DORPCast 72: Frauen in der Rollenspiel-Szene

Hallo zusammen!

In der heutigen Folge geht es mal um ein etwas übergreifenderes, aber uns wichtiges Thema: Nachdem Michael und Thomas in Folge 38 einmal über Gender, Frauenrollen und dergleichen grob gesprochen haben, haben sie sich diesmal Verstärkung in Form zweier Gäste geholt: Gemeinsam mit Mháire Stritter (Orkenspalter TV, et al.) und Miriam Kasteleiner (Ulisses Spiele, et al.) sprechen sie über Frauenrollen, das Leben als statistische Minderheit in einem scheinbaren Männerhobby, Erwartungen, Vorurteile, Probleme und Gedanken, sie zu lösen.

Ein sehr ungewöhnliches Thema für uns, aber eines, das uns allen am Herzen liegt.
Dennoch gibt es natürlich die Medienschau-Hinweise, die üblichen Hinweise, Timecodes und weiterführende Links zum Thema und zu unseren Gästen unten in den Shownotes.

Viele Grüße,
eure DORP

Episode 72 – Frauen in der Rollenspiel-Szene

0:00:00  Vorwort: Dracon 10!
0:01:41  Intro
0:02:31  Gast I: Mháire
0:03:49  Gast II: Miriam
0:04:59  Die Medienschau

0:15:50  Zum Thema
0:16:35  Ein wenig Statistik
0:18:27  Erzählt doch mal!
0:21:24  Die Forenwelt
0:25:12  In Frage gestellte Kompetenz(en)?
0:28:36  Ist es in persona anders?
0:30:32  Wie reagiert denn euer Umfeld?
0:31:50  Übergriffige Männer
0:35:12  Sozialisierung
0:37:42  Spielen Frauen anders?
0:40:06  Männer spielen Frauen, Frauen spielen Männer
0:43:55  Ein cooles Cthulhu-Soloabenteuer, quasi zum Thema
0:45:44  Leute öffnen für Neues und die Idee gegenderter Sprache
0:50:28  Frauenrollen
0:54:55  Darstellung von Frauen in der Szene, in Rollenspielen und Nerdmedien
0:57:01  Weiße Ritter und eine Zielsetzung
0:59:46  Mháires Kalender und eine Erwartungshaltung
1:02:10  Wege, es zu ändern?
1:04:22  Männliche Rollenklischees gibt es auch
1:05:31  Personen sehen, statt Geschlechter
1:07:47  Abschließende Gedanken

1:08:33  Sermon 2.0
1:09:35  Adieu!

Aus der Medienschau

Andersen, Robert: Der rauchende Spiegel
Lynch, Scott: The Lies of Locke Lamora
Star Wars: The Force Unleashed
Thomas was alone (Steam)

Die Dracon 10 …

… gibt es hier im Internet anzuschauen

Die Umfragen

Der LARP-Census
Die große DSA-Umfrage 2012
Die Umfrage der Teilzeithelden
und
Jugendszenen.com mit Zahlen über Rollenspieler

Das coole Cthulhu-Solo-Abenteuer mit Gender-Twist …

… gibt es hier als Download (PDF-Direktlink)

Die Mage: the Ascension 20th Anniversary Edition …

… spricht über ze und zir als alternative Pronomen. Sie verwendet sie aber nicht durchgehend, jedoch teils.
Mehr über gender-neutrale Pronomen gibt es z.B. hier nachzulesen (englischer Link; einer von zig möglichen).

Weiterhin erwähnen wir …

The Hawkeye Initiative

Xoro: the Eifelarean

Mháires erwähnter Kalender

Unsere Gäste online:

Mháire bei Orkenspalter.tv

Miriam auf Twitter

 

Kommentare (48)

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Interessantes Thema. Mein Eindruck ist ein ähnlicher. In den meisten Runden, in denen ich gespielt habe, waren zwar immer Mitspielerinnen dabei, jedoch fast immer in der Unterzahl. Ich glaube auch, dass (Internet-)Umfragen die meisten Rollenspielerinnen einfach nicht erreichen. Zumal die Rollenspielerinnen, die ich kennengelernt habe, genau wie viele meiner männlichen Mitspieler, einfach nicht an "der Szene" interessiert sind, sondern "nur" am tatsächlichen Spielen. Aus meiner aktuellen Runde, mit 5 Spielern und einer Mitspielerin, bin ich der einzige, der sich aktiv mit der Szene und neuen Produkten auseinandersetzt. Von daher glaube ich, dass eine schweigende Minderheit der Szene, ob nun weiblich oder männlich, in solchen Umfragen einfach nicht berücksichtigt wird.

Zum Thema Klischeerollen/Crossgender: Meine Freundin, die ebenfalls ab und an mit Rollenspiel spielt, hat von Beginn an mit dem Klischee gebrochen. Ihre Lieblingscharaktere sind diejenigen, die stark sind und im Nahkampf gut austeilen können. Mit dem Crossgender-Spielen habe ich allerdings in der konkreten Spielpraxis das gleiche Problem wie Thomas.

