DORPCast 56: Kickstartor und der Hype der Spiele

Hallo zusammen!

In Episode 3 dieses kleinen Podcasts machten Michael und Thomas sich auf, über ein ziemlich neues und unverbrauchtes Finanzierungsmodell zu sprechen: Kickstarter. Stilisiert zu "Kickstartor", dem "Herrn der Spiele", war damals noch nicht abzusehen, was aus dem gesamten Crowdfunding-Umfeld einst werden könnte.
Nun, etwa zwei Jahre später, kehren die beiden zum Thema zurück und stellen sich eine umfassende Frage: Was hast sich seither ereignet und verändert?

Selbstredend gibg es wie immer darüber hinaus Zeitmarken und weiterführende Links in den Shownotes jenseits des Links.

Viele Grüße,
eure DORP

 Episode 56 – Kickstartor und der Hype der Spiele

0:00:29  Intro
0:01:35  Medienschau

0:21:59  Zum Thema
0:23:12  Sind wir zwei Jahre später zufrieden?
0:24:28  Neue Plattformen und verwandte Konzepte
0:26:11  Gründe fürs Crowdfunding revisted
0:28:49  Ein Weg, Interesse zu bemessen und ein Werkzeug fürs Marketing?
0:32:18  Kundennähe?
0:33:19  Crowdfunding als Vertriebsweg
0:34:24  Das trügerische Kalkül einer guten Zielsumme
0:36:59  Über Lauflängen
0:38:02  Gucken Kunden auf Kalkulationen?
0:41:19  Hype
0:48:46  Crowdfunding und der Einzelhandel
0:49:12  Über die Qualität der Videos
0:51:07  Wer hinterfragt seine Ideen schon kritisch genug?
0:52:36  Epilog

0:52:48  Die Feencon
0:54:18  Sermon 2.0
0:54:52  Adieu

Aus der Medienschau
Finn, Thomas: Aquarius
Fringe (Die komplette Serie)
Hughes, John: Christmas '59
Hughes, John: Vacation '58 (ob ungeklärter Rechtslage: könnt ihr euch beide ergoogeln)
Kentucky Route Zero (bei Steam und bei GOG)
Noah
RIPD

Ergänzend erwähnt sei …

… dass der Film "National Lampoon's Vacation" auf Deutsch "Die Schrillen Vier auf Achse" heißt, während "National Lampoon's Christmas Vacation" im Englischen außerdem "National Lampoon's Winter Holiday" und auf Deutsch wahlweise "Schöne Bescherung" oder aber "Hilfe, es Weihnachtet sehr" heißt.

Das erwähnte Interview mit Thomas zu den 1W6 Freunden

Bei Eloridas auf Youtube schauen

Thomas erwähnte Youtube-Kanäle, die er lehrreich findet

CGP Grey
CrashCourse
Numberphile
SciShow
Tom Scott

Und als Bonus, für Leute, die das hier lesen

Thomas' erste Inspiration zum Sub-Thema Hype war eine Koffein-Schlafmangel-Hype-Hysterie-Überreaktion der amerikansichen GameTrailers-Redaktion, als Shenmue 3 angekündigt wurde.
Kann man sicher albern finden … oder sich darüber freuen, dass Leute das Kind im Manne noch nicht begraben haben.
Egal wie: Hier geht's lang.

Kommentare (20)

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Danke erneut für eure Mühe und den hörenswerten Cast!

Gerade die Medienschau ist für mich immer wieder eine Fundgrube. "True Detective" habe ich z. B. durch euch entdeckt.

Diesmal habe ich zu "Aquarius" gegriffen (ich mag das Friesland, Horror/Thriller und hatte Herr Finns Gezeitenwelten-Romane eigentlich positiv in Erinnerung). Leider war mein Leseerlebnis zwiespältig... Die Idee ist wirklich toll und originell und der Handlungsstrang ist sehr gut ausgeführt. Hin und wieder gibt es auch stilistisch überzeugende Passagen (die Tauchgänge etwa, besonders der im Bunker). Ansonsten ist der Schreibstil aber eine Katastrophe, insbesondere die gestelzten und geradezu absurd unecht wirkenden Dialoge. Auch der erläuternde Duktus (TKKG-Style!), über den Herr Finn den Protagonisten uns seine (also Herr Finns) Recherche-Ergebnisse in handlichen Portionen übermittelt ist kaum auszuhalten. Ich war mehrfach kurz davor das Buch deswegen in die Ecke zu pfeffern. Die komplett unter Adjektiven erstickenden Beschreibungen der schröcklichen oder übernatürlichen Szenen muteten außerdem ein ums andere Mal fürchterlich holbeinesk an.

