmal unterstützt von Markus, Matthias (Scimi) und Tom gleich ein großes, großes Fass auf und fragen sich: Warum machen wir dieses Hobby eigentlich?



Eine Medienschau oder Themen vor dem Thema gibt es nicht, dafür eine etwas erhöhte Unfug-Quote. Auf die Shownotes mit Links und Timecodes müsst ihr aber selbstredend nicht verzichten!

Viele Grüße,
eure DORP
Episode 115: Das gibt dann immer Spaß – Warum wir Rollenspiele spielen

0:00:00  Unfug
0:00:39  Intro
0:02:00  Zum Thema
0:04:43  Warum nicht einfach Brettspiele?
0:05:53  Rote Fäden
0:08:32  Macht es einen Unterschied, ob man SL oder Spieler ist?
0:10:07  Überrascht werden
0:10:46  Auf den Anlass kommt es an
0:12:14  Aus Erfahrungen lernen
0:13:38  Was macht eine Runde cool
0:15:50  Geht es allein um Spaß?
0:17:50  Kommuniziert man den Stil vorher?
0:21:37  Das richtige Spiel zur richtigen Runde
0:23:43  Müsste das Thema mit mehr System ins Rampenlicht?
0:33:24  A final word?
0:34:39  Wer waren die Leute?
0:35:50  Sowas wie'n Sermon
0:36:24  Adieu

Wo man uns findet
Der Tom bei Twitter
Markus bei deviantArt
Das Tanelorn, in dem Matthias sich rumtreibt

Kommentare (11)

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Hallo!

Ich komme sehr aus der gesellschaftlichen Richtung meines Studiums und würde gern etwas, was mir aufgefallen ist beschreiben. Ihr und auch ich sage oft: Ich mag starkes Charakterspiel, bin erfolgsorientiert oder sehr realitätsbezogener Hartwurst-Spieler usw...

Ich habe da einen etwas offeneren Standpunkt. D.h. nicht, dass ich sage, ich weiß es besser als ihr. Eher im Gegenteil: Wir alle können mehr heraushören. Menschen sind mehr als sie sich oft selbst zuschreiben. Ganz besonders bei Thomas und Scorpio durch alle Folgen des Podcast merke ich etwas Interessantes: Euch und eure Selbstbezeichung mögen 100% korrekt sein. Und sie überlagern in der Selbstwahrnehmung den Rest.
Ich denke nicht dass es Spielstile gibt, die sich ausschließen oder nur auf einen bestimmen lassen. Daran glaube ich nicht. Daran glaube ich nicht direkt. Diese Art,eas einen interessiert spielt ja nur wenig gegeneinander(nämlich nur in der Zeit- und Energiekomponente).
Sondern ein anderer Blickwinkel, eher wie bei den Big Five der Persönlichkeit oder Sexualitätserhebungen: Jeder hat im bevorugten Spiel eine Skala wie Narrativist, Gamist, usw. usw. von -10 bis +10. Und das Wichtigste davon nimmt man selbst lediglich wahr: Michael hat klar einen bevorzugten gamistischen Spielstil. Dennoch merke ich sowohl im ganzen Dorpcast als auch im z.B: DSA-1-Let's Play, sogar in der Medienschau seine simulationistischen oder narrativen Interessen. Die DSA1-Let´s Plays sind bestimmt für ihn auch so schrecklich, weil nicht nur die Regeln so doof sind, sondern weil auch Settng, Schwerpunkte und Storyline(und Verankerung) unvergleichlich qualitativ schlecht sind.
Bei Thomas auch, schließlich kennst du nicht trotz, sondern wegen deinen Vorlieben viele Regeln, weißt, wie sie funktionieren und wie man gute Regeln strukturiert, wo man gutes Mikromanagement betreibt und wo auch du etwas davon gern haben möchtest(Eine Wüstendurchquerung ohne Wasserprobleme ist schließlich auch regelarm). Würde dein Stil wirklich "gegen andere Stile arbeiten", wäre jedes 2. Regelbuch eine Qual.

