DORPcast 98: Die Komplexität von Spieltests

Hallo zusammen!

Bevor ein Spiel erscheint, sollte es getestet werden. Aber was genau bedeutet das? Wie kann man testen, worauf sollte man achten – und was ist eigentlich realistisch in unserer kleinen Branche? Michael und Thomas nehmen sich ihre Erfahrungen aus DORP und Beruf unter den Arm und widmen dem Thema eine verdiente Folge.



Davor gibt es noch ein beachtliches Bündel Themen vor dem Thema und eine darum reduzierte Medienschau, wie gewohnt. Die nicht zuletzt durch eben jene vielen Themen vor dem Thema zahlreichen Links und weitere Infos gibt es ebenfalls wieder unten in den Shownotes, ebenso wie unsere Timecodes.

Viele Grüße,
eure DORP



Episode 98: Die Komplexität von Spieltests

0:00:01  Vorwort: „Wir sind Trottel“
0:01:30  Intro
0:02:01  Die Feedback-Schleife
0:03:17  Zur RPC 2017
0:06:03  DORP-Download: Will the real martian please stand up
0:06:54  Schrecken aus der Tiefe
0:07:26  Sanftes Redesign bei der DORP
0:07:45  Der GRT Danach 2017
0:13:12  Einige Gedanken zu Heroquest
0:15:42  Der Spezialgelagerte Sonderpodcast
0:16:26  Zweihänder
0:18:38  Fhtagn – ein neues Cthulhu-Rollenspiel

0:20:30 Die Medienschau

0:29:59  Zum Theam!
0:31:48  Die Regeln stoisch testen
0:34:34  Vom Umgang mit Feedback
0:36:19  Die DSA-5-Beta
0:37:50  Zwei Einschränkungen
0:39:05  Testen ist Arbeit.
0:42:16  Tests durch Außenstehende?
0:44:11  Eigene Erfahrungen
0:46:14  Eine andere Test-Ebene: Spielstrukturen
0:52:19  Testen mit den Wizards
0:54:18  Je komplexer das Spiel, desto schwerer; außerdem: der „power creep“
0:57:09  Tester finden
0:59:45  Exkurs: Spiele veröffentlichen
1:01:05  Den Bogen zurück zu den Testern
1:02:42  „Das ist doch auch 'ne Chance für dich!“
1:03:24  Dinge fertig kriegen
1:06:12  Konkrete Absprachen
1:06:58  Was würden wir raten?
1:09:02  Fazit

1:09:29  Sermon 2.0
1:09:53  Adieu!

Aus der Medienschau

Gaiman, Neil: American Gods
Star Wars: Handbuch der Imperialen Streitkräfte

Themen vor dem Thema

Kickstarter: Mutant: Year Zero auf Deutsch
Die RPC 2017
Das Video zu den 1W6-Freunde-Bögen
Savage Worlds: Will the real martian please stand up (DORP-Download)
Der GRT danach
Der Spezialgelagerte Sonderpodcast #2.5: Silberspinne – Das Sonderfeedback
Zweihänder bei DTRPG
Fhtagn bei der Deutschen Lovecraftgesellschaft

Vorauseilende Klarstellung 1: Das Beispiel mit dem Savage-Worlds-Ninja
Weil mir das beim Schnitt gerade krumm vorkam, und nicht wie das, was ich sagen wollte: Ein Regelwerk auch mal gegen den Strich zu nutzen ist völlig legitim und unter Umständen sogar essenzieller Teil eines Spieltests. Was das Beispiel bringen sollte: Den Lösungsansatz eines Spiels für ein Problem ignorieren und danach beklagen, dass das Problem existiert, das hilft schlussendlich nicht weiter.
Absurde Stresstests dagegen sind willkommen.
— Thomas

Vorauseilende Klarstellung 2: Lenkende Fragen
Und noch was, was man klarer sagen sollte: Die Aussage, dass man keine lenkenden Fragen stellen wollte, gilt natürlich auch nur so halb. Wenn ich Mechanismus X testen will, dann muss auch nach Mechanismus X gefragt werden. Wenn ich aber nur den Verdacht habe, Mechanismus X könnte ein Problem sein, dann ist es unter Umständen auch interessant, im Vorfeld nicht darauf hinzuweisen, um zu gucken, ob die Testgruppe schließlich auch selbstständig auf das Problempotenzial stößt.
— Thomas