Thomas hat ja eine Randbemerkung über uneleganten Schreibstil oder so gemacht, aber ich hätte angenommen, dass er da als Lektor empfindlicher ist.

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Medienschau: Ich muss mir die alten Medienschauen nochmal anhören, aber ich mag eure derzeitigen, detaillierten Äußerungen zu den vorgestellten Titeln. Ein paar Vorstellungen davon machen manchmal echt Lust, sich die selbst zuzulegen.

Fringe: Sieht so aus, als wäre meine aus der ersten Staffel entwickelte Abneigung von der Serie wohl doch begründet gewesen. (Egal ob Nimoy aufgetreten ist, oder nicht.)

Akte X: Darauf warte ich auch schon gespannt. Und auf Twin Peaks. (Da übernimmt ja Lynch alle Folgen jetzt als Regisseure, nachdem es kurz hieß, dass er gar nicht mehr an dem Projekt beteiligt sei.)

RIPD: Gut, meine "Men in Black"-Einschätzung war also kein Einzeleindruck. :)

Kentucky Route Zero: a.) Das klingt erstmal unglaublich spannend.
b.) Lustig: Auf Gog gibts eine LInu-Version im Angebot, auf Steam nicht. (Dabei sind gerade zweitere doch derzeit die großen Linux-Förderer wegen ihrer Steam-Box.)
Danke auf jedenfall für den Tip. Ich habs jetzt erstmal in meinen Wunschzettel getan. Dieser Monat ist, nachdem ich mir jetzt ein SNES für die Lückenschließung einer bestimmten Kindheitserinnerung, bestellt habe, erstmal nicht mehr für Video-Spiele monetär angesetzt. ^^

Noah: Greenpeace ist doch noch Harmlos als auf der Skalierung. Peta wäre da der spannendere Teststreifen.

Numenera: Besitzer eines Hardcover-GRWs wissen bei Regeldiskussionen Grundsätzlich ein Schlag(schaden verursach)endes Argument auf ihrer Seite. (Oder auch: Ich hasse Boxen.) XD

Buchtrailer: Währen das nicht im Grunde die Myranor-Trailer von Orkenspalter-TV, die vor ein paar Jahren mal erstellt worden sind, in Grob? Oder was muss man sich unter Booktrailern vorstellen? Hast du da ein paar Beispiele zur Hand, Thomas? Und was genau ist letzten Endes dann Young Adult Fiction für ein Spektrum von Themen? (Ich hoffe jetzt mal einfach, dass die "übernatürliches Kroppzeug fickt durch die Gegend"-Geschichten nicht darunter fallen. Auch wenn sie aufgrund ihres reinen Trash-Faktors zum drüber Lustig machen eher geeignet sind.)

Nerdpol: Ach habt ihr den jetzt auch endlich mal für euch entdeckt? ^^
Wobei man das mit dem "Jung" dann auch relativ sehen muss. Die große Basis sind natürlich Leute wie Eloridas, Plastiklöffel und AnguyX, die sich irgendwo in der ersten Hälfte der 20er vom Alter her bewegen. (Noch jünger gehts natürlich auch, da sind einige unter 18 dabei.) Aber danach gibt es dann noch ein Mischfeld aus Neulingen im Hobby und relativ erfahren Spielern, die tatsächlich so in unserem Alter sich befinden (Anfang 30). Das wären dann als Beispiele Personen wie "MeisterUmbreon", um mal ein konkretes Pseudonym zu nennen, das nicht auf den Namen "Orakel" lautet.
Und eine sehr kleine Alterspitze an "alten Säcken" jenseits der 36 existiert auch. (Das wären dann Leute wie Koali, Frank Voight oder Sir Padras.)
Das schöne bei der ganzen Youtube-Sache ist halt, dass der Nerdpol meistens erstmal sich auf neue Ideen einlässt und dann entsprechende Projekte auch irgendwie zu unterstützen versucht.