Okay, warum hab ich jetzt das ganze geschrieben?
Der Grund, warum wir spielen ist, wie und wo die eigenen Bedürfnisse, und damit die eigenen Slots wie und wo man hoch skillt, abgehohlt werden. Und selbst wenn man die eigenen (Haupt)Stile nicht erfüllt werden, kann man einen unglaublich schönen Abend haben, wenn SL und Gruppe positiv annehmend kommunizieren: Wir nehmen wahr, was du wünschst. Wir bieten dir etwas an. Lass uns einen Weg hier zusammen gehen.In irgendeiner Art und Weise. So lange da eine gewisse Kommunikation und Feedbackschleife entsteht, hta man einen schönen Abend. Der Hauptstil sagt nur aus, wo die größte Erfolgswahrscheinlichkeit liegt. ;)






Euer Horrorszenario auf der Spiel wird oder wurde ja mehrfach erwähnt. Nur aus Neugier an der Katastophe: Was habt ihr den gespielt und warum war es dermaßen schrecklich?

Einmal habt ihr irgendwo gesagt, dass es die Kaiserwürde sei, mit dem NSC das eigene AB auf einer Con gelöst hat. Darf ich noch einen draufsetzen? :)
Ich hätte noch die Halbgott-Hercules-Variante anzubieten: Der Dungeon wird gelöst von EINER Gruppe in der SL mitspielt. Und man kommt dann danach mit der EIGENEN Heldengruppe in das gelöste Dungeon und der SL präsentiert in jedem Raum offgame, wie das war und wie sein Char die Sache gelöst hat. Dieser SC des Leiters ist natürlich nicht dabei und auch Herausforderungen sind keine mehr vorhanden, weil SL ist ja nicht regelfest.

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Der Spamfilter hat meinen Beitrag gefressen? Vielleicht weil ich böse Worte wie "Rollenspieltheorie" benutzt habe?

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Warum ist schwer zu sagen, aber ja, der Kommentar hing im Spamfilter.
Sollte jetzt aber wieder da sein.

Viele Grüße
Tom

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Hach ja, die Rätsel des Internets.
Danke dir Tom.

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Eine witzige Con-Folge. Schön, dass das Thema durch eine Vielfalt von Meinungen beleuchtet werden konnte. Schade, dass es niemanden gab, der sich klarer zu Michaels Position hin orientierte. Das hätte sicher noch für weitere interessante Kontroversen gesorgt.

Die These jede Theorie sei abzulehnen, weil sie die Wirklichkeit nicht abbilde und weil viele Spieler damit schlichtweg intellektuell überfordert sind halte ich allerdings für deutlich überzogen. Mir haben verschiedene Modelle definitiv geholfen mich in meiner neuen Spielrunde zu orientieren. Man sollte nur nicht glauben, die Erkenntnis warum etwas nicht funktioniert würde das Problem schon lösen.

Ich glaube tatsächlich, die zentrale Erkenntnis auch aus eurem Gespräch dürfte wieder einmal sein, jeder am Spieltisch ist anders. Im Gegensatz zu einem Brettspiel mit engem Regelkorsett können die Spieler im RPG damit eine Menge Unfug anstellen. Und wenn es nicht gelingt, eine Schnittmenge und einen gemeinsamen Weg zu finden, an dem alle Spaß haben, dann ist die Runde am Ende. Ich spreche aus Erfahrung. Auch für diese Dinge gibt es ja bekanntlich eine schöne Theorie.

Und einen Punkt möchte ich an dieser Stelle auch anbringen. Ich möchte keine Spielsitzung mehr im Mingerschen Stil erleben. Aber Michaels Ansichten und Ideen sind oftmals geradezu elektriselektrisierend. Jüngstes Beispiel Zitat: Endlich ein Kampf, endlich kann ich Entscheidungen treffen.
Wtf? Ich habe jahrelang Pathfinder gespielt. Oftmals bestanden ganze Spielabende nur aus Kampf und ein bisschen unbedeutendem Fluff. Ich habe in all diesen Kämpfen niemals eine Entscheidung getroffen. Kämpfe laufen bei regellastigen Spielen und speziell den D&D Klonen immer gleich ab. Man führt so lange die mächtigste Angriffscombo gegen die größte Bedrohung auf der Battlemat aus bis die Gegenseite besiegt ist. Das ist das absolute Gegenteil von Entscheidungen. Es ist erdrückende Langeweile. Ich war irgendwann nur noch gefrustet, weil es überhaupt keine Entscheidungen mehr zu treffen gab.
Die wichtigste Entscheidung in solch einer Situation sollte eigentlich sein, sollten wir überhaupt kämpfen? Leider ist diese Frage in solchen Spielen gar nicht vorgesehen. Zitat Mingers: Diese Spiel dreht sich zu achtzig Prozent darum jemandem die Axt ins Gesicht zu drücken.
Kämpfe sind kein Ort von Entscheidungen. Ein Kampf ist die Konsequenz daraus, dass alle andren Entscheidungsmöglichkeiten versagt haben.

