DORPCast 47: Macht Unwissenheit uns selig?

Hallo zusammen!

In dieser Folge nähern sich Michael und Thomas einem zugleich abstrakteren, persönlicherem und irgendwie sogar philosophischem Thema – macht Unwissenheit uns selig? Haben wir mit unerfahrener Naivität mehr Spaß am Tisch, oder liegt in der erfahrenen Abgeklärtheit ein ganz eigener Reiz?

Bis sie am Ende die Wahl zwischen blauer und roter Pille haben, streifen sie so manch anderes Thema, selbstredend nachdem sie zuvor bereits die gewohnte Medienschau durchlaufen haben.
Alle weiteren Details gibt es wie immer in den Shownotes jenseits des Links …

Viele Grüße,
eure DORP

 

Episode 47: Macht Unwissenheit uns selig?

0:00:29  Intro
0:01:03  Über die Technik vom DORPCast
0:03:42  Die Medienschau

0:24:49  Zum Thema
0:27:43  Beschäftigung kostet Naivität
0:30:04  Gegen ein Diktat der Mehrheit?
0:31:43  Die Negativität aus Abgeklärtheit
0:32:35  Die Indies als Rückkehr zum Sense of Wonder?
0:34:16  Gibt es Wege gegen das Ausbrennen?
0:36:12  Vom Eifer der Jugend
0:38:06  Dem Internet einmal kritisch begegnet
0:40:32  Der Fluch von Content-Produzenten
0:43:02  Die Jugendlieben
0:45:14  Einfach wieder unkritisch Spaß haben und genießen
0:48:08  "Was ist daran cool?"
0:51:31  Wissen als Tugend
0:54:37  Hobby-Entzug als Lösungsmodell?
0:56:05  Die rote oder die blaue Pille?
0:57:58  Ausklang

0:58:11 Sermon 2.0
0:59:03  Adieu!

Aus der Medienschau

Adams, Richard: Unten am Fluss
Django Unchained
Gronle, Ackermann, Greulich: 100 Meisterwerke der Weltliteratur
Injustice: Gods among us
Penny Dreadful
Robocop

Unser Equipment

Michaels Mikrofon: Samson GoMic
Thomas' Mikrofon: Blue Yeti
Die Software unserer Wahl: Audacity
(Nicht erwähnt) Der Vorspann wird erstellt mit: Apple Garageband

Kommentare (13)

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Hallöchen,

bitte entschuldigt die hohe Frequenz meiner Kommentare aber ich fahre viel Auto und höre z.Z so drei Folgen am Tag ;-)

Watership Down war der schlimmste Film den ich damals gesehen habe, ich glaube ich war da so sechs oder sieben, ich hab mich ewig nicht davon erholt und habe selbst Heute noch so manche Szenen im Gedächtnis. Aber ein guter Hinweis diesen Film auch mal wieder zu sehen. Den ich seh mir regelmäßig (also so einmal im Jahr) das letzte Einhorn an und finde ihn immer und immer wieder unglaublich gut.

Aber zum Thema, ich weiß jetzt ja nicht ob es bei euch immer noch Aktuell ist - aber bei mir war es das bis vor 2 Jahren auch, da auch ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe - zwar in einem komplett anderen Bereich als ihr (Pferdewirtin/Landwirtin eig. gelernt) aber ich hatte die gleiche Problematik wenn man 60std die Woche nur mit Pferden und deren Besitzern zu tun hat, hat man irgendwann keinen Nerv mehr sich auch noch in seiner Freizeit damit zu Beschäftigen ( und nur um dem Klischee das hier vielleicht gar nicht anzutreffen ist ;-) vorweg zu nehmen - nein man Reitet nicht den ganzen Tag nur durch die Gegend...

