DORPCast – Episode 42: Von jenen, die LARPen

Hallo zusammen!

Heute nehmen sich Michael und Thomas ein sehr ungleichgewichtiges Thema vor: Das Hobby LARP.
Während nämlich Thomas dies seit Jahren begeistert betreibt, findet Michael das erklärterweise albern und doof. Vielleicht nicht die besten Voraussetzungen für ein Gespräch, aber dennoch etwas, was früher später verdient hat, hier in den Podcast gegossen zu werden.


Bei so einem breiten Thema bleiben natürlich sträflich viele Facetten unerwähnt, doch dicht gedrängt ist diese Episode dennoch, ist sie doch zugleich eine der längsten Folgen bisher. Alles weitere, was ihr braucht, findet ihr wie immer in den Shownotes.

Viele Grüße,
eure DORP

 Episode 42: Von jenen, die LARPen

0:00:29  Intro
0:01:14  Die Medienschau

0:21:18  Der Dreieich-Con
0:24:10  Die Lit.Eifel

0:26:45  Zum Thema
0:27:35  Warum Thomas gerne LARPt
0:28:58  Es gibt viele Spielarten
0:29:26  Michaels Sicht der Dinge
0:31:48  Von der Heftigkeit einer Live-Erfahrung
0:33:06  Über das Physische
0:36:50  Kämpfe im LARP
0:39:55  Die Einstiegshürde
0:42:23  Ausprobieren und Erfahrungen
0:44:18  Die Interaktivität
0:45:38  Von Varietäten
0:48:19  Downtime und NSCs
0:51:35  Einstiegshürden Redux
0:53:04  Kurzer multimedialer Gedanke
0:53:38  Von herausforderungsorientierten Spielern und Gewandungsgrillern
0:57:34  Con-Tage und Regelwerke
1:01:44  Fragen an Michael
1:02:44  Weniger Gewandete auf Rollenspiel-Conventions?
1:03:12  LARP & Pen&Paper
1:04:29  Ein Fazit?

1:06:05  Ein Shoutout und ein Sermin
1:07:17  Adieu!

Aus der Medienschau
Assassin's Creed Liberation
Haywire
Mörderische Dinnerparty: Tod im London-Express
Pain & Gain
Whedon, Zack: Serenity – Leaves on the Wind

In der Folge noch erwähnt (in Reihenfolge der Nennung)
Thomas' Lesung auf der Lit.Eifel
Thomas' Bericht von seinem ersten LARP
Stark, Lizzie: Leaving Mundania
Das Orkenspalter-Video zu einem Akademie-Con
Thomas' Easy-Props-Video zu Bärlappsporen
GonzoCast, Episode 5, mit dem Shoutout zu uns

Kommentare (17)

Rated 5 out of 5 based on 1 voters
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Ich kann einige der Kritikpunkte sehr gut nachvollziehen. Mit Fantasy-LARP und Latexklingen im Wald kann ich überhaupt nichts anfangen, dafür spiele ich aber Vampire-LIVE, das einfach unfassbar viele unangenehme Larp-Eigenschaften nicht hat. Ich spiele sogar in einer P&P/LIVE-Hybridrunde (Schattenspiele Jena), bei der die Stärken beider Spielweisen berücksichtigt werden. Im Vampire spielt man weder im Wald, seltenst Open Air, die aufwendige Gewandung fällt weg und es sind nicht dutzende bzw. hunderte Beteiligte. Es hat somit immer noch einen gewissen P&P-Flair. Nach dem Schnickschnackschnuck-System spielt in Deutschland keine größere LIVE-Runde. Die Regeln sind sehr immersiv und zumeist ebenfalls Du kannst was du darstellen kannst...
Seit der V20 ist auch ein gewisses Erwachen aus dem Dornröschenschlaf zu registrieren. Mag sein, dass das Spiel zur VÖ der dt. Version 2015 wieder so richtig aufblüht.

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Hallo Thomas & Michael!

Na endlich die LARP-Folge!! Und ich kann sagen: Das Warten hat sich gelohnt! Supi Folge zu der ich allerdings gar nichts kommentieren möchte, da alles von mir aus so im Raum stehen bleiben kann.

Pain & Gain
Jep, da bin ich der selben Meinung: Das war nix! Michael Bay at his worst. Ein total schlechtes unentschiedenes Konstrukt aus allem möglichem. Einer der wenigen Filme die ich nach der Hälfte nur noch im Schnelldurchlauf gesehen habe.

Haywire
Jooo, der war so... meh. Zwar schöne handgemachte Action, aber irgendwie blieb davon auch nichts im Gedächtnis haften. Einziger Lichtblick die Hauotdarstellerin, die ich gerne mal öfter in Filmen sehen würde.

Freue mich ebenfalls schon auf die Tabletop-Folge!

Bis bald,

Patrick - der übrigens LARPmäßig 100% auf Michaels Seite steht!

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Danke für die LARP-Folge in meinem Lieblingspodcast. ^^ Auf die Tabletopfolge bin ich übrigens tatsächlich sehr gespannt.

Ich habe ebenfalls eine ganze Gruppe von "Michaels" in meiner Pen&Paper Runde die mehr oder weniger amüsiert ("Na, warste wieder im Wald?") bis genervt ("Kannst du nicht mal weniger auf Con fahren? Wir wollen spielen!") mein Nebenhobby beäugen. Und ich muss sagen, ich bin wesenmäßig durchaus bei ihm, mir gehen Leute auch auf den Sack, die mich beim ersten oder zweiten Treffen direkt umarmen wollen.