Wie könnte es sein, dass es außerhalb von Kämpfen keine Entscheidungen geben würde? Wir treffen in unserem Leben ständig Entscheidungen. Zumindest ich habe in meinem Leben dafür aber noch keinen bewaffneten Kampf auf Leben und Tod führen müssen?

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Oh, mein Gott. Sie sind unbewaffelt.

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Hallo zusammen,
intressante Folge, vor allem für mich da ich mir manchmal auch schon die Frage gestellt habe. Ich hatte auch schon überlegt ob ich nicht nur noch Tabeltop spiele, was aus anderen Gründen aber auch nicht so klappt. Manchmal frage ich mich ob der geneigte Rollenspieler nicht an sich einfach alles ein bisschen zu ernst nimmt. Ist es nicht müßig darüber zu Diskutieren was "Spaß" ist? Es ist eine empfindung die jeder anders sieht. Vorher eine Theoretische Abhandlung Aufschreiben wie die Runde zu spielen ist? Wobei wir dann ja wie Michael schon sagte vor dem Problem der Selbstreflexion stehen...meines Erachtens ist das leicht übertrieben. Lustigerweiße hatte ich mich im rahmen der Dracon auch mit einem unserer Freunde darüber unterhalten und mit ihm Erfahrungen ausgetauscht. Ich bin immer wieder entsetzt wie wenig Empathie anscheinend bei manchen vorhanden ist. Klar man kann es auch übertreiben, wie ich die schon hektische Flecken ins Gesicht bekommt wenn einer der Spieler auf sein Handy schaut.( Wogegen ich grundsätzlich nichts habe.) Aber ich denk dann, oh nein es langweilt sich in meiner Runde jemand. (Okay okay zwei Runden geleitet ist jetzt auch nicht die Referenz ich geb es ja zu ;-) ). Aber ist es nicht an mir selbst zu Entscheiden wie ich was Spiele und was ich Spiele? Wenn ich mich für Cthulhu anmelde ist es doch eigentlich klar das es nicht sonderlich Klamaukig wird wahrscheinlich, im gegenzug erwarte ich nicht sonderlich viel ernsthaftigkeit bei dem Land OG. Ja das sind jetzt zwei sehr extreme Beispiele und natürlich kann ich bei "neutralen" Systemen das vorher nicht Abschätzen wie die Runde dann gespielt wird. Aber hey im Zweifel ist es eine Erfahrung die ich gemacht habe, und die sind ja Grundsätzlich nicht schlecht. Ich dachte mal das ich es schaffe das ich aufstehe und gehe wenn mir eine Runde nicht zusagt, aber ich glaube ich würde es doch nicht übers Herz bringen. Also dann eben schauen das man den anderen die Runde nicht verdirbt und Augen zu und durch.
Ich würd gerne öfter mehr von allen hören, ich fande es Spannend.

Liebe Grüße
Sabrina

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Eine Con ist halt eine Gelegenheit zum Ausprobieren und Lernen. Da geht es für mich auch darum, über den Tellerrand zu schauen und ich habe noch keine Runde erlebt, die derartig grässlich war, dass man sie nicht ein paar Stunden aushalten kann.