Da ich durch die Hardcore-Punkszene sozialisiert wurde und in dieser Szene immer noch aktiv bin, ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, dass Frauen gleichberechtigte Mitspielerinnen und generell Menschen sind bzw. seien sollten. Ein Großteil der Gesellschaft nimmt das z.T. ja leider noch anders wahr.

Das "Verweiblichen" von Berufsgruppennamen in Rollenspielprodukten finde ich grundsätzlich in Ordnung, störe mich aber daran, wenn Leute ihren Beitrag zur Sexismusdebatte darauf beschränken, sich über das nicht gesetzte "-in" aufzuregen, im Alltag und auf der Straße aber ihren Mund nicht aufmachen, wenn sie konkreten Sexismus miterleben. Mir ist in diesem Fall Handeln viel wichtiger, als gedruckte Worte.

Als studierter Historiker und Geschichtsdidaktiker muss ich mich auch einmal kurz zur Rolle der Frau in der Geschichte äußern. Die Differenzerfahrungen, die man macht, wenn man sich mit historischen Frauenbildern auseinandersetzt sind teilweise (je nach historischer Epoche und Gesellschaft) sehr stark. Da wir uns aber in einem Hobby bewegen (ob nun Rollenspiel oder Computerspiel), in welchem es um fiktive und nicht historische Narrationen geht, darf man meiner Meinung nach ruhig (und das auch ganz bewusst) mit diesen historischen Rollenbildern brechen.

PS: Tolle Folge!

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Danke für den letzten Satz, das ist auch im LARP immer ein unglaublich nerviges Argument.

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Moin N3rdpol!

Schweigende Minderheit: Ich sehe (bzw. scheinbar auch: "wir sehen") das auch so, ja. Die interessante Folgefrage wäre, wie man an diese Leute dann mal drankommen könnte. Da hab ich zumindest keine gute Idee, aber interessant fände ich es allemal, dort mal Meinungen anzuzapfen.

Handeln vs. gedruckte Worte: Ist natürlich richtig. Dennoch denke ich, ist Sprache ein wichtiger Beitrag, den Kulturschaffende (und auch wenn das ein großes Wort scheint für Rollenspielmacher, so fallen wir doch letztlich auch darunter) leisten können und irgendwo auch müssen.
Das ist von der Frage, ob man in konkreten Momenten nun handelt oder nicht, ja erst einmal losgelöst.

Historische Rollenbilder: Ich finde halt, aber das sagte ich ja auch in der Folge, man muss es irgendwie bewusst tun. Sodass es wie eine bewusste Entscheidung wirkt, nicht wie ein Versäumnis. Zumindest halt, solange man sich in Bereichen bewegt, wo beim Spieler/Käufer grundlegende Kenntnisse vorherrschen. Ich denke ein Spiel mit extrem unbekanntem Setting ("Wir spielen alle Späher des aksumitischen Reichs …") erzeugt zumindest weniger schnell diesen Konflikt zwischen Wissen um die realen Begebenheiten und die gespielte Situation.

Viele Grüße,
Thomas

PS: Danke

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Sehr schöne Folge, das mit den Gästen fand ich bei diesem Thema extrem gut.

Spannend auch, das man dazu irgendwie wenig im Internet findet, was empirische Daten angeht.
Hier findet man Schätzungen aus den 80ern und eine Umfrage-Auswertung aus dem Jahre 2000 von WotC.
Ziemlich aktuell ist dafür diese Auswertung von US (Nerd) Cons. Der steigende Anteil von Frauen scheint mir als Trend aber schon länger da zu sein, gerade auch was MMOs am Rechner angeht.
Als ich vor Jahren noch aktiv Ultima Online gespielt habe, und auch noch für UO Stratics gearbeitet habe, ist mir damals schon der hohe Frauenanteil (zumindest in den US Foren und US Servern) aufgefallen.
Diese wird durch diese Analyse auch unterstützt.
Wirft allerdings die Frage auf, warum dies in den US scheinbar anders ist als hier in Deutschland.

N3rdpol kann ich bei seiner Aussage zu Umfragen nur bestätigen.
In meiner Gruppe von 5 männlichen und 1 weiblichen Spielern bin ich auch der einzige der sich intensiv mit unserem Hobby im Internet auseinander setzt, dem Rest ist das Thema außer am Zock-Abend relativ Wurst.Ich denke auch das der Anteil der schweigenden Masse viel höher ist als viele glauben.

Nur beim Thema "Altherren"-Gruppe muss ich mal reingrätschen. Unsere "Kern-Gruppe" von 3 Männern spielt seit DSA1 zusammen (1985 oder 86).
Und wir waren über die Jahre eigentlich auschließlich reine Männergruppen [2 kurze Intermezzos die bedingt durch Umzüge schnell wieder wegbrachen lass ich mal weg], bis vor wenigen Jahren die Freundin von einem jener besagten Kerngruppe dazu kam.
Ich kann mich an keinen Abend erinnern, bei dem irgendwelche Altherren-Witze oder Anzüglichen in ihre Richtung gingen.
Vielleicht verhält sich dies auf Cons oder so aber auch anders, da habe ich so gut wie Null Erfahrungen bzw. die sind über 20 Jahre her und bestimmt nicht mehr repräsentativ.