Das Vlogtaculum z.B. ist ja als Idee nicht direkt an den Nerdpol gebunden, rekrutiert aber seinen Anteil an Teilnehmern zu großen Teilen aus eben dem Bereich, was regelmäßige Video-produzenten angeht. (Ich bin da ja letzten Endes auch über den Nerdpol hinzugekommen und versuche Monatlich meinen "Vreitag" beizusteuern. ^^ )

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aus einer Zeit, als die ersten, großen Vertreter von durchgehend erzählter Genre-Serien erst ihren Anfang nahmen


Wenn ich da gerade nochmal die Gelegenheit nutzen darf an die Debatte aus Episode 24 "Spaß in Serienform" anzuknüpfen. Damals nannte ich die Gummi Bears als erste Vorläuferform mit einem groben Metaplot und neben den geschlossenen Episoden immer wieder einzelne "Metaplotepisoden", wo der Fokus darauf gelegt und der Welt kleine Veränderungen hinzugefügt wurden.

Im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass es im Trickfilmbereich viel deutlichere und ältere Beispiel für Serien mit einem durchgezogenen Metaplot gibt. Zum Beispiel die japanisch-französische Koproduktion "Les Mystérieuses Cités d’or" ("Die geheimnisvollen Städte des Goldes") von Anfang der Achtziger. In der Abenteuerserie ist schon durch den ständigen Wechsel des Standortes eine wenig austauschbare Progression gegeben. Aber es gibt viel ältere Beispiele, ein vielleicht bekannteres die Animeserie "Attack No. 1", "Mila Superstar" in Deutschland, lief von 1968 bis 1970 in Japan. Da gibt es auch eine durchgehende Erzählung, wenn sie durch das Volleyball-Thema auch etwas repetitiv ist.

Aber wahrscheinlich war in der Diskussion damals die Einschränkung, wann und warum der Übergang von geschlossenen Episoden zu episoden-übergreifenden Handlungsbögen bei US-Serien auftritt. Und da könnte man nochmal die ambitionierte Disneyserie Gargoyles nennen mit einem streckenweise sehr starken linearen Plot, das ist Mitte der Neunziger dann schon parallel zu X-Files. Stellt sich natürlich immer noch die Frage, ob diese Trickfilmserien wahrgenommen wurden und ausreichend als Modell galten, um die Entwicklung im Live Action-Bereich beeinflusst zu haben.

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Moin André!

Genau, wie du schon selber mehr oder weniger sagst, die für mich interessante Frage ist, ab wo das ein fast allgegenwärtiger Trend wurde.
Beispiele aus früheren Jahren kann ich dir auch zuhauf präsentieren, sei es im Anime-Bereich noch die oft vergessene Heidi, oder im amerikanischen Zeichentrickbereich beispielsweise die dahingehend unterschätzten Thundercats, die zwar keine durchgehende Handlung, dafür aber tatsächlich ein abgeschlossenes Ende hatten.
Roseanne ist wie schon mal gesagt ein phasenweise starkes Beispiel, aber auch die parallel produzierte Cosby Show hatte etwa Kontinuitätswandel dadurch, dass die Töchter mit der Zeit erst feste Freunde, dann Ehepartner hatten oder auch banal, indem in einer Folge noch mal kurz das erwähnt wurde, was in der vorigen Folge passiert ist. Nicht am laufenden Meter, aber halt immer mal wieder.
Und die Lindenstraße läuft auch bereits seit 1985. Allgemein waren Soaps ja schon seit jeher von einer fortlaufenden Entwicklung gezeichnet.