Vorauseilende Klarstelung 3: Die Lizenz von Fhtagn
Ich hab aber diesmal auch einen Lauf gehabt … also … Fhtagn bezieht sich lizenztechnsich auf Delta Green und dessen OGL, das seinerseits wiederum auf das Legends RPG von Mongoose Publishing verweist. Legends läuft auf einem modifizierten Rune-Quest-Regelwerk und damit ebenfalls Teil der erweiterten BRP-Familie.
Das von mir erwähnte Open d100, präziser heute „OpenQuest“, ist quasi also Cousin dessen zu sehen, ist auch BRP, auch OGL, aber steht eben nicht in direkter Ahnfolge.
Es ändert aber natürlich am Kern unseres Fokus nichts: Fhtagn verwendet ein stark dem bisherigen CoC verwandtes Regelwerkwerk.
Aber soll ja seine Richtigkeit haben.

Und allgemein zum Nachlesen:

Die in der Folge erwähnte Ankedote zum Cleric-Ausruf beim WotC-Spieltest im Rules Compendium findet sich im Anekdoten-Kasten zu den „Attacks of Opportunity“.
Der Ausruf ist genau zitiert: „Could a 7th-level cleric please report to Focus Group Room 2 immediately?“
Wer es im Detail nachlesen mag: Rules Compendium, Seite 19.

Kommentare (16)

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Moin!

Unterhaltsamer Podcast, habe mich gut unterhalten gefühlt und etliche Punkte kamen und kommen mir mehr als bekannt vor. Ich persönlich mag Tests und Feedback, muss mich da allerdings oftmals zügeln – sonst werden die Sachen nie fertig. Bisher habe ich mit Tests und Testern weitgehend Glück gehabt. Könnte daran liegen, dass ich mir beides passend zurechtbiege. Ich brauche halt die Kritik, sonst liege ich schlaflos im Bett und grübel darüber nach, warum es keine Kritik gab. ^^

Die Wizards und Modiphius kann man beim Testen nicht miteinander vergleichen. Selbst Wizards und Paizo wird schon schwer. Bei Modiphius sind mir ein paar Sachen sauer aufgestoßen, vor allem je mehr Projekte die Leute dort angefangen und abgearbeitet haben. Während ich bei Conan nur den Kopf schütteln kann, bin ich bei Star Trek Adventures ziemlich angesäuert. Im Nachhinein bedaure ich es, da Zeit hineingesteckt zu haben. ;(

Ich freue mich immer wieder, euren Podcast zu hören – wenn ich daran denke. Dahingehend für eure Arbeit und Produktivität ein großes Lob. Außerdem der Hinweis: Ich bekomme meine Sachen fertig.

Auf jeden Fall die besten Grüße
Günther aka Taysal

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Ganz kurz: Ein Kommentar kommentieren zum Anfang eines neuen Podcasts fänd ich gut. So wie früher Leserbriefe abgedruckt und kommentiert wurden.

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Guter Einschub - ich hatte Mutant Year Zero sehr früh unterstützt und freue mich über jedes weitere Stretchgoal: Also schmeißt Geld drauf, das lohnt sich! Ich hoffe sehr, dass es am Ende dann Mutant: Jahr Null heißen wird.

Zur Frage: Ja, ich finde es gut, wenn ihr im Podcast noch auf Kommentare eingeht. Am ehesten in einem Review zum letzten Thema, wo durch die Kommentare neue Blickwinkel, Erkenntnisse, Gegendarstellungen entstanden sind oder solche die einfach nur als witzige Anekdoten taugen.

Zum eigentlichen Thema:
Völlig richtig ist, dass Spieletesten Arbeit ist. Aber auch die Vor- und Nachbereitung eines Tests ist Arbeit. Wenn ich ungefiltert Feedback einfordere, so wie bei DSA5 beta anscheinend passiert ist, dann wird die Auswertung sehr schwierig. Auf keinen Fall sollte man eine Beteiligung der Community als reines Marketingmaßnahme betreiben, ohne den Input zu berücksichtigen.