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Ich finde mein Kommentar zur Fips-Asmussen-Runde ist noch nicht genug gewürdigt worden.

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Definitiv, der verdient mehr Applaus

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Meh.

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Vielleicht sollten sie bei den Umfragen zusätzlich fragen, wieviele Rollenspieler man vom jeweiligen Geschlecht im Bekanntenkreis hat.

Ich glaube so schlecht ist die historische Realität in Assassin's Creed Liberation gar nicht mal eingefangen. Man muss bedenken, die Handlung spielt ja noch vor dem Louisiana Purchase und unter dem Eindruck vorallem der französischen Herrschaft. Mulatten, zum Beispiel durch die Institution des plaçage, und freie Schwarze hatten einen höheren sozialen Stand, waren zum Teil selbst Sklavenhalter. Man kann die Verhältnisse in den US-Südstaaten zumindestens nicht so einfach übertragen. Und Sklaverei war ja ein zentrales Motiv im Spiel. Allerdings sowas wie Alltagsrassismus wird für diese Art von kommerziellem Produkt immer zurückgenommen sein und vielleicht mal in einer Szene thematisiert, aber nicht in einem realistischen Ausmaß dargestellt werden.

Leute öffnen für [..] die Idee gegenderter Sprache


Ist das nicht das eigentliche Problem, dass Sprache gegendert ist? Dachte übrigens ihr meint das https://en.wikipedia.org/wiki/Singular_they singular they.

---

Anregung: Eine Archivseite für den DORP-Cast, wo Links zu den Seiten aller bisherigen Folgen mit Titel aufgelistet sind, wäre, wenn das für euch nicht zuviel Arbeit ist, eine deutliche Vereinfachung der Suche nach zurückliegenden Folgen. Wobei ich festgestellt habe, dass in den Feed schauen und dann nach der Episodennummer zurückblättern, ein passabler Workaround ist.

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Moin André!

Das Problem bei so einer Frage in der Umfrage ist aber, dass du Schnittmengen erzeugst.
Angenommen du hast fünf Antworten, die jeweils einen weiblichen Spieler im Umfeld haben.
Dann könnten das umgekehrt fünf weibliche Spieler sein. Oder aber nur einer, der halt von den fünf Teilnehmern gekannt wird.
Solche Fragen mögen interessante Zahlen liefern, aber empirisch verwertbar ist es mangels Eindeutigkeit der Antworten halt nicht.

Gegenderte Sprache: Ist es ein Problem, dass Sprache gegendert ist? Ja, klar.
Ist es eine Lösung, es deshalb einfach auf sich beruhen zu lassen? Nope, ich denke nicht
Singular They ist möglicherweise in dem enthalten, was Miriam in dem Gespräch so halb andeutet, war nur im Falle der M20 nicht, worauf ich in dem Fall hinauswollte.

DORPCast-Archiv: Wäre cool hier mal auf der DORP zu haben, das stimmt. Ich gebe aber zu, bei unseren manchmal etwas eigenwilligen Backend bin ich ja schon immer froh, alle 14 Tage unfallfrei den Podcast einzustellen
Darf ich dich allerdings vielleicht kurz auf meine private Seite verweisen? Die hat nämlich einen eigentlich immer recht aktuellen und vollständigen Episodenindex

Viele Grüße,
Thomas

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Schnittmenge: Es ging erstmal nur um eine Abschätzung. Wobei man mit ein paar Annahmen oder zusätzlichen Informationen etwa über die Herkunft der Befragten schon noch mehr aus solchen Daten herausholen kann. Die durchschnittliche Verteilung von Geschlecht in der rollenspielenden Bekanntschaft sollte eine hilfreiche Orientierung sein. Wenn sie zum Beispiel bei 50% liegt, ist das ein Indiz, dass die Erhebungen die Zahl weiblicher Rollenspieler deutlich unterschätzen, also wie von euch vermutet diese nicht erreichen. Dass sich ein solcher Wert dann nur durch Überschneidung erklären würde, wäre zumindestens nicht offensichtlich. Es könnte außerdem aufschlußreich sein, inwiefern sich diese Verteilung zwischen den männlichen und den weiblichen Befragten (falls man doch ein paar erwischt) unterscheidet.

Ist es eine Lösung, es deshalb einfach auf sich beruhen zu lassen?


