DORPCast 92: Verantwortungslose Murder Hobos

Hallo zusammen!
Heute wird es theoretisch: Michael und Thomas reden über die scheinbare Verantwortungslosigkeit der klassischen Heldengruppe – autoritätsfern, örtlich nicht gesetzt, ohne Familie und Bindung – und fragen sich, ob das eigentlich so sein muss. Wie ist das mit Charakteren, die Verantwortung tragen über Menschen, Immobilien oder Organisationen? Ist das ein Gewinn fürs Spiel? Muss man etwas beachten? Die beiden plaudern wie gewohnt darüber.



Dazu gibt es auch diesmal wieder eine satt gefüllte Medienschau, ein bisschen DORP-eigenes Thema vor dem Thema und ungeplante Exkurse zu diversen Themen. Oh, und Links, Timecodes und alles andere, was man so brauchen könnte, gibt es natürlich weiter unten in den Shownotes!

Viele Grüße,
eure DORP

Episode 82: Verantwortungslose Murder Hobos!

0:00:29  Intro
0:00:58  Dracon
0:01:29  Neu bei DORPatreon
0:02:12  Die DORP wird 18
0:04:09  Medienschau

0:30:22  Zum Thema
0:34:04  Die Heldenreise?
0:36:55  Potenziale und Probleme
0:39:14  Rollenspiele mit entsprechendem Ansatz
0:40:15  NSCs kann man auch mitnehmen
0:41:08  Innenpolitische Konsequenz
0:44:49  Über Spielercharaktere
0:45:12  Spezialisierte Systeme
0:46:21  Homecoming: Die Rückkehr ins Auenland
0:46:40  Vampire: die Maskerade und co.
0:49:29  Ein Ziel im Leben
0:53:06  Eigene Erfahrungen aus der Praxis
0:56:31  Es spielt sich anders mit einem festen Ort
0:57:59  Wirtschaftliche Verantwortung?
0:59:21  Reise-Abenteuer sind problematisch
1:01:30  Warum war das nicht früher schon beliebter?
1:02:12  Eigene Präferenzen
1:03:38  Hörer! Gebt uns eure Erfahrungen!

1:04:22  Sermon 2.0
1:04:47  Adieu!

Links in eigener Sache
Die Dracon-Webseite
Fotos vom Neujahrsessen auf Patreon

Aus der Medienschau
Fast & Furious 6 und Furious 7
Frostgrave
Halo 5
Le Fanu, Joseph Sheridan: Carmilla (die erwähnte alte Diogenes-Ausgabe ist übrigens die hier)
Man in the High Castle, Staffel 2
Margos Spuren

Außerdem erwähnt:
Adventurer, Conquerer, King im Bundle of Holding

Kommentare (12)

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Ich habe gerade den aktuelle Podcast gehört. In Mingischer Tradition während ich meine französischen Armbrustschützen und Jade Falken-Mechs bemalt und be-base-t habe. Tolle Folgen mit einem sehr interessanten Thema!

Wenn ich Murder Hobo höre, muss ich sofort an Javier Bardem als Anton Chigurh denken....

Ansonsten muss ich sagen, dass gerade ortsgebundene Kampagnen häufig deutlich interessanter sind. Die für mich immer noch am beeindruckenste Kampagne meiner RPG-Karriere war in AD&D, wo die Gruppe - wie auch im System vorgegeben - eine eigene Baronie hatten, teilweise gegenseitig Angestellte waren. Die Probleme wurden ganz anders, was aber einen gelegentlichen Dungeoncrawl nicht ausschloss.

Zu den genannten "Pillars of Sanity": Da gefällt mir das System von Nights Blacks Agents sehr gut. Jeder Charakter hat sowohl einen Mentor, wie auch teilweise einen Protégé. Dazu gibt es die Sources of Stability: Symbol, Solace und Safty. Also Orte, Personen, Symbole, Glauben oder Ideale, die dem Charakter helfen sich nach einer selbstmörderischen Aktion wieder zu erden. Und ja, die sind auch explizit dafür gedacht, dass die SL damit arbeitet.