Dennoch hast du halt einen Wechsel in der dominanten Erzählform, den man denke ich im Bereich von Single-Cam-Produktionen, gerade auch im Drama-Action-Genre-Wasauchimmer-Bereich gerade in den 90ern gut sehen kann. Wie damals in der Folge schon angerissen: Fort von Serien wie meinethalben alles von A-Team bis Columbo, wo am Ende der Status Quo vom Anfang wieder hergestellt wird, hinzu Serien wie halt Anfangs Akte X, Twin Peaks oder Babylon 5.
Relevant, aber hier den Rahmen sprengend, ist halt auch zu beobachten, dass der wirkliche Boom dieser Sendeformate auch eng mit dem Wechsel der Trägermedien einhergeht. Zuerst DVDs, dann BluRays und besonders auch Streaming machen solche Formate sehr viel lukrativer, weil man keine Folgen mehr verpasst. Wer etwa bei "24" mal zwei Episoden versäumt, kann je nach Timing schon echte Probleme haben rauszukriegen, wo er ist.
Interessant sind da ja auch die Mischformen; Buffy etwa, eine Serie mit Charakter-Kontinuität und übergreifenden Erzählbögen, die diese aber wiederum auf je eine Staffel begrenzt; das "big bad"-System. Ein Format, was etwa ja in "Dexter" auch massiv genutzt wurden.

Aber, um den Bogen zu schließen, ehrlich gesagt ist es mir im Grunde auch relativ egal, wer da zuerst war; Ausreißer gibt es halt auch sowieso immer. Ich denke, dass dieser Erzählform-Wechsel stattgefunden hat, daran ist nur schwer zu rütteln; heute ist es ja im Grunde fast schon interessanter zu beobachten, wie das ehemals gescholtene Format der Halb-Staffel nun ja scheinbar schon fast eine neue Norm wird (Daredevil, True Detective, Orphan Black (semi-britisch, daher zählt das vermutlich nur halb), Game of Thrones, The Americans – Beispiele finden sich zuhauf) und ja etwa Akte X mit den geplanten 6 Folgen sogar *die* noch mal halbiert …
Auch über die theoretische Sechs-Akt-Struktur heutigen, amerikanischen Network-Fernsehens könnte ich noch Romane hier schreiben, aber ich lass mal einfach gut sein ;)


Viele Grüße,
Thomas

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Ich habe nochmal ein bisschen recherchiert in der Hoffnung eine definitivere Antwort zu finden, aber nicht wirklich etwas gefunden. Möglicherweise gibt es eine Darstellung der Historie in der Fachliteratur oder ist es ein noch ungelöstes Data Mining-Problem.

Hier wird im wesentlichen die gleiche Frage gestellt, zurück kommen aber auch nur Ansätze von Antworten: http://movies.stackexchange.com/questions/3147

Was sich so findet, ist die relativ plausible Vorstellung, dass die Zuschauerbindung (=> Quote => Wirtschaftlichkeit) entscheidend ist. Also grob gesagt, inwiefern die fehlende Episodenhaftigkeit sich stärker als Vorteil denn als Nachteil auswirkt. Durch die richtige Publikumswahl kann man die notwendige Zeit oder Treue, die den Nachteil aushebeln, bekommen. So erklären sich Soap Operas (ursprünglich an Hausfrauen zur Begleitung bei der Hausarbeit gerichtet), vielleicht auch die Kinderserien (Kinder dürfen (durften?) das Kinderprogramm oft mit großer Regelmäßigkeit schauen). Und möglicherweise war das auch der Grund, warum in den Neunzigern vorallem die Genre-Serien längere Handlungsbögen aufweisen konnten, weil sie einfach die Zuschauer mit dem notwendigen Enthusiasmus dafür hatten. Zunehmend, so wie du auch andeutest, wird die Notwendigkeit der Kontinuität zu folgen durch Verfügbarkeit erleichtert, also zuerst Aufzeichnungsgeräte, Verkauf/Ausleihe der Serie auf Trägermedien, jetzt digitale Distribution. Dementsprechend die zunehmende Verbreitung von "serialized".

Und schließlich ein Verweis auf diesen Artikel "The Cosmology of Serialized Television", über den ich gestolpert bin, eine gewisse Einordnung gleichzeitig vorallem eine Kritik. Allerdings recht lang: http://theamericanreader.com/the-cosmology-of-serialized-television/

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Crowdfunding: Allgemein stelle ich im Bezug auf Crowdfunding fest, dass das gleiche passiert ist, was in allen anderen Bereichen meines Lebens auch passiert. Mittlerweile habe ich eine Crowdfunding-"To Do"-Liste, die langsamer abgearbeitet wird, als neue Einträge dazukommen. Unter anderem dadurch, dass ich das Magazin "Shut Up and Take My Money" des von euch erwähnten Orkenspalter TV sehe. Im Endeffekt schaue ich -- meistens lange nach Abschluss der Fundingphase -- auf Projekte und wenn was dabei rausgekommen ist, kann man sich das mal holen.