Je größer die Testgruppe, desto zielgerichteter sollte das Feedback sein. Bei einer großen Community würde ich ausschließlich geschlossene Fragen stellen, damit die Auswertung einfach ist. Damit ergibt sich das Problem, dass schon die Fragen leiten können. Entsprechend muss die Vorbereitung größer sein. Hier kann das freie Feedback einzelner Testgruppen sicher zu den richtigen Fragen führen.
Dann ist natürlich die Zielgruppen entscheidend. Bei Abenteuern und Kampagnen würde ich ausschließlich Spielleiter befragen. Wieviel musste ergänzt bzw. angepasst werden, damit dies in der Gruppe funktioniert?

Ich denke gerade die größeren Verlage sollten Tests zum festen Bestandteil von Veröffentlichungen machen. Je größer die Routine hier wird, desto überschaubarer auch der Aufwand. Eine Vorab-Veröffentlichung als PDF kann erste Ergebnisse direkt in den Druck mit einfließen lassen. Holt man sich später Feedback ab, kann zumindest die digitale Version aktualisiert werden und in eine zweite Auflage einfließen. Wichtig ist, wie Michael sagte, dass man fertig wird, d.h. feste Zeiträume für den Test setzt.
(Pareto Prinzip: 80% Fortschritt bei 20% Zeitaufwand. Die letzten 20% erfordern 80% Aufwand. )

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Hallo ihr beiden,
Mal wieder 'ne klasse Folge.
Aber eine Frage hätte ich noch: Ich bin meines Zeichen ebenfalls großer großer großer Fan des, wie Thomas es so schön sagte, "völlig dysfunktionalen Warhammer 2 Regelwerks". Mein Frage ist nun, ob "Zweihänder auch auf deutsch erscheinen wird, ich würde mich über eine Bestätigung meiner Frage, aber auch über eine Antwort im Allgemeinen sehr freuen.
Dann noch eine kleine Nebenfrage, ich habe viele Stunden, bzw. zusammengerechnet viele Tage oder sogar Wochen an ein paar wenigen Dateien gearbeitet. Dabei handelt es sich um nach WH2-Regeln erstellten Listen:
1. Eine anständige, deutsche Itemliste mit vielen von mir ergänzten Gegenständen, einem gesamten Gegenstandsvolumen von mitlerweile 672 verschiedenen sinnvollen, nützlichen Gegenständen.
2. Eine Artikelbeschreibungsliste, wo ausschließlich Gegenstände mit Effekten einen Eintrag haben. So findet der Tisch beispielsweise keine Erwähnung, die Brechstange oder der Heiltrank hingegen wohl. Die größte Errungenschaft dieser Datei besteht allerdings darin, dass sie sowohl eine hausgemachte Übersetzung der Gifte und Tränke aus dem "Old World Amoury", als auch in minutiöser Kleinarbeit erdachte Trank- und Giftrezepte enthält, samt entsprechenden Heilkräutern und -pflanzen.
3. Eine erst kürzlich fertiggestellte Waffenliste, mit einer elaborierteren Liste von alten und neuen Waffen, sowie entsprechenden Spezialeffekten, mit einem gesamtheitlich feingetunten Balancing.
Meine Frage wäre jetzt nur, ob ihr Interesse habt, dass ich euch was davon zuschicke. Es wäre eine große Ehre für mich, wenn ihr als Warhammer 2 Fans euch meine Bastelleien mal anschauen würdet.
Mit liebem Gruß Onno

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Hallo Onno,

ob Zweihänder auf Deutsch kommen mag, kann ich dir nicht sagen. Ich weiß derzeit von keiner Bestrebung in die Richtung, aber das kann sich natürlich jederzeit ändern. Muss sich halt nur einer die Lizenz schnappen

Dein WFRP-Material kannst du mir natürlich gerne mal schicken, allerdings der Klarheit halber:
- Eine Antwort kann unter Umständen lange dauern
- Wir bringen auf der DORP im Grunde keine Downloads von außerhalb. Solltest du also darauf schielen, ggf. einen Download zu platzieren, sind wir *vermutlich* die falsche Adresse.
- Was aber nicht heißt, dass ich nicht generell gerne mal einen Blick darauf werfe
- Solltest du es andernorts auch veröffentlichen wollen und wir es generell cool finden, ist mögliches Trommeln dafür natürlich immer möglich