Äh, meine Antwort fällt da anders aus: Ja, so im Wesentlichen mit kleinen Anpassungen. Versteh mich nicht falsch. Ich bin offen für Formen, um in schöner Sprache geschlechtsneutral über Personen sprechen zu können oder auch mal eine explizite Ansprache an Frauen so umzusetzen, dass Männer sich auch noch eingebunden fühlen. Ich denke aber die Erwartungen an Auswirkungen veränderter Sprache auf die gesellschaftlichen Verhältnisse sind stark überzogen. Das ist allerdings meine allgemeine Kritik an bestimmten Vorstellungen, die sich in Folge der linguistischen Wende herausgebildet haben. Meines Erachtens ist das Bemühen um inklusivere Sprache ein Indiz für die Veränderung aber nicht ihr Motor. Deshalb würde ich die Ästhetik sehr ungern der Politik unterordnen.

Vielen Dank für den Link! Jetzt muss ich mir nur noch merken, dass er in dieser Folge zu finden ist. Aber die kann ich ja über den Feed finden und dann zurückblättern.

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Etwas vom Thema ab, aber Ihr habt doch kürzlich darüber sinniert, was nach der Blu-Ray kommt. Vermutlich sowas hier: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Blu-ray-Nachfolger-300-GByte-Disks-fuer-die-Langzeitarchivierung-3133453.html

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Ja, das ist vielleicht auch eine Antwort: Wenn der sog. Nachfolger der Blu-Ray eine reine Archivdisc ist, dann ist Eure Ansicht, dass Privatanwender Filme nur noch über Streaming beziehen vermutlich ne ziemlich sichere Wette.

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Jan, der von Dir verlinkte Artikel bezieht sich wirklich auf ein *reines* Backup-Medium.
Das hat NICHTS mit einem Nachfolger der Blu-Ray zu tun.

Der ist allerdings auch schon definiert und dazu findest Du z.b. hier etwas: Die Ultra-HD mit 66 bzw. 100 GB dürfe auch schon schwierig sein über die heutigen Standard-Internet Anschlüsse (in Deutschland) zu streamen.
Thomas wollte Dir also nicht irgendwie ans Bein pinkeln, sondern hat nur den von Dir verlinkten News-Post etwas genauer gelesen.

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Ne, von Thomas hab ich mich auch nicht ans Bein gepinkelt gefühlt. Von dir.. fast Klar ist das ein reines Backup-Medium, lesen kann ich auch. Aber wenn ein Backup-Medium Nachfolger der Blu-Ray sein soll, dann scheint es mit reinen Video-Discs ja nicht gerade bergauf zu gehen. Und natürlich ist das nicht der Weisheit letzter Schluss, nur ein kleiner Beitrag zum Thema. Dass es da noch anderes geben kann (oder tut, wie du schreibst) ist klar.

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Ausgezeichnet, weiter so.

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Moin Roland!

Danke dir!

Viele Grüße,
Thomas

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Puh, fand die Folge sehr schwierig. Ich finde, dass hier zum Teil doch schon enorm in Schubladen diskutiert wird.
Ich arbeite seit 12 Jahren in der Computerspielbranche (und bin seit 25 Jahren Rollenspieler) und ich würde nicht sagen, dass Spielejournalisten pauschal dümmer oder frauenfeindlicher sind. Idioten gibt es leider überall und vorschnelle Klischees eben so!
Ich habe auch mehr als genug LARPs und Rollenspielcons mitbekommen, wo Frauen auch gerne mal zum uncoolen Freiwild wurden, weil irgendwelche Freaks meinten: "Oh, Frau geil!"

Und man muss auch sagen: Wie es in den Wald schalt, so schalt es raus. Ich finde, dass in dem Podcast der Mann hier etwas stark als "bad guy" und die Frau als "Opfer" dargestellt wird.
No Offense @Mhaire, aber wer sich gerne auch offenherzig und erotisch präsentiert (vollkommen wertfrei gemeint, also nicht so verstehen, dass ich der christliche Spießer Priester Hans bin), der muss damit rechnen, dass er/sie damit auch ein entsprechendes Klientel anspricht und kokettiert auch entsprechend mit seiner Geschlechterrolle - und damit meine ich jetzt nicht so ein doofes Argument wie man sich kleidet, sondern wir reden hier ja schon von bewusst geschossenen ästhetischen, als aber auch erotischen Bildern.

Ein wenig muss ich hier also die Rolle des Mannes verteidigen. Ja, es gibt sicher viele Deppen, ja, der Nerd da draußen mag auch nicht immer ganz pflegeleicht sein (einigen fällt ja schon die Selbstpflege schwer, wo wir bei Klischees sind), aber ich denke, man sollte hier nicht zu schnell über Szenen, Branchen, etc. pauschalisieren. Ebenso gibt es nämlich auch viele Frauen, die gerne ihre "Mäuschen"-Rolle ausnutzen und bewusst sich in Ecken stecken lassen, um das zu bekommen, was sie wollen, bzw. schnell dazu übergehen Dinge berechnend auszunutzen.
Mag auch ein Klischee sein, mag trotzdem auch immer wieder vorkommen.

Deshalb finde ich solche Thematiken wie Frauen/Männer bla eigentlich auch unnütz. Am Ende gibt es ÜBERALL Idioten/Idiotinnen und wir reden hier über eine schöne Szene eines tollen Hobbys.
Geschlechter-Rollendenken wird dauerhaft präsent sein, so lange man es mit solchen Diskussionen immer wieder plakativ aus dem Koffer holt!