Crowdfunding/Aufspaltung: Diese Praxis der Aufspaltung der notwendigen Summe über das "Fundingziel" und die ersten Stretchgoals finde ich fragwürdig, wenn sie nicht explizit kommuniziert wird. Ich verstehe zwar, warum das so gemacht wird, aber letztlich setzt das eine Sicherheitsmaßnahme von Kickstarter außer Kraft und das kann zu Problemen führen. Shadowrun-Beispiel 1: Bei Shadowrun Chronicles (früher Online), das ihr auch in Folge 3 erwähnt habt, ist genau das schief gegangen. Die hatten als nominelles Fundingziel ebenfalls zu wenig Geld gesetzt, das Ziel dann gerade so erreicht, aber weil sie allen das Spiel versprochen haben trotzdem mit zu wenig weitergemacht. Die Entwicklungszeit hat sich deutlich verlängert und der Inhalt musste reduziert werden. Schließlich hat der Entwickler zugemacht. (Sicherlich auch, weil sie in der wichtigen Anfangsphase nach Spielveröffentlichung Pech mit der Technik hatten und das Spiel allgemein nicht so gut ankam.) Shadowrun-Beispiel 2: Als Gegenbeispiel die wesentlich glücklicheren Shadowrun Returns-Macher konnten mittlerweile zum im Prinzip dritten Teil Hongkong ein weiteres erfolgreiches Crowdfunding durchführen. Vergleichbar ist das sicherlich nicht, weil sie mit der Ansage reingegangen sind, dass sie das Spiel bereits finanziert haben und nur zusätzliche Features durch Crowdfunding unterstützen lassen wollen. Dann haben sie sogar für die Zahl der Stretchgoals ein oberes Limit gesetzt und gesagt, ihr könnt uns mehr Geld geben, aber unsere Kalkulation ist fertig und wir wollen nichts versprechen, was darüberhinaus geht und die Planung wieder aufbricht. Das klingt so robust, wie man sich das wünscht. (Wenn man zynisch ist, kann man natürlich hinterfragen, ob die Zahlen dahinter auch wirklich so aussahen oder ob das gutes Marketing war.)

Hype: Ich kriege nun schon relativ wenig mit, weil ich Echtzeitmedien meide, aber diese massiven Hypes bei Unterhaltungsprodukten finde ich nervig und zunehmend abtörnend. Für mich ist das ein Zeichen eines gerade im Computerspielbereich hoffnungslos übersättigten Marktes. Ich sehe Crowdfunding daher nach wie vor als Möglichkeit kleine Projekte zu realisieren, wo im Wesentlichen Materialkosten gedeckt und die Lebenszeit der Produzenten ein Stück weit freikauft wird, aber niemand wirklich Geld verdient, einfach weil der Markt für all den zusätzlichen Krempel nicht mehr da ist. -- Deponieraum wird auch langsam knapp, glücklicherweise haben wir noch die Ozeane. -- Dass man trotzdem sein Projekt bekannt machen machen muss, um an das Geld kommen, ist klar. Aber bei Hype spüre ich immer häufiger Unwillen mich diesem überhaupt auszusetzen.

Buchtrailer: Also dank des Artworks sehe ich bei Rollspielbüchern da wesentlich mehr Potential als bei Belletristik. Artwork ist heute meist digital und wird mit Layers geliefert, da hat man schon gute Voraussetzungen für ein paar einfache Animationen. Shadowrun-Beispiel 3: Hier mal der Trailer zur Fünften Edition von Shadowrun: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Mr0qqZVnDoA">Shadowrun, Fifth Edition RPG: Coming 2013</a>. Ob das nun viel bringt, weiß ich natürlich nicht.

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Moin André!

Crowdfunding und Abwarten: Ja, mache ich in vielen Fällen ja auch. Seien es Spiele wie das neulich besprochene Baphomets Fluch 5 oder eben Kentucky Route Zero dieses Mal, aber auch etwa Amanda Palmers "Theatre is Evil", doch eben auch Rollenspielprodukte wie (das englische) Numenéra – das waren "Ladenkäufe" von mir von Produkten, die durchs CF entstanden sind.
Anderes wie die erwähnten Dreamlands, das dt. Numenéra oder etwa die Anthologie "Eis und Dampf" dagegen habe ich dann gefördert. Je nachdem halt.