Ich habe wirklich die Faxen dicke gehabt und für mich die Konsequenz daraus gezogen, zu Kündigen und mich Selbstständig zu machen, okay dieser Prozess hat ein Jahr gedauert, aber es geht und ging mir besser damit - mittlerweile habe ich sogar wieder Spaß an meinem Hobby das ich aber bewusst außer in Ausnahmen nur einmal die Woche betreibe.
Hier spanne ich den Bogen dann damit mal zum RPG und eurem eigentlichen Thema ich glaube es kommt wirklich auf die Frequenz an mit der man damit zu tun hat. Ich selbst spiele jetzt seit ca. 15 Jahren fast ausschließlich D&D und es macht mir nach wie vor sehr sehr viel Spaß, allerdings kommen wir auch seltener als einmal im Monat dazu mit unserer Aktuellen Gruppe zu Spielen. (weil wir auf der anderen Seite des Fucking Taunus Wohnen - Fucking Wetterau ;-) ) Ich muss aber auch sagen das ich mir bisher einfach auch sehr wenig "Input" von außen geholt habe, da ich eine schreckliche Erfahrung mit unserem ersten Spielleiter hatte, der mir beinahe den ganzen Spaß verdorben hätte. Die ganze Zeit so Sprüche und Bemerkungen "ihr seit so dumm" - "wie kann man nur so blöd sein" hat die damals 19 Jährige Sabrina - null Rollenspiel Erfahrung und vom Regelwerk von AD&D2nd nur Bahnhof und Abfahrt verstehende - beinahe dazu gebracht nie wieder zu Spielen. Als ich mal ein zwei Sachen in einem Forum gelesen habe war ich auch eher Verschreckt als das es mich voran gebracht hätte, weil ich dachte "wie geht das den das man sowas "Falsch" spielen kann. Deswegen habe ich seit 15 Jahren meine D&D Brille auf und beginne erst jetzt auch mal über den Tellerrand zu schauen. Vielleicht traue ich mich eines Tages auch mal auf ne Con. aber anderes Thema ;)
Naja ich weiß jetzt echt nicht ob das für euch Hilfreich ist, aber um den Spaß am Hobby zu erhalten muss man es glaube ich erst mal radikal Reduzieren um dann festzustellen, was fehlt mir und wie will ich das in Zukunft handhaben damit es mir nicht wieder zur Last wird ? Vielleicht auch echt was Thomas gesagt hat mal wirklich Vornehmen etwas zu Spielen über das man evtl. mal keine Rezi. in irgendeiner Form schreibt ? ( sorry wenn das überhaupt geht keine Ahnung, bin auch manchmal zu Naiv...) Ich hab wirklich echt bisschen Mitleid wobei das vielleicht das falsche Wort ist...Verständnis trifft es wahrscheinlich besser.

Liebe Grüße

Sabrina

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Hm, irgendwie erinnert mich diese Folge an den Satz von Stephen Fry: "If ignorance is bliss why are so many people unhappy?"
Ich mag in dieser Hinsicht hofnungsloser Naturwissenschaftler sein, aber besseres Verständnis bestärkt meine Begeisterung eher noch. Einerseits faszinieren mich die Erkenntnisse an und für sich, andererseits kann ich mit besserem Wissen besser meine Wünsche und Vorlieben umsetzen. Insofern ist eine neue Befeuerung meiner Rollenspielbegeisterung jedes Jahr der Nordcon. Die rollenspieltheoretischen Vorträge zeigen immer wieder neue Wege, wie man das Hobby betreiben kann. Sowas finde ich geil.

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Ich benutze ein Audio Technica 2020 USB-Mikro. Wahrscheinlich etwas übertrieben für Podcasts, aber ich finde es hervorragend.

Zum Thema. Betrifft mich theoretisch sehr, bin ich doch selbst Literatur- und Filmwissenschaftler. Außerdem beschäftige ich mich seit *hust* Jahren mit Rollenspiel. Aber ich muss sagen, ich kann die Debatte eher nicht nachvollziehen. Es gibt vielleicht insgesamt ein paar weniger Filme, Bücher und Spiele, die mich vollkommen begeistern. Ich bin sicher etwas anspruchsvoller geworden. Aber für mich hat die Beschäftigung mit dem Thema (zum Teil auch beruflich) nur dazu geführt, dass ich die Dinge noch mehr wertschätzen kann. Ich lasse mich reinziehen ... und kann dann nachher sagen, warum das vielleicht so war. Oder zusätzliche Ebenen entdecken beim zweiten oder dritten Mal. Und wenn es mich nicht reinzieht, dann lass ich es halt. Meine Abgeklärtheit besteht darin, dass ich mir darüber dann keine Gedanken mache.