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Hey Thomas,
bzgl. Geschlechterklischees thematisieren: Ja und Nein!
Natürlich sollte man "Probleme" nicht tot schweigen. Und klar ist es gut darüber zu reden. Allerdings kann man Probleme auch künstlich am Leben erhalten, indem man sich immer wieder aus dem Keller holt. Deshalb finde ich das manchmal auch schwierig. Ich habe seit Ewigkeiten Runden in denen immer Frauen mitgespielt haben und da gab es bei uns nie Probleme mit Geschlechterklischees.
Deshalb verbiete ich zum Beispiel auch, wenn ich leite, dass Geschlechter andere Geschlechter spielen. Ja, mag rollenspielerisch für den ein oder anderen reizvoll sein, driftet aber ganz schnell in eben solche Klischees ab und das ist mir dann zu riskant für mein liebstes Hobby.

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Hossa... verbieten?

Nur ganz kurz anecdote doesn't equal data. Ja es gibt keine "Probleme" bei euch, aber ihr seid wahrscheinlich auch eine regelmäßige Gruppe. Das heißt nicht, das es diese Probleme nicht in der Welt da draussen gibt. Ich hab zwei SpielerInnen in meiner Gruppe, die spielen praktsisch ausschließlich Crossgender. Und wer wäre ich, wenn ich Ihnen diese Form des Eskapismus verbieten würde. Meine Spielerin hat noch nie nen weiblichen Char gespielt und stellt sogar im Larp praktisch ausschließlich Männer dar. Mein Spieler spielt vornehmlich weibliche Chars, weil er der Meinung ist, das es kein Thema sein sollte (was stimmt). Das zu verbieten arbeitet meines Erachtens nicht auf eine Lösung der Thematik hin. Vorallem: Dir ist das zu riskant und verdirbt dir den Spielspass. Aber was ist mit den anderen Spielern, die vielleicht mal was anderes spielen wollen. Ich habe selber schon weibliche Chars gespielt (sehr selten) und habe dann auch gezielt Klischees bedient, weil es Spass macht. Und ist das nicht das Ziel des Spiels? Mein aktueller Char ist ein Doppelklischee. Männlicher fetter Mittvierziger Hacker der bei Mami im Keller wohnt steuert eine elfisch aussehende Drohne die mit ihrer Weiblichkeit auf Beutefang (absichtlich so geschrieben weil "sie"/er keinen Unterschied macht zwischen männlich, weiblich, tierisch, cis oder trans). Damit spiele ich effektiv eine Frau.

@Thomas Ich hab übrigens dasselbe Problem, ich muss mich auch immer daran erinnern die richtigen Artikel zu verwenden ^^

Kurze Zusammenfassung, weil ich mir nicht sicher bin ob mein Punkt rübergekommen ist
ich finde die Klischees innerweltlich können ein Thema sein. IRL sollte man das Miteinander deutlich über alles stellen, unabhängig davon, ob das Gegenüber männlich, weiblich, tierisch, cis oder trans ist

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Moin TecnoSmurf!

Es läuft natürlich auf die eine oder andere Art und Weise auch mal wieder auf einen guten, alten "Gruppenvertrag" hinaus. Wenn Genderbending raus ist, und sei es nur, weil es einer aus der Runde anordnet, und das für alle anderen okay ist, dann ist es soweit auch okay.
Aber ja, ein rundes Miteinander ist und bleibt definitiv das A und O. Ich bin aber auch in der glücklichen Situation, weder in der einen noch in der anderen Frage irgendwie einen "Erziehungsauftrag" in meinen Runden zu erhalten oder meine, ihn ergreifen zu müssen.
Ich glaube, das würde ich dann aber auch nicht wahrnehmen, sondern mir andere Leute suchen; guter Umgang miteinander ist definitiv eine Grundlage, damit das Hobby entspannend bleibt.

Viele Grüße,
Thomas

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Wie immer sehr gelungen und unterhaltsam.

Insbesondere fand ich die Anmerkung gut, dass man Leute nicht auf irgendwelche Gruppenzugehörigkeiten beschränken sollte, sondern besser als Persönlichkeiten betrachtet.

Ich denke mal einer der wichtigsten Schritte um Vorurteilen vorzubeugen ist es, den Leuten vorzuleben, dass die damit verbundene Erwartungshaltungen nicht stimmen oder zumindest nur eingeschränkt zutreffen. Man kann vermutlich viele Diskussionen über dieses Thema führen und dennoch möchte ich anzweifeln, dass dies auch nur halb so viel Effekt hat, wie beispielsweise die Orkenspalter Videos, die die Gender-Debatte zwar nicht explizit thematisieren, sondern Frauen einfach als regulären Bestandteil der Rollenspielszene zeigen.