Meine DORP-Mailadresse ist thomas.michalski@die-dorp.de – go for it


Viele Grüße,
Thomas

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Alles klar danke für die Antwort. Tatsächlich schlielte ich nicht auf einen Download und zwar vor allem nicht, weil ich nicht wüsste was mir das persöhnlich brächte, aber ich stelle meine Arbeit gerne anderen Rollenspielern zur Verfügung, die so wie ich Fans der Warhammer Fantasy Welt sind.
Ich schicke dir die E-Mail mit dem Betreff "Onnos Items und Waffen" zu und wünsche viel Spaß beim blättern.
LG, Onno

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Hey Onno, das Alte Welt-Forum ist Dir bekannt? Die würden sich bestimmt sehr über Warhammer-Downloads freuen. Oder der Ohrhammer-Warhammer-Podcast?
-> http://altewelt.net/
-> http://ohrhammer.online

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Hi zusammen, gute Folge wie immer mit vielen Einblicken, aber einige Dinge die ich nicht verstehe.

Sicher wurde gegen ende der Folge noch mal aufgedröselt wie/was/warum und wie man es besser machen könnte. Ihr habt es ja zum Teil selbst schon gesagt,ich finde man muss auch als Spielentwickler ein Gewisses Konzept haben was getest werden soll. Ich hab keine Ahnung von DSA und will es auch nicht haben, aber hätte es nicht von vornherein klar sein müssen das gerade bei diesem Feedback nichts besonders viel heraus kommt? Stell ein Konzept auf frage 20 verschiedene Leute und du bekommst 20 verschiedene Meinungen. Ich finde wenn etwas von der "breiten Masse" getestet werden soll, dann muss das Grundgerüst schon stehen, und das Hauptaugenmerk muss darauf liegen Regeln klappt oder klappt nicht, findet man die Sachen im Buch ist alles soweit Schlüssig das man es Nachvollziehen kann. Auch als Entwickler kann man nicht her gehen den Leuten die sich nur als Hobby damit beschäftigen die Brocken vor die Füße schmeißen und sagen "da Teste" und dann erwarten das was Sinnvolles dabei heraus kommt.Dann kommt es natürlich auch ganz stark darauf an welche Zielgruppe will ich erreichen ? Als Beispiel, mir als Powergamer und Tabeltop Fan sind die Regeln von F.E. quasi in den Schoß gefallen, ich find sie Einfach,Schlüssig und Leicht verständlich,die anderen aus meiner Gruppe haben das ganz anders gesehen, also finde ich es wirklich ratsam wenn man als Entwickler den Leuten ganz klar sagt, hört zu Heute geht es nicht um Spaß sondern ich möchte Wissen wie XY in den Runden Funktioniert. Deswegen finde ich auch (okay ich habe keine Ahnung wie es in echt läuft) eine Con. nicht den richtigen Rahmen für einen Test, da das Dilemma wie schon gesagt wurde ja ist - ich möchte ja auch das die Leute Spaß haben. Aber wie hat es Michael so schön gesagt - das ist Arbeit, und da steht meiner Meinung nach der Funfactor nicht im Vordergrund. Vielleicht sollte man sich wirklich was von den Pc Spielen Abschauen, und sich einen Kreis von Betatest Leuten suchen... aber wenn ich dann so an die Verkaufszahlen von so manchen Cashcows im PC Bereich denke, ist das vielleicht dann auch schon wieder viel zu Aufwendig....

Naja in diesem Sinne...

Liebe Grüße
Sabrina

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Hallo Sabrina!

Danke für den Kommentar
Im Kern hast du denke ich mit allem Recht; und dieser kleinere Kreis möglicher Tester, den gibt es teilweise ja durchaus. Ist wirklich wie bei Videospielen – da gibt es ja auch open und closed betas.
Zur DSA-Beta kann ich halt nur wenig sagen, da war ich noch Freelancer und habe an Firmen-Interna eh keine Nase gekriegt.

Falls Michael nicht die Kurve kriegt, hier zu antworten, dann kommen wir vielleicht in der nächsten Folge im Zuge der Feedback-Schleifen-Idee kurz noch mal drauf; eine Follow-Up-Episode zu dieser hier ist auch ohnehin schon nahezu sicher. Und last but not least: Im Zweifel Michael auf der RPC ansprechen und nachhaken


Viele Grüße,
Thomas

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Hi nur kurz damit es nicht flasch verstanden wird, es war nur ein Gedankengang von mir ;-) mich Interessieren keine Internas und es muss sich auf keinen Fall jemand rechtfertigen. :-)