Klar sind dadurch einige Dinge weggefallen. Fantasy macht mir im RPG keinen Spaß mehr. Aber das ist kein Problem, es gibt schließlich genügend andere Settings. Es ist eher umgekehrt: Ich weiß jetzt besser, was mir und unserer Runde Spaß macht, und fokussiere mich auf das. Wir probieren gemeinsam neue Dinge aus, aber vor allem haben wir Spaß und machen uns keinen Stress.

Wenn ich höre, dass manchen vor lauter Beschäftigung mit dem Thema der Spaß vergeht, dann kann ich nur sagen: Lasst mal ein bisschen los. Das ist ein Spiel, ein Hobby und keine Verantwortung, die ihr euch aufhalst. Für mich hat das nichts mit Naivität zu tun. Ich will auch meine DSA1-Tage mit elf Jahren nicht mehr zurück. Ich lebe und spiele einfach nach dem Motto: Love it, Change it or Leave it!

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Tatsächlich hatte ich bei dem Thema zum ersten Mal bei einer Folge keine Vorstellung, worum es gehen wird. Und obwohl ihr das im folgenden dann umrissen habt, bin ich nicht so ganz sicher, ob ich jetzt nach dem Hören wirklich verstanden habe. Ich glaube, ihr habt eine ganze Reihe von Teilproblemen in einer Weise gebündelt, die im Einzelfall so auftreten mag, aber nicht universell ist. Also etwa zu professioneller Zugang (Verwertungsperspektive oder Tätigkeitsassoziationen), zu analytischer Zugang, zuviel Wahrnehmung von negativen bzw. detalliert kritischen Fremdmeinungen oder Übersättigung als Problem. Die Diskussion schien mir von einer sehr spezifischen Kombination dieser Probleme auszugehen. Und ich erkenne zwar, dass sich jeder dieser Punkte mit der Lösungsidee angehen lässt, sich in den Zustand von mehr Unwissenheit zu versetzen, aber gleichzeitig ist diese Idee für die jeweiligen Teilprobleme doch im sehr unterschiedlichen Maße praktikabel. Wenn ich mir Erlebnisse durch negative Meinungen kaputt machen lasse, kann ich diese vielleicht noch ganz komfortabel ausblenden. Wenn ich noch nicht den Schritt gegangen bin, mein Hobby zum Beruf zu machen, kann ich in Antizipation des Problems (wenn ich genug weiß, um zu wissen, dass ich es nicht wissen will ) davon absehen. Wenn ich dagegen einmal einen starken analytischen Blickwinkel entwickelt oder meine hundert Runden Rollenspiel gespielt habe, ist wie auch im Podcast gegen Ende erwähnt, Unwissenheit irgendwann keine Option mehr sondern nur noch ein reines Gedankenspiel.

Das Überthema ist so gesehen ganz interessant, aber als Lösungsansatz meines Erachtens nicht geeignet. Ansonsten würde ich bringe nochmal drei weitere Aspekte einbringen:

1) Kann mehr Wissen nicht auch langweilige oder schlechte Werke auf einer anderen Ebene, wie etwa der Analyse des Versuchten aber Missglückten oder des Erkennens korrektiver Ansätze, wieder interessant machen?

2) Daran anschließend die Unterscheidung zwischen Handwerk und Kunst. Ein Kunstwerk kann sich sowohl durch hohe handwerkliche Qualität oder durch (ggf. vermeintliche) handwerkliche Mängel auszeichnen, weil das Handwerkliche hinter dem Künstlerischen zurücktritt. Wissen kann dem Erkennen von Kunst schaden, weil es die Hürden hebt, andererseits manchmal ermöglicht es erst dieses Erkennen. Ich würde sagen für den profaneren "Unterhaltungsfaktor" gilt das in ähnlicher Weise. Man denke nur mal an alte Serien oder Filme, an denen man ohne ein bestimmtes kulturelles Wissen oft keinen Spaß hat, weil sie zu fremd sind.

