DORPCast 85: Schließen wir einen Gruppenvertrag?

Hallo zusammen!

Michael und Thomas machen gedanklich da weiter, wo sie vorige Folge aufgehört haben, und sprechen über den Gruppenvertrag. Das ist allgemein gesehen ein Modell aus der Philosophie und Politikwissenschaft, konkret aber auch ein Gedankenkonstrukt in der Rollenspieltheorie darüber, wie Spielrunden untereinander ihr Verhalten regeln. Das klingt nach grauer Theorie, ist aber weniger schlimm, als man jetzt meinen kann.



Es gibt aber auch noch ein Thema vor dem Thema, denn anlässlich der endenden bzw. mittlerweile geendeten Finanzierungsphasen von Beyond the Wall: In die Ferne und Magun geht es, einmal mehr, um Crowdfunding in der deutschen Rollenspielszene. Dazu gibt es die gewohnte Medienschau, ein neuen Mikro für den Scorp, eine neue Grippe für Thomas, eine kleine Richtigstellung und das übliche, weiterführende Gelinke unten in den Shownotes.
Viel Spaß damit!

Viele Grüße,
eure DORP



Episode 85 – Schließen wir einen Gruppenvertrag?

0:00:29  Intro
0:01:32  Crazy Patreon Money: Ein Mikro für Michael
0:02:42  Eine Richtungstellung
0:03:23  Beyond the Wall und Magun: Crowdfunding-Gedanken
0:14:41  Hinweis: SPIEL 2016
0:15:47  Medienschau

0:34:43  Zum Thema
0:37:59  Okay … und worum geht es jetzt genau?
0:40:43  Das Beispiel DSA 5 (und andere Beispiele)
0:43:34  Konsequenzen bei Vertragsbruch?
0:48:37  Normen, Dogmen, feste Regeln?
0:51:23  Pragmatischere Gedanken
0:54:46  Wandel ist immer möglich
0:56:06  Über den Beginn und das Ende einer Sitzung
0:57:37  Von Tieren und Kindern
1:01:06  Elektronik am Spieltisch
1:01:47  Das Big Model und eine kleine Zusammenfassung
1:03:11  Der Unterschied von Tipps und Regeln
1:05:19  Epilog

1:05:58  Sermon 2.0
1:06:18  Die Mäzenatenschau
1:07:09  Ein Hinweis zu DORP TV – und adieu!

Aus der Medienschau

Andrews, Wes: Frontiersmen – Höllenflug nach Heaven's Gate und Blutfehde auf Alvarado
Call of Duty 4: Modern Warfare
Call of Duty: Modern Warfare 2
Craw, Bernard: Isenborn 3: Eisen und Isenborn 4: Stahl
The Strain

Zum Thema vor dem Thema

Zunächst die gute Nachricht: In die Ferne hat's geschafft und gestern Abend wurde die 200 geknackt.
Eine fette Gratulation unsererseits!

Und wer den genannten Crowdfundings nachgehen will:
Beyond the Wall: In die Ferne
Der Tanzball
Fragged Empire
Magun

Und zuletzt: Die beiden Mikros im Vergleich

DORP Cast Umfrage 2015

Kommentare (10)

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Eine sehr anregende Folge. Ich bin mir aber in einigen Punkten unsicher.

Zu Beginn eine Klarstellung, die ich auch schon in den Kommentaren der letzten Folge brachte (ich bin sicher, dass ihr sie laset, das hier ist für andere Zuhörer): Das Beispiel mit dem Niesen war extra so gewählt, weil eben sehr viele Leute sich bewusst gegen die Knigge-Regelung entscheiden, sie aber trotzdem kennen. Es ist also ein bewusster Schritt.

Allgemeiner finde ich es interessant, dass ihr einerseits sehr auf relative Normen geht, aber dann immer wieder Absolutaussagen trefft. Vor allem dann, wenn es sehr deutlich ist, dass ein Verhalten anderen Leuten schlecht behandelt.

Was ich mir unter dem Knigge für Rollenspieler vorstelle, wären auch keine sonderlich extremen Dinge. Es wären eher Sachen, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, es aber leider (meiner Erfahrung nach) oft nicht sind. Und sie haben alle etwas mit Minimalrespekt vor anderen Leuten zu tun.