Aber wenn es darum geht, mir regelmäßig einen Termin freizuhalten, dann muss das Rollenspiel schon mit den Alternativen konkurrieren können. Und da ist die Bandbreite von Tischrollenspiel was Gruppen, Settings, Systeme, Spielziele und Umsetzung angeht so gewaltig, dass einfach nicht jedes Spielerlebnis gleichwertig ist. Und ich kann mir auch vorstellen, dass irgendwo zweimal wöchentlich die auf Jahre ausgelegte "Land Og"-Großkampagne gespielt wird, deren Teilnehmer ihren Spaß sehr ernst nehmen und dass viele Gruppen "Cthulhu" als lustige Mythos-Schießbude spielen, wo alle Charaktere mit automatischen Waffen und Dynamitbündeln herumlaufen. Und spätestens, wenn der Spieler links seine Corpsepaint aufträgt und die Fangzahnprotese einsetzt, während der Spieler links die bemalten Zinnfiguren aus der Armeetransportbox holt und der SL gerade das erste Sixpack Bier plattgemacht hat und im Rucksack nach Nachschub angelt, sollte man vielleicht mal drüber reden, was die Leute denn so unter "Rollenspiel" verstehen.

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Ach ja, die alte Frage, ob wir nur für den Spaß spielen. Ich widersetze mich dieser Einschränkung ja sehr. Nicht, dass ich etwas gegen Spaß hätte, aber es muss nicht immer das Ziel sein.
Um ein cineastisches Beispiel zu wählen: Die Star-Wars-Filme sind total toll und machen viel Spaß.
Feuerzangenbowle macht auch viel Spaß und ist ein toller Film.
Schindlers Liste macht keine Spaß. Aber es ist trotzdem ein großartiger Film. Und es muss nicht immer Spaß sein.
Der Spaß ist mir einfach nicht genug. Achtung Eigenwerbung - im Detail besprach ich das in einem Nordcon-Vortrag: https://youtu.be/FJbOOmvUrqw


Was den Sinn der Rollenspieltheorie angeht: Ich finde das ein sinnvolles Anliegen und ich nutze die aktuellen Theorien gelegentlich als Vokabelquelle (um eben eine allgemeine Kommunikation zu ermöglichen).
Toll finde ich den aktuellen Stand aber nicht. Mein Problem ist weniger, dass die Entwickler dieser Modelle oft nicht objektiv sind, auch wenn ihr damit Recht habt. Ich sehe das Problem eher darin, dass hier mit axiomatischen Modellen beschrieben wird, was eigentlich durch empirische Methoden (vor allem der Psychologie und Soziologie) untersucht werden müsste. Und dieser Ansatz kann nicht sonderlich gut sein.

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Rollenspiel ist mehr wie Filme drehen als wie Filme schauen. Und ich hoffe, dass Darsteller und Crew beim Drehen von "Schindlers Liste" Spaß hatten. Vielleicht nicht, dass das Ganze albern oder lustig war, aber dass die Arbeit am Set entspannt war, dass die Leute untereinander gut ausgekommen sind und sich alle auch bei schwierigen Szenen gedacht haben: "Wow, das wird ein toller Film und es gibt absolut nichts, was ich lieber täte, als jetzt hier zu sein und daran mitzuwirken."

Zur Rollenspieltheorie: Es existieren halt keine sinnvollen Daten. Es gibt keine großen Untersuchungen der rollenspielenden Bevölkerung verschiedener Länder. Und das, was an Rollenspielszene in Communities und auf Cons sichtbar ist, scheint ja nicht unbedingt deckungsgleich mit der großen unbekannten Käufer- und Nutzerschaft der tatsächlich verkauften Produkte zu sein. Da kommt man da irgendwo an den Punkt, wo schlaue Leute diskutieren und überlegen und dann echt innovative, tolle Spiele bauen, mit frischen Settings und Mechaniken, die regeltechnische Probleme lösen, aber die breite Masse trotzdem lieber DSA kauft und spielt. Und dann für dumm oder oberflächlich gehalten wird, weil halt noch kein neutraler Forscher herausgefunden hat, dass womöglich bunte Illus und bekannte Marken beim Rollenspiel 80% des Spielerlebnisses ausmachen…

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Eine Waffel-Essende Dorpcast-Folge... das wäre mehr Dadaismus, als ich euch unter normalen Umständen zutrauen würde...

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