3) Schließlich könnte man die These aufstellen, dass kulturgeschichtlich eigentlich die Wiederholung wichtiger ist als Innovation. In der Zeit vor der Schrift war die Wiederholung der gleichen Geschichten die Bedingung dafür, dass diese überhaupt in der Gemeinschaft Bestand haben konnten. In der Mystik gibt es die Idee, dass man immer wieder zu den gleichen Texten zurückkehrt, um sie tiefer zu verstehen. Auch die Idee eines Kanons oder eines klassischen Repertoires spricht dafür. Es gibt in jedem Fall diese kulturelle Praxis, wo erst nachdem man ausreichend mit den Klassikern vertraut ist, der Genuss durch ihre wiederholte Rezeption wirklich beginnen kann. Während heute einem anderen Zugang möglicherweise eine stärkere Bedeutung zukommt: Die erste oder zweite Konfrontation steht im Vordergrund, sie wird in der Rückschau verklärt und nur in der damaligen Qualität als authentisch akzeptiert, weshalb die Wiederholung tendenziell gefürchtet wird und sich dieses Erlebnis eigentlich nur in neuen Dingen zumindestens ähnlich wiederfinden lässt.

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Ich finde es geht nicht unbedingt um Naivität der Neulinge, aber sicherlich um Motivation und Offenheit.
Man ist nach vielen Jahren festgefahren, es macht zwar noch Spaß, aber es hat nicht mehr diese besondere Energie.
Und hier hat mir tatsächlich sehr geholfen, mit Jugendlichen und Neueinsteigern zu spielen. Zu sehen, wie die Gesichter strahlen und mit welcher Begeisterung sie dabei sind, ist unglaublich ermutigend.

Totalen RP-Burnout hatte ich noch nicht, aber einen System-Burnout. Nach fast 10 Jahren DSA hatte ich dermaßen genug (auch und vor allem als Folge davon, dass diese Pfeif-doch-drauf-und-Spiel-Begeisterung einer ziemlich exzessiven Detailreiterei gewichen war), dass ich einige Zeit sogar ein sehr starker DSA-Hater war (beruhigt sich zwar inzwischen einigermaßen, aber spielen möchte ichs trotzdem nicht mehr).

Hier hat mir tatsächlich der Systemwechsel geholfen. Zuerst zu Savage Worlds, inzwischen zu Dutzenden verschiedener Systeme.
Dabei ist dann die Tendenz deutlich, dass ich entweder Systeme wähle, die keine solche Detailreiterei erlauben (FATE, Cypher), oder abbreche und zu etwas anderem wechsle, sobald es sich bemerkbar macht (was meist eintritt, wenn die Spieler das System so weit verinnerlicht haben, dass Handwedelei problematisch wird).

Also kann ich aus persönlicher Erfahrung sagen, dass sowohl das Spiel mit neuen/jungen Spielern als auch ein Wechsel von Systemen (muss jetzt nicht unbedingt zu den extremsten Indies sein) helfen kann, die Begeisterung wieder zu finden.

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Blue Yeti: Gibt es da eventuell Erfahrungen mit Linux? Ich suche nach einem Brauchbaren Mikro, weil ich in letzter Zeit ja auch Videos produziere und will da langfristig noch ein wenig mit dem Ton ebenfalls "mehr" machen. Und du klingst definitiv besser, Thomas.

Injustice: Das klingt irgendwie auf einer anderen Weise aus den Comics vertraut. Allerdings ist Beat'em'up nicht unbedingt mein Genre, um da großartig Spiele zu spielen.

Watership Down: Hmm... mal'ne Frage aus der Unwissenheit des nicht gelesen habens: Ist das nicht die Geschichte mit den "Nazi-Kaninchen" (wie es eine Bekannte von mir mal genannt hat)?

Robocop: Irgendwie scheint es niemanden zu geben, der diesem Film irgendwas abgewinnen konnte. Und es sind ständig die gleichen Argumente. (So langsam glaube ich wirklich, dass hier eine gewalltige Fehlproduktion vorliegt.)