Der einzige Punkt an dem ich eine andere Meinung vertrete ist die Verwendung "geschlechtergerechter" Sprache. Da die Wahrnehmung von Schrift, Bild, Video etc. sehr personenabhängig ist, möchte ich präventiv darauf hinweisen, dass dies explizit für mich zutrift ohne jedoch irgendwelchen Allgemeingültigkeitsanspruch zu haben. Auch wenn ich hiermit vermutlich den Gräu­el der literarisch-sprachwissenschaftlich orientierten Leute auf mich ziehe; aber für mich ist Sprache ausschließlich ein Werkzeug das funktionieren muss, ohne jedoch unbedingt einen Selbstzweck zu erfüllt. Entsprechend besitzt das grammatikalische Geschlecht von Wörtern für mich eigentlich keine Bedeutung. Mir ist es egal ob das nächste Sturmtief Helga oder Gerhardt heißt und wenn ich davon rede eine Katze im Garten gesehen zu haben, schließe ich damit nicht aus, dass es möglicherweise ein Kater war, genauso wie es sich beim Bauarbeiter auch um eine Frau handeln könnte. Welches "Geschlecht" ein Wort hat und wie sich das evtl. historisch entwickelt hat, empfinde ich ähnlich unbedeutend, wie die Tatsache ob das entsprechende Wort dem Französisch, Latein oder Englischen entstammt. Hingegen ist es so, dass Abweichungen vom gewöhnlichen Sprachgebrauch potentiell meinen Lesefluss stören können (u.a. ein Grund warum es mir Teils schwer fällt einen Zugang zur klassischen Literatur zu finden). Im Rollenspielkontext beziehe ich mich hierbei auf Stilmittel wie z.B. jedesmal beide Geschlechter aufzuzählen, aus einer neutralen Situation heraus das ungewöhnlichere Geschlecht für einen Beruf zu verwenden oder sowas wie SöldnerInnen zu schreiben. Das gilt aber auch in beide Richtungen - ein männlicher SC kann also auch gerne aus dem Regelwerk die Profession Hexe wählen, ohne, dass ich das irgendwie negativ assoziieren würde.
Bei Erwähnung konkreter Personen (Feldwebel Alrike, Bauer Seppo, ...) und auf Bildern hingegen finde ich es nötig, dass eine geschlechtermäßig gleichberechtigte und gleichverteilte Welt auch entsprechend dargestellt wird.

Gerade bezüglich Abweichungen von Geschlechterrollen wäre es eigentlich auch interessant inwieweit dies zum Teil auch vom eigenen Geschlecht forciert wird, oder ob der soziale Druck/fehlende Akzeptanz eher vom anderen Geschlecht ausgeht.

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Moin Martin!

Auch hier aufgrund irre später Stunde nur in Kürze:
Danke für das Lob =)

Mit gutem Vorbild voran gehen: Vollste Zustimmung!

Geschlechtersprache: Das ist ein Thema, das in seiner Komplexität sowohl diesen Podcast als auch einen Kommentar tief in der Nacht übersteigt. In Kernpunkten:
Im Studium habe ich Sprachwissenschaft vor allem deskriptiv kennengelernt, also beschreibend. Sprache zur Verwirklichung einer politischen oder gesellschaftlichen Ideologie aktiv zu nutzen, das ist nicht die Regel. Umgekehrt sagst du, dass Sprache für dich vor allem ein Werkzeug ist – ich weiß nicht, ob das wirklich ein Widerspruch sein muss, kann man das Werkzeug Sprache doch letztlich auch zeitlich sowohl zur Vermittlung soziokultureller Normen und der Erklärung der Talentregeln von Rollenspiel XY nutzen.
Dass es in den Lesefluss grätscht, das stimmt. Aber so ging es mir mit der neuen Rechtschreibung auch lange; das ist weniger ein "pro"-Argument für eines von beidem, aber zumindest ein Beleg, dass Leute das durchaus packen können.
Handeln formt Sprache und Sprache formt Handeln; das ist relativ manierlich belegt. Einen Einfluss zu nehmen in der Hoffnung, ein toleranteres Bewusstsein bei den Menschen zu fördern, das klingt ja durchaus reizvoll.
Wobei ich auch nicht sage, dass wir den perfekten Weg da schon gefunden haben. Aber es darum pauschal als Konzept abzulehnen, das missfällt mir auch.

Aber so als letzter Gedanke dazu: Diese Toleranz für "neutral-männliche" Formen ist etwas, was wir beide aus einer sicheren, erhöhten Position demonstrieren könn(t)en. Ich hab das auch lange nicht als Problemfeld angesehen; aber je mehr du mit Frauen redest, die das eben stört, desto mehr wird ein wirkliches Problem daraus.
Ich bin, was das angeht, ein großer Fan von Seth Godin, der eine Begebenheit dann als "defekt" ansieht, wenn einer (oder in diesem Falle meinetwegen: eine) sagt, dass es für sie nicht funktioniert. Du kannst pragmatisch entgegen, dass es für viele andere Funktioniert, aber damit kannst du niemals ihre eigene Analyse aushebeln: Für sie ist und bleibt es kaputt.
Ich habe auch keine perfekte Lösung, damit umzugehen und wie auch in der Folge thematisiert ist es im Deutschen nicht ganz trivial, das im Deutschen anzuwenden; das ist aber alles für mich kein Grund, nicht dennoch zu versuchen, einen besseren Weg zu suchen.