Systeme, die explizit ortgebunden sind, wären glaube auch: Mutant - Year Zero und Coriolis.

@Michael: Wenn du Frostgrave magst, dann solltest du dir mal Rogue Stars anschauen. Ist vergleichbar allerdings als SciFi, was ja auch dein Ding zu sein scheint. Ansonsten warte ich noch auf den Fragged Empire Skirmisher, der mal kommen soll.

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Ich habe das Glück eine Kampagne für einen Spielerpool leiten zu dürfen in dessem Zentrum der Orden des Goldenen Schmelztiegels, eine Alchemistenvereinigung in Iron Kingdoms, steht. Wir haben zwei Jahre vor der eigentlichen Gegenwart des GRW angefangen, als der OGS in Llael zerschlagen wurde. Unzählige Runden sind inzwischen ins Land gegangen. Der Orden ist in Ord nicht nur wieder aufgebaut und in ganz West Immoren durch das Handeln und unter Verantwortung der Spieler ins Land gegangen, die Führung des Ordens in Merin (einem kleineren Land) die ursprünglich bei einem NPC lag ist nun bereits auf den zweiten Spieler übertragen worden. Politik, Diplomatie, Handel, Kriegseinsätze, unterstützung von Königlichen Truppen durch Expertenwissen, Undercover Einsätze, persönliche Bedrohungen und Motivationen. Das alles wird quasi nach dem man eine Basis geschaffen hat zum Selbstläufer. Um herauszufinden was das nächste Abenteuer ist reicht ein Blick auf die bisherigen Ereignisse oder auf die Ziele die sich viele Spieler selbst setzen.
Diese Runde empfinde ich als großartig und ich bin sehr Glücklich das ich eine große Gruppe an Spielern gefunden habe die das mitmacht!

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Danke für die Buchempfehlung (Carmilla) Lese gerae viel aus dieser Zeit um mich auf eine Rippers runde vorzubereiten. Da Passt das natürlich wie die Faust aufs Auge.
Hier gibt es übrigens eine Gemeinfreie Epub Version:
Dein Text zum Link
Über die Qualität kann ich natürlich nichts sagen weil ich gerade erst auf das Buch aufmerksam wurde.

Ansonsten, Super Thema, Super Podcast.
Danke

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Hiho,

die Folge ist eine sehr schöne Folge und hat viele Punkte berührt, über die ich aktuell auch herumgrübel. Ich habe schon ortsgebundene Kampagnen geleitet. Das war vor allem Mage: the Awaking in Prag und Hunter: the Vigil in einer fiktiven Stadt namens New Castle.

Gerade im Fantasybereich reizt es mich sehr eine solche Kampagne zu spielen oder zu leiten. Savage Worlds juckt mich da immer mit den Regeln für die Verwaltung von Gütern in dem Hellfrostband. Aktuell spiele ich in einer D&D5-Runde und auch da habe ich ein PDF mit Regeln für Königreiche.

Ich würde es sehr gerne spielen/leiten aber irgendwie scheint es gefühlt nicht so das wahnsinnige Interesse bei den Spieler da draußen zu geben.

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Das D&D zwar viele Sword & Sorcery Tropen übenommen hat, aber die Erzählstruktur eher dem Western ähnelt, ist ja größtenteils anerkannt.

Torchbearer, der Old-Scholl/Burning Wheel Rollenspiel macht das sogar explizit, die Charaktere sind "Abenteuer", entwurzelte Gestalten, die übers Land ziehen und von anständigen Leuten mit Argwohn betrachtet werden.
Im besten Fall hat man eine "Die Glorreichen Sieben" Situation, die Dörfler hoffen, das man ihre Kinder aus der alten Nekropole befreit, fürchten aber gleichzeitig, dass die Abenteurer sie auch massakrieren, nachdem die mit den Monstern fertig sind.

Ein Spiel mit (hoffentlich) starker Hintergrundbindung ist das Dresden Files Rollenspiel. Die Heimatstadt wird gemeinsam entworfen und bekommt Aspekte, Plothooks, NSC usw..