Penny Dreadful: Billie Piper (bekannt als britische Antwort auf Britney Spears... ich habe hier noch eine Single aus ihrer Anfangszeit als Musikerin rumliegen) als tuberkolöse Hure und Eva Green als durchdrehendes Medium. Die erste Staffel hatte etwas. ^^

Rollenspieltheorie: Könnte man das Ganze nicht auch so sehen, dass es da sehr viele unterschiedliche Positionen gibt? Insofern gibt es ja eh verschiedene Möglichkeiten, um an das Ganze heranzugehen. Von daher ist eure Perspektive nur wieder eine andere.

Indies: Jup, volle zustimmung was das "anders" angeht. (Weshalb ich durchaus interessiert meine persönlichen Favoriten in dem Bereich gefunden habe, aber auch immer wieder gerne Mainstream verwende.)

Spiele mit Jugendlichen: Das kann durchaus eine Menge bringen. (Ich spiele ja hin und wieder über den Nerdpol und gehöre da zu den "alten Hasen". Das schöne dabei ist, das man dort recht viel mit Anfängern in Kontakt kommt und auch schon mal hin und wieder einen absoluten SL-Neuling erwischt.)

Rollespielproduzenten: Ihr klingt teilweise so wie ich mit meiner Bloggerei-Erfahrungen, wo wirklich fast alles nur noch unter dem Aspekt des Rezensions-Schreibens betrachtet wird. ^^

Das letzte Einhorn: Wirklich gute Erinnerungen? Ich kann mich hier an eine Folge erinnern, wo Thomas sich eher verwundert darüber geäußert hat, dass er auf Twitter vermehrt reaktionen bekommen hat, dass wir alle nur Kindheitstrauamata davongetragen haben, die dadurch entsprungen sind, weil wir den Film nicht zu Ende sehen konnten.

Erfahrungen gegen Unwissenheit austauschen: Definitiv nicht. Das Würde letzten Endes bedeuten überhaupt keinen Spaß mehr an der Sache jemals gehabt zu haben. (So wie ich es verstehe.) Von daher ist eventuell manchmal eher der wechsel des Fokus gar nicht mal so schlecht. Aber gänzlich alles was man kennt über Bord zu werfen wäre in meinen Augen vergleichbar mit der Tatsache, dass man den Grund aufgibt, sich überhaupt in die Materie mal reingekniet zu haben. Damals war ja das Erfahren von Neuem gerade das tolle an der ganzen Sache. (Auch wenn man dieses "Neue" nicht mehr finden kann.)

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Moin Orakel!

Blue Yeti: Das wirst du mal googeln müssen. Ich hab's gerade mal gesucht und da findet sich zumindest "was", aber inwiefern von Erfolg gekrönt, kann ich dir ad hoc auch nicht sagen. Der Hersteller gibt nur Specs für Win und OS X an.
Ich für meinen Teil sitze jetzt seit gut zehn Jahren an Macs, ich fürchte darüber hinaus kann ich dir nichts sagen …

Watership Down: Jaaaa, durchaus.
Wobei Nazi … ja, klar, aber ich würde es eher allgemein als totalitäres System auffassen; auch wenn die Analogie natürlich flott da ist. Das ist aber auch, was ich in der Folge kurz erwähne – die Frage halt, ob die Aufgabe aller persönlichen Freiheiten ein Preis ist, den man zahlen kann/sollte/darf, wenn man im Gegenzug Sicherheit vor äußeren Feinden erhält.
Allerdings macht das auch nur einen Teil des Buches aus; es ist alles in allem weitaus vielseitiger, als dass eine Reduktion auf diesen Konflikt angemessen wäre.

Rollenspieltheorie: Ja, natürlich.
Wobei ich bei uns sogar noch die Klammer machen würde, dass ich zwar den Anspruch habe, im Podcast für mich fungiert zu argumentieren, aber nicht, wirklich den Theoretiker zu geben. Es ist halt wirklich vor allem meine aus Erfahrung geformte Meinung, nicht mehr, nicht weniger.
Ich finde halt immer interessant, wenn bestimmte Systeme (GNS ist so etwas, als Beispiel) manchmal wie Grundfesten geführt werden. Ich hab auf die Schnelle keine entsprechende Zuschrift bei mir gefunden, aber dann und wann hatten wir das halt.
Das ist auch keine Kritik an denen, denen die Modelle etwas bringen … aber genau, unsere Positionen (Plural, weil Deckungsgleich ist's hier ja auch nicht immer ;)) sind auch nur Stimmen in einem sehr vielstimmigen Chor.