Jetzt aber such ich mir erst mal ein Bett

Viele Grüße,
Thomas

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Klasse Podcast, vielen Dank dafür!

Was Crossgender angeht, hab ich die Erfahrung gemacht, dass man das Geschlecht umso stärker mitbekommt und sich nicht ständig verbessern muss, je zentraler es mit dem Konzept verknüpft ist.

Auf der Positivseite hatte ich vor langen Jahren eine Midnight-Runde, in der ein Spieler eine junge Elfe während eines Krieges gespielt hat. Der Charakter war extrem "maskulin" und so ziemlich der aggressivste der Runde, aber ich glaube, wir haben ihn nicht einmal für männlich gehalten, weil jedem klar war, dass die Grundlage dieses Charakters im Prinzip ein kleines Mädchen war, das im Krieg zu früh erwachsen wurde.

Andererseits leite ich eine Werwolfrunde, wo auch nach Jahren noch der männliche Charakter einer Spielerin fälschlich für weiblich gehalten wird - der ist allerdings auch der in der Runde, der mit seinem Geschlecht am wenigsten hausieren geht, weil er sich infolge seines davongelaufenen Vaters vor jeglicher Sexualität beinahe schon fürchtet.

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Moin Cifer!

Ja, ich denke, da hast du nicht Unrecht mit.
Wobei es bei mir zugleich einen Haufen Folgefragen weckt – beginnend damit, wie man daraus vielleicht eine Spur aufnehmen kann zu guten Ratschlägen, wie man das alles am Spieltisch eleganter umsetzen könnte. Aber das ist schwierig … ich finde, Konzepte wie der männliche Charakter deiner weiblichen Werwolf-Spielerin sind halt ebenso legitim, können aber halt den "Assoziationsbonus" nicht mitnehmen.
Aber hey, niemand erwartet, dass wir ein solches Kernproblem im Kommentarteil der DORP lösen werden, schätze ich. Wie gesagt, ein guter Hinweis ist es auf jeden Fall!

Viele Grüße,
Thomas

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Super was zu dem Thema zu machen und schöne Runde. Zu Mháire wollte ich sagen, dass ich es echt schade finde, dass du erzählst dass du dich mit feministischen Positionen zurück halten musst weil sonst Zuschauer abspringen. Aber: Dein wirken in der Szene ist echt unglaublich wichtig auch dafür Frauen mehr Platz und Aufmerksamkeit in der Szene zu geben.

Bei uns in der Runde ist es so, dass wir 50/50 zusammen gesetzt sind, dass war aber ne bewusste entscheidung, nachdem wir vor Jahren mal ne typische 5 Männer 1 Frau Zusammensetzung hatten, dass wir gesagt haben wir wollen das ändern. Im spiel ist es so, dass die Frauen sich auch viel Platz schaffen und starke Charaktere spielen. Aber außerhalb des Spiels ist es schon so, dass sich die Typen viel stärker mit ihrem Rollenspiel sein Identifizieren, präsenter in Foren und mehr auf Conventions sind. Meine Wahrnehmung ist aber insgesamt, dass das auch ein Generationen- Ding ist, dass heute mehr Frauen anfangen Rollenspiel zu spielen als früher und bei uns in der Runde die Männer älter sind und mehr Rollenspielerfahrung haben. In meiner Spielrunde als ich angefangen hab waren wir z.B. nur Typen.

M.E. ist es erstmal nicht so ein großes Problem, dass es weniger Frauen in der Szene gibt als Männer. Aber ein Riesen Problem ist, dass Frauen z.T. keinen Platz haben (z.B. durch unangenehme Anmachen wie im Podcast beschrieben, durch sehr unguten Umgang mit Rollenklischees & sex in Spielrunden und das es für Frauen viel schwerer ist sich zu behaupten). Was das male Gaze angeht ist DSA da schon Schrittweise besser geworden und die Design-Entscheidung eine Welt zu schaffen die im großen und ganzen Geschlechtergerecht behauptet wird (auch wenn das in Beschreibungen nicht konsequent umgesetzt wird und ja die Frage ist wie sich Geschlechterrollen, aber auch Familienstrukturen Grundsätzlich wandeln würden, wenn es kein Patriachat mehr gäbe) war sehr wichtig dafür Frauen mehr Platz am Rollenspieltisch zu ermöglichen. Trotzdem liegt immer noch einiges im Argen und da finde ich schon, dass auch wir Männer uns dazu positionieren können. Zumahl es mich persönlich auch einfach nervt, wenn es deko-bikini Rüstungen gibt und ich - auch weil ich auch auf Typen stehe - es immer wieder schade finde, dass es wenig sexy Darstellungen von Männern gibt. Ein Beispiel für den nicht so gelungenen Umgang mit sexualität und sexismus ist für mich immer noch der aktuelle DSA-Meisterschirm, wo mich das Schnappen und auf den Schoß heben der Rahja- Priesterin (!) immer noch ein Griff ins Klo ist. Wie oft grad Frauen (aber nicht nur) übergriffige Situationen in Kneipen und auf Parties erleben müssen, dann braucht es da m.E. einfach mehr Sensibilität und eine darstellung von weiblicher Sexualität, die den jeweiligen Charakter darin als stark und sebstbestimmt darstellt.
Aber ich finde auch: Bei all dem wiederlichen Sexismus den ich in der männlichen PC-Spieler-Szene erlebe (mit so abscheulichen Höhepunkten wie die ganze gamergate-Auseinandersetzung) hab ich schon da Gefühl das viele Wahrnehmbare Stimmen in der DSA-Szene sich gegen Sexismus positionieren und das hilft, dass Frauen sich nicht überlegen müssen ob sie die nächste Convention zwecks vermeidung negativer Erfahrungen nicht doch besser ausfallen lassen.