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Wenn mir nichts entgangen ist, seid ihr gar nicht auf den Typus der "Auftragsreise" eingegangen. Was ich damit meine: Das Reisen verfolgt ein festes den Spielercharakteren aufgegebenes Ziel, das eine übergeordnete Verantwortung für das Erfüllen dieses Ziels bedingt. Das beste Beispiel wäre eine Kriegskampagne, eigentlich sogar egal ob das Handeln der Charaktere auf das Kriegsgeschehen stark einwirkt oder nicht. Beides lädt typisches Murder Hobo-Verhalten mit Wertentscheidungen auf: Sabotiere ich die Belagerungswaffe, um eine Stadt zu retten, oder versuche ich mich lieber mit der Kriegskasse des gegnerischen Heeres davonzumachen? Transportiere ich mit meinem Karren Beutestücke davon oder lasse ich einen Teil zurück, um Platz für eine vor der heranziehenden Armee flüchtende Familie zu haben. Also ich würde sagen auch mit wechselnden Orten und Personen kann man mit dem richtigen Kontext einen Sinn für Verantwortung stiften.

Ich habe selbst noch nicht hineingehört, weiß also nicht wie interessant die Folge ist, aber bei Christian Schmidts Zweitpodcast "Young in the 80s" hatten er und sein Bruder Gunnar Lott zum Thema Rollenspiele zu Gast: http://younginthe80s.de/episode-25-rollenspiele/

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Der Link zur Dracon ist nicht ganz richtig und führt ins Nirwana.

Über Carmilla bin ich vor ein oder zwei Jahren auch gestolpert, allerdings im Rahmen der Hörspielfassung.

Kommt es mir so vor, oder habt ihr beim Schnitt (Sprache und Pausen) noch einmal das Tempo angezogen? Gerade bei solch theoretischen Folgen wird das doch langsam etwas anstrengend zu folgen. Ich muss mir zum Vergleich noch mal eine ältere Folge anhören - vielleicht bin ich nun doch alt geworden ;-)

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Hi, Onno hier...
nur ein kurzes Anliegen: Ich will, nein, ich brauche diesen PhilosophieCast... Ich finde diese ganze Lehre super interessant und hätte es gerne studieiert, wenn selbiges Studium auf eine für mich realistische Art nicht auf der Straße leben zu müssen, hätte enden können. Aber einen Cast über solche coolen Philosophie-Spielereien wäre einfach der Awesomeness-Himmel! <3 <3 <3

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Interessantes Thema. In diesem Blogartikel stelle ich dem Murderhobotum das Konzept der Homebase gegenüber, die Heimat für Helden. Ich habe die Erfahriung gemacht, dass Charaktere und Plot interessanter werden, wenn die SCs ein zu Hause haben, mit Familien, Freunden, Stammkneipen und Feinden.

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Hallo nochmal,
mal wieder einer der inhaltlich wirklich hochwertigen Casts, danke dafür.
Was ich noch anmerken wollte, so eine "Uh, das ist jetzt 'n guter Punkt zum Aufhören, machen wir den Deckel daruf und ab."-Geschichte hatte tatsächlich einer aus meiner Gruppe gemacht. Der hat seinen Charakter, der als Dieb gestartet hat, bis zum Meister Dieb gebracht (Warhammer Fantasy sec. Edition) und hatte zum Schluss auch eine Diebesgilde, dieser Charakter war legendär in unserer Gruppe und berühmt berüchtigt im ganzen Reikland. Doch vor einem halben OT-Jahr sagte der SC, dass er keine Lust mehr auf diesen Charakter habe, ohne bestimmten Grund, er mochte ihn einfach nicht mehr spielen. Und dann hat er seinen Charakter einfach zur Ruhe gesetzt, ihm eine Taverne gekauft und den Gildenvorsitz weiter gegeben.
Dann hab' ich noch eine zweite Geschichte und zwar hat eine andere Mitspielerin mit ihrem Charakter ein Landhaus bauen lassen, in dem der jetzt wohnt, wenn gerade kein Abenteuer statt findet und seine Sachen ablegt. Dieser Charakter geht aber auch noch normal zum Viecher töten mit...
LG Onno <3

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