Künstlich gedrückte Zielsummen: Ich stimme dir völlig zu.
Wirtschaftlich durchaus clever, moralisch eher problematisch und finanziell ganz klar gezockt.

Hype: Das sprengt sicherlich das Diskussionsfeld dieser Kommentarboxen, aber … irgendwie finde ich es vermutlich auch einfach schade, wie schlecht der Ruf von "Hype" oft mittlerweile schon ist. Ohne dass ich den Finger explizit auf etwas legen könnte … aber meinem Bauchgefühl nach sollte es eigentlich etwas Positives sein, in der Praxis scheint dagegen eine Schere auseinander zu gehen und wie immer, wenn das passiert, das balancierte Mittelfeld verloren zu gehen.
Hm, ich glaube, ich setze es mal auf meine Blog-Themen-Liste …

Buchtrailer: Auch hier Zustimmung, mit einer Einschränkung:
"Artwork ist heute meist digital und wird mit Layers geliefert" – der erste Teil ist wahr, aber glaub mal, manche meiner Arbeitsstunden geht einfach daran verloren, dass bei Projekt XY die Dateien ohne Layer geliefert wurden.
(Die dt. Westeros-Karte beim Eis-und-Feuer-Rollenspiel ist auch nur dank vieler Stunden mit dem Kopierstempel zur Entfernung der englischen Texte deutsch geworden, beispielsweise ;))
Was deinen Punkt per se natürlich nicht wenige wahr macht ;)


Viele Grüße,
Thomas

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Meines Erachtens war Hype ursprünglich ein negativer Begriff, der für überzogenes Hochjubeln steht. Diese Affirmierung, ja ich will mich hypen lassen, ist eher neu, eben die typische Wendung eigentlich negativer Begriffe, indem man sie sich zu eigen macht. Ich bin persönlich allerdings auch sehr negativ gegenüber Werbung eingestellt, wenn doch mal welche an meinen Filtern vorbeikommt, denke ich jedesmal, jetzt würde ich am liebsten jemanden auf Schadenersatz verklagen. :D

Mein Beileid wegen dem Kopierstempel.

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Moin André!
Damit hast du vermutlich Recht, jedenfalls hier in unseren Breitengraden. So quer durch englische Lexika blätternd scheint der Begriff dort schon sehr viel länger weniger eindeutig negativ konnotiert worden zu sein als bei uns … ja … insofern vielleicht auch sozusagen ein 'false friend' in meinem Denken, wenn man das bei einem Lehnwort sagen kann.

Nun, wie dem auch sei, ich denke es wurde ja klar, dass es mir weniger um täuschende Werbekampagnen und eher um das "sich euphorisch begeistern lassen können" geht :)

Viele Grüße,
Thomas

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Da ich neulich ewig gesucht habe und es dann doch nicht bei euch gefunden habe (Buchempfehlung über einen Roman SciFi wo sie zig verschiedene Welten besuchen und diese beschreiben und alle einzigartig sind)... Wie wäre es wenn ihr die MEdienschau als Liste hier irgendwo führt mit Bücher, Filme, etc. und was ihr empfehlt und was nicht?

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Uuuu ja "The long earth" war es glaub ich DANKE... Hmmm vielleicht war es dann nicht hier sondern bei analogspieler.de medienschau? Das sind die zwei Podcasts Medienschaus die ich immer wieder gerne höre und wenn ich mir nicht gleich notiere was für eine serie, film oder buch ist es nach ein paar tagen weg ...

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Analogspieler ist eine Portalseite, du meinst wahrscheinlich einen der Podcast. Beim Ausgespielt-Podcast wurde "The Long Earth" erwähnt: http://ausgespielt-podcast.de/2014/10/die-nicht-nur-rollenspiel-nachrichten-62014/ Ist aber schon ein Weilchen her.

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Hallo André,

zumindest The Long Earth kann ich ausschließen. Ich hab das Buch nicht mal im Haus bisher und Michael liest soweit ich weiß gar kein Pratchett ;)


Viele Grüße,
Thomas

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