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Sorry, Michael, aber deine Berichterstattung vom GRTD in Limburg hier finde ich unter aller Kanone und in vielen Äusserungen auch schlichtweg falsch:

1.) Es stimmt nicht, dass die Besucher weitestgehend von den Kellerkindern selbst kamen. Über den Tag waren insgesamt 58 Leute anwesend und die Kellerkinder haben grad mal 10-20 aktive Mitglieder (ich bin übrigens keins davon). Letztes Jahr waren es 71, also eigentlich nicht so viel mehr aber da war auch kein Freienfels als Konkurrenzveranstaltung. Das Rundenagebot war halt mit 30 Runden noch größer diesmal. Insgesamt also ein voller Erfolg. Aber davon natürlich kein Wort in deinem Bashing.

2.) Warst du bei dem Vorfall mit Markus Plötz überhaupt dabei? Ich meine mich zu erinnern, dass du irgendwo in Limburg am Rumrennen warst und Pokemon gejagt hast zu der Zeit. Ich war dabei und fand dass sich besagter Organisator noch sehr freundlich verhalten hat, dafür dass er schlichtweg ignoriert wurde. Schließlich hätte Gottkaiser Verlagsleiter auch einfach mal fragen können, ob der Tisch mit der schön aufgeklebten Tischnummer frei ist, bevor er da einfach sein Zeug aufbaut. Wär umgekehrt mal interessant zu sehen, wie entspannt man auf der Ratcon reagiert, wenn die Kellerkinder einfach mal irgendwo auf den verplanten Tischen anfangen Mensch-Ärger-dich-nicht zu spielen.

3) Wie kommt ihr jetzt dazu diesen einzigen Vorfall auf die ganze Con auszubreiten? Aus meiner Sicht hatten mindestens 56 Teilnehmer da einen tollen Tag! Aber davon natürlich kein Wort. Aber egal, auf der Dracon, oder wie das Ding heisst, ist natürlich alles besser...

4) Also in Punkto GRT-Unterstützung wäre ich als Ulisses dieses Jahr aber mal ganz ruhig! Immerhin war das der einzige große Verlag, der nichts ins Paket gelegt hat. Da jetzt für drei gesponserte Mängelexemplare eine bevorzugte Behandlung einzufordern finde ich schon hart.

Cheers

Johannes

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Moin Johannes!

Direkt vorweg: Ich war nicht da, ich kann inhaltlich dazu nichts sagen. Ich habe auch gesehen, dass du bewusst Michael angeschrieben hast und habe ihm auch schon gesagt, dass der Kommentar hier ist; wie und wann er zur Antwort kommt, weiß ich natürlich nicht.

Ich habe nur eine Bitte: Ich kann allen denkbaren Frust nachvollziehen (dafür organisiere ich ja auch genug Kram an verschiedenen Fronten, ich kenne solche Situationen glaube ich von allen Seiten her), aber lass uns das wenn einfach sachlich klären.
Wenn es Missverständnisse gab – und dazu rechne ich durchaus auch aus verschiedenen Richtungen sehr unterschiedlich wahrgenommene Situationen –, dann kann man das ja klären und im Zweifel stellen wir das gerne in der nächsten Folge richtig. Davon haben am Ende vermutlich alle am Meisten. Die Spieltisch-Situation wird vermutlich rückwirkend eh nicht objektiv zu klären sein, aber gerade mit so etwas wie den konkreten Besucherzahlen, damit kann man ja schon arbeiten

Die Ulisses-Seite der Medaille ist hier übrigens ohnehin nicht gut aufgehoben; das kommt auf den offiziellen Wegen auch einfach an den richtigeren Stellen an. Der entsprechende Einwurf Michaels in der Folge wäre vermutlich auch besser im Schnitt geblieben, aber gut, da habe ich auch nicht geschaltet.

Was aber am Ende des Tages keinem hilft, sind passiv-aggressive Zwischentöne (siehe "Gottkaiser Verlagsleiter" und "Dracon, oder wie das Ding heisst"), vor allem, wenn dein Groll letztlich dem Bericht, und nicht den in dem Zuge auch genannten Personen oder anderen Veranstaltungen gilt.

Insofern: Kritik ist gut, wichtig und gerne gesehen; aber sachlich, das macht es für alle einfacher.