Rollenspielproduzenten: Michael und ich haben ja auch zusammen über 1.000 Rezis hier auf die Seite gewuchtet, ich weiß recht exakt, was du meinst, denke ich ;)
Aber klar – egal ob du jetzt Rezis schreibst oder Bücher erstellst, ob du Layout machst oder Filme produzierst, den Blick des reinen Konsumenten büßt du halt immer ein. Ich bin aber froh, etwa was die Rezis angeht, das mittlerweile gebremst zu haben für mich.

Das letzte Einhorn: Ist auch richtig, ja. Aber rund um diese Folge haben mich halt auch Meldungen erreicht, wie in der Folge beschrieben. Die Sorge, den Film noch mal zu gucken, aus Angst, dass er seinen Zauber verliert.
Ähnlich hatte ich das übrigens damals auch, als ich hier vom "Breakfast Club" berichtet habe.
Wir reden ja auch in beiden Fällen nicht von Hunderten Zuschriften – aber der Gedanke kam halt auf. Ebenso wie im Freundeskreis manchmal Argumente im Sinne von "Puh, ob der heute noch gut ist …" fallen. Scheint insofern eine durchaus vorhandene Sorge zu sein ;)

Erfahrungen gegen Unwissenheit austauschen: Zustimmung! =)


Viele Grüße,
Thomas

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Hi Thomas.

Blue Yeti: Danke erstmal. Das macht die Sache zwar für den Augenblick einw enig komplizierter, dürfte dann aber auf lange sicht eventuell doch etwas hilfreiches werden. (Ich will ja selber irgendwann zum Mac zurück. Linux ist aber aufgrund der aktuellen Umstände eine gute Zwischenlösung.)

Watership down: Wie gesagt: Ich selbst kenne das Buch nicht, aber eine Bekannte von mir hatte die entsprechende Analogie gezogen. Und das spukte gerade durch meinen Kopf, als du den Titel erwähnt hattes. Ich war mir aber nicht mehr sicher. ^^

Das letzte Einhorn: Okay. Da bist du natürlich die letzte Instanz. Ich erinnerte mich halt nur an deine entsprechende Verwunderung, als das Thema "aktuell" war.

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Nein, Scorp, deine Tonqualität hat sich nicht verbessert.
Thomas klingt immer so, als stünde er selbst neben einem. Du dagegen klingst immer noch so, als würdest du von deinem Porzellan-Thron aus aufnehmen.
Aber vielleicht liegt das auch weniger an deinem Mikrofon, oder deinen Einstellungen, als mehr an deiner Lokalität.

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Medienschau

Ich habe mir als Mikrophon ein Zoom H2N gekauft. Ist vergleichsweise billig, funktioniert auch als Diktiergerät und ich nutze es auch um unsere Rollenspielrunden aufzunehmen. Was es ziemlich problemlos kann und auch mit annehmbarer Qualität. Ich bin jetzt kein Aufnahmetechnikfreak und komme gut mit dem Gerät klar.
Audacity nutze ich auch für meine Zwecke.

Ich glaube es ist Absicht, dass die Charakter von Waltz in Basterds und Django so ähnlich sind. Eben um den Punkt deutlich zu machen, dass die weißen Amerikaner in diesem Film die Verbrechen gegen die Menschlichkeit begehen. Tarantino selbst hat ja in Interviews zum Film auch direkt den Holocaust mit der Sklaverei in den Südstaaten verglichen. Entsprechend habe ich die Verhaltensähnlichkeit der Charakter als Teil der Botschaft gesehen. Das in diesem Fall der deutsche Charakter eben den amerikanischen moralisch überlegen ist. King Schulz hat auf eine Art ja sogar den selben Beruf wie Landa, die Jagd auf Menschen.

Watership Down hat mich auch traumatisiert als Kind.

Vielleicht gebe ich Penny Dreadful auch nochmal eine Chance.