Um hier ein paar Beispiele zu bringen, an denen man das vielleicht näher diskutieren könnte:
1) Wenn jemand weiß, dass er nicht kann, sollte er frühzeitig absagen und nicht erst 30 min nach geplantem Anfang per SMS. Seine Mitspieler haben ihre Freizeit für diese Runde geopfert und er weiß diesen Einsatz nicht zu schätzen.
2) Wer sich in einer Krankheitsphase befindet, in der er ansteckend ist, sollte nicht zur Runde kommen. Man macht andere Leute nicht willentlich krank.
3) Niemand hat das Recht, dass der SL etwas oder auf eine Weise leitet, die dem SL keine Freude bereitet. Es gibt in unserer Gesellschaft ein Mittel, mit dem man Leute dazu bringen kann, eine unliebsame Tätigkeit auszuführen. Wir nennen es einen Arbeitsvertrag. Wer bereit ist, seinen SL anzustellen, der darf auch fordern, dass der SL auf seinen Spielspaß verzichtet.

All diese Dinge sollten selbstverständlich sein, sind es aber nicht. Und da Rollenspieler teilweise etwas konfliktscheu sind und solche Probleme oft nicht ansprechen, wäre es (glaube ich) sinnvoll, wenn es eine explizite Norm gebe, auf die man direkt verweisen kann. (Es ist einfach schwerer zu sagen "Ich finde du solltest Fehlen ankündigen." als unpersönlicher festzustellen: "Es gehört sich einfach so, dass man Fehlen ankündigt.")

Oder stecke ich zu sehr in meiner sozialen Blase fest?

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Hallöchen, ich muss mich jetzt doch auch noch mal kurz hier mit einmischen auch wenn ich diesesmal meinen Hauptkommentar im Tanelorn da gelassen hab. Glaubst du ernsthaft wir Frauen lassen uns von ein paar komischen Typen Abschrecken ;-) nö wir suchen uns einfach eine andere Plattform. Ich kann minimum 5 Frauen aufzählen die ich kenne und auch Spielen die noch nie in einem Forum waren, noch nie auf einer Con. Und soweiter - ich kann dir sagen was mich abschreckt z.b. nicht das ich jemand eklig finden würde wobei das ja auch ein sehr komisches Wort für das Thema ist da rein subjektiv...nein ich hab einfach keine Lust auf Erwachsene Jungs auf dem Ego-Tripp oder am Klugsch...( was das RPG betrifft)

Liebe Grüße Sabrina

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Moin Lichtbringer!

Dass es wünschenswert ist – keine Frage. Aber genau, ich habe zwar nichts gegen Utopien und bin auch gerne mal ein bisschen ausgeprägter idealistisch, aber bei dem Thema hier, da liegt der Pragmatismus halt zu nahe.

Zu 1.: Zunächst mal danke für das Mercer-Video – sehenswert wie gewohnt bei dem Mann. Und klar, er trifft da auch „ein paar richtige Nägel auf den Kopf“, oder so ;)
Ich weiß allerdings nicht, ob ich die Wirkungskraft der genannten Medien für hoch genug halten mag. Klar, so etwas wie Critical Role zieht eine Menge Zuschauer – aber auch die 105.000 des verlinkten Videos sind halt im Endeffekt nicht viele, wenn du eine (effektiv internationalen) szeneweiten Standard haben möchtest. Die Wunderwelten haben damals ja auch viele gelesen, aber sehr viele eben auch nicht.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass wenn ich in meinen diversen Runden herumfrage, wer z.B. weiß, wer Matt Mercer ist … also ich wäre erstaunt, wenn ich auf 20% käme, die mit dem Namen was anfangen können.
Der DORPCats zieht mit vielgehörten Episoden auch über 1.000 Leute, und dennoch rede ich noch immer wieder mit Leuten, die das Teil nicht kennen. Sogar mit Kollegen ;)

Zu 2.: Über Meme zu gehen ist ein interessanter Gedanke. Wobei ich das gleiche Problem sehe. Unterschätze wie gesagt alleine schon nicht die Zahl der Rollenspieler, die mit dem ganzen Social-Media-/Web-2.0-Fu überhaupt nichts am Hut haben. Ich vermute, meine private Filter Bubble der Real-Life-Freunde tendiert da statistisch außergewöhnlich stark fort von, aber nützt ja nichts, die „kriegst du halt dennoch nicht“.