Aber auf jeden Fall könnten sich auch einige DSA-Content-Schreibende mehr mit problematischen Rollenklischees beschäftigen und z.B. dafür mal einen Blick in die Tropes vs. Women Videos von Anita Sarkeesian.

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Moin Queery!

Statistische Verteilung: Wie in der Folge gesagt, die Frauenquote in meinem direkten Spielumfeld ist immens. Aber das ist auch mehrerlei irreführend, vermute ich, auch, weil ein guter Teil meines rollenspielenden Freundeskreises mehr oder weniger zuerst LARPer und dann P&Pler ist und daher vielleicht von der scheinbar besseren Frauenquote profitiert.
Interessanterweise ist es aber auch so, dass gerade mein Aachener Umfeld im Grunde auch völlig unsichtbar ist für jedwede Rollenspiel-Befragung. Die Kern-DORP-Nasen natürlich nicht, aber von den Leuten, mit denen ich etwa gestern am Tisch saß um DSA 5 zu spielen, ist alleine Matthias jemand, der außerhalb unserer Runde zu "sehen" ist, etwa auch über sein Engagement bei der DORP und sein Mitwirken am deutschen 13th Age.

Den DSA-Schirm möchte ich eigentlich nicht weiter diskutieren, schon weil ich ja auch an dem Projekt beteiligt war. Interessant ist aber vielleicht noch festzuhalten, dass die Illustration von einer Frau angefertigt wurde – und dass, was auch immer man nun über diesen Tisch denken mag, noch immer eine ganze Reihe anderer Frauen darauf sind, die wie ich finde recht gut diverseste Archetypen abdecken.
Aber wie gesagt, ich kann, will und werde hier schlecht neutral über ein Bild diskutieren, auf dass ich unter anderem die Lackschicht "gepinselt" habe

Zuletzt, was die Sarkeesian betrifft … da bin ich kein Fan.
Nicht wegen ihrer Botschaft, ich denke sie hat in der Regel Recht mit dem, was sie anprangert.
Was mir an ihren Videos persönlich nicht gefällt – zumindest jenen, die ich damals zu Beginn des Tropes-vs-Women-in-Videogames-Projektes gesehen habe –, ist der deskriptive Ansatz.
Auch das ist grundsätzlich wichtig, natürlich. Auch ist es gut, dass es mal jemand mit großer Reichweite thematisiert.Es ist ihr Projekt, sie kann das natürlich so aufziehen, wie sie will. Dennoch: Ich wünschte, sie würde die Reichweite auch konstruktiver nutzen; zumindest mehr, als ich es bisher bei ihr gesehen habe.
So bleibt es am Ende ein mit Recht sehr frustrierendes Bild einer völlig unwuchtigen Szene, aber leider ohne die Geste des Handreichens, ohne eine Einladung zum Dialog oder einen Ansatzpunkt, wie wir das ändern könnten; gesellschaftsweit.
Aber wie gesagt, nicht um ihre Tätigkeit schmälern zu wollen, sondern eher aus einem abweichenden quasi-didaktischen Anspruch heraus …

Viele Grüße,
Thomas

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Aha, Geschlechtergerechtigkeit prädigen und dann den Übergriff auf die Rahja-Priesterin mit Lack fixieren!

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Schönes Gespräch!

ich habe mal irgendwo aus der amerikanischen Nerdszene ein sehr eingängiges Unterscheidungsmerkmal für sexy Charaktere gelesen:
be or do?
is this a character you would want to be or just a character you want to do?

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Moin Zypherabe!

Das ist keine üble Faustregel, ja!
(Und funktioniert im Endeffekt sogar für beiderlei Geschlecht, wenngleich der Alltag vornehmlich eine Richtung davon bieten wird; dennoch, ich mag das, wenn eine Theorie dahingehend nicht vorbelastet ist …)

Viele Grüße,
Thomas

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