Zum Thema

Ein bischen Sense of Wonder habe ich sicher verloren in 20 Jahren Rollenspiel. Aber ich finde oft noch was cooles neues, dass sich zu probieren lohnt und mich fasziniert. Also dem Rollenspiel als Hobby bin ich bisher nie überdrüssig geworden, ich hatte da auch glaube ich nie längere Spielpausen. Einzelnen Systemen oder gerade in langspielenden Gruppen Charakterkonstellationen schon eher. Oft habe ich dann aber auch den Zugang wieder gefunden.
Ich würde glaube ich auch nicht wieder zurück wollen zu den Anfängen. Ich mag es eine breitere Perspektive zu haben. Wie mich Rollenspiel als Mensch geformt hat mal ganz außen vor.

Wenn es nach mir geht müsst ihr auf jeden Fall nicht alles was ihr so bringt theoretisch untermauern. Ich höre euch eher zu weil mich eure persönliche Meinung interessiert, nicht unbedingt um mich in der Theorie fit zu halten. Und manchmal sind Befindlichkeiten und persönliche Ansichten auch viel ehrlicher als eine theoretische Betrachtung.

Ich habe meinen Spaß auf jeden Fall sowohl in Indiespielen als auch in den sehr traditionellen. Bei mir gibt es da aber auch ganz klar einen Transfer von Ideen und Techniken vom einen aufs andere. Obwohl sie schon unterschiedliche Spielweisen sind natürlich. Viele Sachen sind ja aber auch von Spiel zu Spiel unterschiedlich, D&D und DSA haben auch unterschiedlich Dynamiken. Wie eben auch Archipelago und Apocalypse World unterschiedlich funktionieren.

Neue Spieler habe ich immer sehr gerne mit am Spieltisch, gerade Anfängerspieler bringen schon oft einen coolen neuen Ansatz rein. Andererseits bevorzuge ich es wenn meine Runden länger halten und Teil des Freundeskreises sind, also keine ganz schnellen Wechsel.
Ich würde jetzt aber das ausprobieren von neuen Systemen und Spielweisen auf keinen Fall außer acht lassen, wenn es darum geht die Dynamik zu verändern. Manchmal ist auch nur das Genre abgearbeitet oder ein anderer Fokus hilft. Etwa wie taktisch und minigamig Kämpfe sind oder was die einzelnen Spieler zur Handlung beitragen können. Auch ein Spielleiterwechsel innerhalb der Gruppe kann helfen die Dynamik aufzubrechen.

Auf Cons habe ich öfter Jugendliche am Tisch und in einer meiner Runden hat der Sohn eines Spielers auch seine Gastaufritte gehabt. Sie bringen schon ihre eigenen Perspektiven mit an den Tisch natürlich und haben oft auch viel Energie die sie reinstecken. Können bestimmt auch coole Mitspieler sein.
Gerade bei jüngeren Jugendlichen bemerke ich dann aber auch die sehr unterschiedlichen Lebenswelten. Oft wollen sie ganz andere Sachen von einem Rollenspielabend als ich oder haben einen sehr anderen Referenzrahmen. Nach meiner Erfahrung viel Wishfullfilment als Spielinhalt, ihre Charakter sollen schon oft sehr cool darstehen und wenig Schwächen haben. Oder wenn halt coole Schwächen, wir Rauf- und Sauflust. Moralische Entscheidungen finden sie auch gern mal langweilig.

Negative Stimmen in Foren könne auf jeden Fall Begeisterung dämpfen. Ich dosiere meine Forenbesuch dementsprechen auch oder suche mir gut aus wo ich poste.
Es wird tatsächlich sehr viel defizitorientiert betrachtet in der Szene. Ich persönlich finde es auch sympathischer Dinge erstmal gut zu finden und begeisterungsfähig zu sein und versuche auch danach zu handeln. Wobei es nicht immer klappt. Manchmal rege ich mich auch sehr auf oder werde sehr kritisch. Aber ich Versuche lieber die Begeisterung eines anderen zu verstehen als sie kaputt zu reden.

Gute Episode insgesamt!

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Moin!