Viele Grüße,
Thomas

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Hallo Thomas,

vielen Dank für das Angebot, das klingt sehr fair. Folgende Zitate bitte ich zu korrigieren, denn sie sind faktisch falsch:

"Es waren nur die Hälfte der geplanten Leute da" Das stimmt nicht. Die Kellerkinder liegen mit den 58 Besuchern in 2017 ziemlich genau auf dem Erwartungswert der letzten drei Jahre mit ca. 50, 55, und 71 Besuchern.
"Die Besucher waren weitestgehend von den Kellerkindern selber, also von dem eigenen Rollenspielverein" Auch das stimmt nicht, siehe oben. Es waren wieder viele zufriedene Besucher da von Frankfurt bis Bonn (das sieht man u.A. an dem Fragebogen, den die Kellerkinder zur Verbesserung des Events von den Gästen ausfüllen lassen)
"Die Spielleiter haben sich in Runden von anderen Spielleitern gesetzt, damit überhaupt etwas passiert" Auch ohne dass sich ein paar Spielleiter zu einigen Runden dazugesellt haben wären die meisten Runden zustandegekommen.
"Es kam einer der Verantwortlichen und meinte "Hey ihr seid hier nicht eingetragen, räumt den Tisch!" Wie gesagt, ich habe da eine weitaus freundlichere Wortwahl im Ohr, auch beim zweiten Mal. Aber ich gebe dir recht, das lässt sich jetzt im Nachhinein schlecht klären.
"Er hat die mehr oder weniger rausgeschmissen" Falsch, es haben sich sogar nach dem Vorfall noch einzelne Kellerkinder bemüht, Marcus zum Bleiben zu bewegen.
"...,obwohl 50% der Tische in dem Raum frei waren" zum Zitpunkt des Vorfalls vielleicht, da war aber auch grad Pause und viele waren an der Theke oder draußen in der schönen Altstadt.
"Der Verantwortliche pisst da Gäste an" Diese Verallgemeinerung finde ich nicht fair. Die meiste Zeit hat er sich bemüht allen einen tollen Tag zu bescheren.
"Tja, wer Gäste will, muss freundlich sein" Das mag als Statement zwar korrekt sein, aber ihr erzeugt hier das Bild eines unfreundlichen, eigenbrötlerischen Vereins, dem es egal ist ob die Besucher Spass haben und der deswegen seine Con nicht vollkriegt. Und ihr nutzt dieses Bild dann implizit, um andere Veranstaltungen zu bewerben die da auskunftsgemäß einen höhere Dienstleistungsmoral aufweisen. Auch wenn das so ggf. nicht gemeint war, kommt es halt im Podcast so rüber. Insbesondere da kein einziger positiver Aspekt am GRTD genannt wird.

Das trifft mich als ehemaliges Kellerkind und Mitbegründer des GRTD hart, weil es weit von der Wahrheit entfernt ist. Insbesondere da Michael ja viel Public Relations-Erfahrung hat und genau weiss, was er da tut.

Hoffentlich könnt Ihr daher auch den ein oder anderen passiv-aggressiven Unternton nachvollziehen, für den ich mich hiermit entschuldige. Die Bemerkungen könnt ihr gerne aus meinem ersten Kommentar herausnehmen.

Viele Grüße

Johannes

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Vielen Dank für diese sehr informative Folge.

Kennt ihr das Video zum D&D-Post-Mortem? (https://youtu.be/Tdz_lMt-nLw)
Es ergänzt eure Anmerkungen sehr gut. Ich verstehe das Video durch eure Folge besser und die Folge besser durch das Video. Synergie!

Es wirft für mich aber auch folgende Frage auf: Gab es auch zu DSA5 Rückmeldungen, die erotische Fanfiction enthielten?


Ich erwähnte sie bestimmt schon mehrfach in den Kommentaren, aber ich möchte noch einmal auf die Pam-Krabbé-Rochade hinweisen. Viele Spieler haben nämlich unrealistisch hohe Ansprüche, wie vollkommen ein komplexeres Regelwerk sein sollte.
Dass man Regellücken nie vermeiden kann, sieht man sehr schön an der Pam-Krabbé-Rochade, wo ein paar Powergamer allen Ernstes eine Regellücke im Schachregelwerk fanden. (https://de.wikipedia.org/wiki/Pam-Krabb%C3%A9-Rochade)


Ich fände es toll, wenn ihr auf Kommentare einginget, zu denen ihr noch etwas beizusteuern habt oder die das Thema wirklich sehr bereichern. Das reine "guter Hinweis" kann auch hier in Textform passieren. Es sollte schon einen Mehrwert bringen.