Zu 3.: Ja, anekdotische Evidenz lohnt meist der Mühen nicht. (Und ich weiß, dass ich zuvor auch in die Richtung ging, es geht mir aber ja auch weniger darum, meinerseits eine Mehrheitsaussage zu treffen, sondern eher falsifizierend zu sagen, keine der genannten Möglichkeiten streut (mir) weit genug.)
Auf den Rest kann und mag ich nicht eingehen – ich kenne solche, ich kenne solche. Und es führt nur wieder zu meinem öfter zitierten Leid, dass wir einfach keine sinnvollen Zahlen über unsere Szene haben. Oder kriegen; ich jedenfalls wüsste nicht wie.


Kurz gesagt: Von der Idee dahinter, dem Wunsch dahinter, aus betrachtet, bin ich voll bei dir.
Von der Praktikabilität der Anwendung her eher nicht. (Wohlgemerkt, alle bisherigen Aussagen waren ja auch zunächst mal nur Aspekte der Reichweite; ob es dann auch noch Einfluss nimmt auf das, was Leute daheim tun, das ist auch wiederum eine ganz andere Frage.)


Viele Grüße,
Thomas

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Hallo Thomas,

ich sehe, wir sind uns uneinigt aufgrund unklarer Datenlage.

Daher hier nur eine kurze Klarstellung: Mit "Mem" meinte ich nicht den eng umrissenen Begriff im Netz, sondern das Konzept der Kopiereinheit zwischen menschlichen Geistern. Und bei denen wirkt Ärger am besten. Wird hier viel besser erklärt, als ich es je könnte: https://youtu.be/rE3j_RHkqJc

Lichtbringer

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Schöne Folge, wie immer!
Das Thema an sich muss jetzt erst einmal sacken lassen und werde dann ggf. noch was dazu schreiben.

@Stagecoach: Der läuft in Deutschland unter den Titeln(!) "Höllenfahrt nach Santa Fe" bzw. "Ringo".
Einer meiner Lieblingswestern mit John Wayne.
@Mikro: Michael scheint mir tatsächlich klarer und deutlicher zu klingen. Gute Wahl für das erste Patreon-Geld.

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Moin TeichDragon!

Freut mich, dass sie dir gefallen hat – und eigentlich umso mehr, dass sie noch sacken muss. Dann haben wir ja tatsächlich Denkfutter geliefert :)

@ Stagecoach: Ha, spannend! Da steckt ja sogar eine Parallele im Buchtitel, was den "Höllenflug" dort angeht. Das hab ich nun von meinem oft so englisch geprägten Medienkonsum ;)
Aber deutsche Westerntitel sind eh das Beste. Ob nun "Zwei glorreiche Halunken", die doch im Englischen noch drei (good, bad, ugly) sind, oder so sprachliche Perlen wie "Leichen pflastern seinen Weg" oder "Zähl bis drei und bete" … stehe ich schon an sich voll drauf :D

@ Mikro: Schon ein Blick auf die Wellenform seiner Aufnahme zeichnete ein Bild von Tag und Nacht; ja, denke, das haben wir gut gemacht ;)

Viele Grüße,
Thomas

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Ihr wollt am Ende vom Cast immer konstruktive Kritik haben. Ihr hättet darauf eingehen können ob dass auch am Ende einer RollenspielSitzung sein darf oder muss und wer die äußert. So was ist denke ich auch Teil des Vertrags. Ansonsten große Klasse wie immer.

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Moin Daniel!

Guter Hinweis!
Gerade, weil wir in der erwähnten Trail-of-Cthulhu-Runde neulich erst eine generelle "Gefällt uns, wie es bisher läuft"-Feedback-Runde gemacht haben. Insofern definitiv ein guter Einwand/eine gute Ergänzung =)

Und danke für das Lob :)

Viele Grüße,
Thomas

Kommentar zuletzt bearbeitet am vor 2 Jahren von Thomas Michalski Thomas Michalski
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