Zoom H2N: Ja, Zooms sind cool =)
Die haben auch eine gewisse Beliebtheit im NoBudget-Filmbereich (vielleicht sogar Low Budget, das weiß ich gerade nicht) als externe Soundaufnahme-Geräte. Allerdings bewegst du dich mit dem Zoom auch im selben Preisrahmen wie mit dem Blue Yeti, glaube ich, sodass hier vermutlich gewinnt, was insgesamt den größeren Nutzen bringt …
Beide je gute Technik, denke ich ;)
(Spannend übrigens, wenn man mal weiß, wie das Yeti aussieht und wo man das danach alles entdecken kann ;))

Waltz: Gut möglich; da fehlt mir im Zweifel der nötige Background.
Aber sagen wir so: Selbst falls er ein One Trick Pony wäre, oder als solches genutzt würde, auch ohne tiefere Botschaft, wäre es mir eigentlich egal – denn was er macht, macht er großartig.

Zu der Theorie: Ich sehe uns da auch nicht in "Zugzwang".
Was ich ganz spannend fand, war halt nur bei den jeweiligen Zuschriften, dass es so klang, als wenn unsere Position ja gar nicht denkbar sei, wenn wir doch jene Theorie kennen würden. Aber ja, ich vermute mal, die Mehrheit unserer Hörer weiß einzuschätzen, dass das hier auch vor allem ein "two dudes talking"-Podcast ist; wir erheben keine Geltungshoheit für das, was wir sagen ;)

Neue Spieler: So vielleicht als Kontext – wir sind hier in Aachen in meinem "engeren Spielerkreis" vielleicht um die 10 bis 12 Leute, die regelmäßig miteinander spielen; aber halt nicht jeder jedes System. Innerhalb der Kampagnen ist die Besetzung auch mehr oder weniger konstant, aber beispielsweise in meiner DSA5-Testrunde ist unser DORP'scher Scimi drin, mit dem ich früher nur, räumlich bedingt danach aber auch ewig nicht gespielt habe, sowie einer aus unserem LARP-Umfeld, mit dem ich halt dort oft, aber eigentlich nie am Tisch spiele.
Das reicht ja an sich schon :)

Lebenswelten: Ganz klar. Das hast du ja sogar schon in kleineren Abständen – ich würde sagen, mein Kreis hier hat so über die letzten 10 Jahre nach und nach den Wechsel von "mehrheitlich Studenten" hin zum Berufsalltag durchlaufen und je die "Minderheit" merkte schon immer, dass da einfach andere Anforderungen herrschen. Gar keine Frage – und je breiter die Distanz, desto unterschiedlicher ist es.
Aber da kommt ja auch durchaus Reiz her, denke ich :)

Ansonsten danke fürs Zustimmen in vielen Punkten und das Lob – und das reiche Feedback wie immer, natürlich =)


Viele Grüße,
Thomas

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Immer gern.

Das Yeti soll auf jeden Fall nicht schlecht sein, habe ich jetzt persönlich noch nicht mit gearbeitet. Spielt mit dem H2N aber sicher in einer Gewichtsklasse. Ist eben die Frage was man von einem Gerät will.

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Genau, das meinte ich ja auch.
Das GoMic liegt noch immer hier neben mir im Schrank und ist gerade toll, um mal was außer Haus zu machen. Als ich auf der DORP-Weihnachtsfeier Markus' Monolog für den Hilde-Weihnachts-Trailer aufgenommen habe, hab ich auch nicht das fette Yeti mitgeschleppt, sondern das mit dem GoMic gemacht. Sauber eingestellt kriegst du aus dem auch echt guten klang raus – bis einschließlich Dezember 2014 hab ich meine DORPCast-Seite da ja auch reingesprochen.
Ein Diktiergerät brauche ich in diesem Sinne nicht, bzw. habe ein billiges Digitales sowie ein Bandaufnahmegerät hier, und mein Smartphone, da war das Yeti insgesamt dann attraktiver.

Anders sähe es aus, wenn ich mal für irgendetwas mehr mit Set-Ton bei Videokram arbeiten würde, beispielsweise. Sofern es nur daheim ist, geht dann auch das Yeti und für Kleinigkeiten on the go hab ich ein billiges Takstar SGC-598 hier, was ich auch direkt an meine EOS klemmen kann; aber wenn es mal ordentlich sein sollte, dann wäre das H2N auch weit oben auf meiner Shopping-Liste :)


Viele Grüße,
Thomas

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