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Moin Lichtbringer!
So, endlich noch mal – Kommentar-Antworts-Mittagspausen-Schnelldurchlauf

D&D-Post-Mortem: Ich kenne es, ja, aber ich habe es relativ früh nach Upload gesehen, was es nun auch schon wieder erschütternde zweieinhalb Jahre in die Vergangenheit legt. Insofern bitte keine Details mehr abfragen
Vielleicht sollte ich es beizeiten einfach noch mal gucken

Die DSA-Rückmelde-Frage kann dir wenn nur Michael beantworten, fürchte ich

Das mit der Rochade ist super-spannend! Ich kann das nur im Ansatz würdigen, mein Schach-Fu ist sehr begrenzt vorhanden … aber rein auf Meta-Ebene ist das schon super-faszinierend.
(Alldieweil feiere ich auch darum derzeit American Gods ein wenig mehr, weil's das Strategiespiel unserer Familie – Dame – endlich mal wieder etwas in die Öffentlichkeit stellt. Auch wenn meine Dame-Fertigkeiten auch eingerostet sein dürften

Und zuletzt: Feedback zur „Feedback-Schleife“ war bisher in der Menge überschaubar, aber ausnahmslos positiv. Ich denke, das wird es dann wohl geben. Neben konstruktiven Ergänzungen würde ich es auch (nur marginal erweitert dazu) auch nutzen, um im Zweifel zumindest noch etwas Spotlight auf gute Kommentare zu lenken, auch wenn wir dann wiederum vielleicht gar nicht mehr viel zu ergänzen haben. Die genannte Rochade ist ein gutes Beispiel, denke ich.
Na ja, ich hab ja dank der RPC noch eine Woche zusätzlich, mir eine Struktur zu überlegen

Viele Grüße,
Thomas

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Ich bin auch wirklich kein Schachfachmann. Was mich an der Rochade fasziniert ist eben der Vergleich zum Rollenspiel. Es gibt sehr viele Rollenspieler, die von komplexeren Regeln erwarten, sie dürften keine Lücken enthalten. Aber die Pam-Krabbé-Rochade verdeutlicht, warum das nicht klappen kann.
Schach hat sehr viel einfachere Regeln als die meisten Rollenspiele (sie passen locker auf zwei A4-Seiten), es wird von sehr viel mehr Leuten seit Jahrhunderten gespielt und teilweise für sehr viel Geld. Wenn das Regelwerk von 1929 bis 1972 trotzdem eine Lücke hatte, ist kein Regelwerk davor gefeit.
(Dafür gibt es auch kombinatorische Gründe, aber dieses Beispiel greift bei Vielen sehr viel besser.)
Es bedeutet natürlich auch, dass es gar nicht möglich ist, sinnvoll Rules-as-Written zu spielen. Früher oder später wird man in Situationen kommen, in denen man über Regellücken entscheiden muss. Und weil im klassischen Rollenspiel der SL oft über kritische Informationen verfügt, die die Spieler nicht haben, kann nur er dieses Urteil fällen.
Hier, so scheint mir, steckt wohl auch das Problem mit diesem Komplex: Es ist schwierig, zu argumentieren, der SL müsse sich immer an die Regeln halten, wenn grober Quatsch dabei herauskommt. (Zumal es Regellücken geben mag, bei denen dies logisch gar nicht möglich ist.)
Aber aus Gründen, die etwas mit Vertrauen am Spieltisch zu tun haben und damit, dass wir alle in unserer Jugend von schlechten, unreifen Mitspielern traumatisiert wurden, wollen viele Rollenspieler das nicht eingestehen.
(Hattet ihr eigentlich mal Vertrauen am Spieltisch als Thema? Ich kann es empfehlen. Ich hielt einen Vortrag dazu auf dem Nordcon letztes Jahr.)

Obwohl der Fehler nachvollziehbar ist, reiht sich für mich die Forderung nach perfekten Regeln in das Triumvirat des Unfugs ein, den deutsche Rollenspieler glauben wollen – direkt neben der Überzeugung, Geschmacksurteile wären nie sachlich zu widerlegen, und der Annahme, Abwesenheit von Regeln könnte Charakterspiel fördern.

Grüße aus Warschau!

Lars

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