Ich kann Michaels Wahrnehmung "LARP ist peinlich" durchaus nachvollziehen, die Außenwirkung ist natürlich eher nicht so geil, wenn man die Schwertprügler vom Innenhof der Spiel oder die sehr merkwürdigen "Little-Mythodea" Krams auf der RPC nimmt. Die Außenwirkung ist halt "Irgendwelche Spinner mit Schwertern, die merkwürdig sprechen".

Das dreht sich durch die sehr gute Berichterstattung in den letzten Jahr wieder etwas - interessanterweise gerade durch das LARP-Event Conquest of Mythodea, was jedes Jahr von Lokalblatt bis zum Fernsehen alles anzieht. Ob diese Berichterstattung langfristig hilfreich ist, oder kontraproduktiv kann ich nicht sagen.

In meinen Augen ist LARP aber ein RIESIGES Feld geworden, worunter sich eine gewaltige diversifizierte Bandbreite verbirgt, egal ob es um Darstellungsniveau, Intention, Zielgruppe, Umfang, Größe und verwendete Techniken, Regeln und Mittel geht.

Ich meine es gibt:

-Abenteuerlarpcons wo Helden gegen das Böse kämpfen

-EDU-LARPS für Kinder und Junge Erwachsene wie "Die Mauer" wo die Mechanismen des DDR-Staates dargestellt werden

-Black-Box LARP im Stil des Lars von Trier Films "Dogville" wo Kulissen und Props nicht vorkommen, sondern eine schwarze Theaterbühne den Hintergrund stellt.

-Ambitionierte LARP-Projekte wo man für mehrere zehntausend Euro einen dänischen Zerstörer in einen Teil der Kolonialflotte umwandelt und sich mit Flüchtlingen aus den 12 Kolonien vor den Cylonen flüchtet

-Endzeitlarp in aufgegeben Sowjetkasernen bei der sich verfeindete Fraktionen um Munition, Essen und Strahlungsmittel balgen.

-Minilarps bei der man psychische Extremsituationen nachspielt

-Dramalarp wo man auf einer Familienfeier im hier und jetzt feststellt, dass der Familienpatriarch ein fieser Kindesmisshandler ist und die Familie über diese Enthüllung zerbricht

Und das ist noch noch nichtmal alles. Selbst meine Mitorga und ich haben noch nichtmal den gleichen LARP-Geschmack oder Vorstellungen.

@tannjew:

Auch wenn ich es seit Jahren schreibe: Ansprüche an LARP-Gewandung bedeuten kein Reenactment. Reenactment ist wenn man historische Schlachten (Landung in der Normandie) oder Ereignisse (Rückkehr Napoleons) nachstellt, noch nichtmal notwendigerweise in historischer Kleidung. Und ich finde den Begriff Gewandungsnazi mehr als bescheuert, nur weil jemand Turnschuhe als unpassende Bekleidung ansieht, strebt er noch nicht den Faschismus, Endlösung und Lebensraum im Osten an. Das Wort ist doch schon seit Jahren nichts anderes als ein blöder Kampfbegriff in LARP-Foren und Godwintauglich.

@Purple-Tentacle:

Glaub mir bitte, dass diese Leute auch vielen LARPern unangenehm sind, irgendwie ist das so ein "Wir sind die Ausgegrenzten Helden des Mainstream und damit automatisch eine Familie!" Ding. Das erlebe ich aber auch in anderen Subkulturen so ähnlich und stammt wohl aus einer Zeit, als LARP noch nicht die Verbreitung hatte die es heute hat.

Was das "Ich kann was ich darstellen kann" angeht, so war das eine Reaktion auf ausufernde - nicht darstellbare - Fähigkeiten und Zauber, die man durch "Telling" darstellen musste, wie "Du siehst mich nicht, ich bin unsichtbar!" oder "Ich kann fliegen und gehe jetzt die Treppe hoch, im Spiel würde ich aber da hochfliegen!". Ist wie viele andere Dinge immer dogmatischer geworden und wird für meinen Geschmack auch häufig zu unreflektiert genutzt. Generell ist es zumindest für mich immer sehr sinnvoll gewesen, Dinge wegzulassen oder nicht zu tun, die ich nur durch starke Brüche des Spiels oder unter gewaltigem Aufwand machen kann (wie unsichtbare Zauberer, fliegende Engel oder Drachen).

Was die Krücken angeht, der Blödsinn mit den Wasserballons ist zum Glück mir seit einem Jahrzehnt nicht mehr begegnet. NERF-Guns, Schaumstoffschwerter oder andere Hilfsmittel sind aber in meinen Augen verschmerzbare Kompromisse aus Sicherheitsgründen oder der Einfachheit halber (brauchbare und bezahlbare Lasertag-Sturmgewehre mit überzeugendem Sound wären natürlich am coolsten, aber die gibts halt nicht in bezahlbar oder brauchbar).

Zu der Frage zu den Regelwerken:

Wenn man im gleichen Umfeld spielt, ist meistens das Regelwerk und die Grundlagen ähnlich. Sprich DSA-LARP in Deutschland nutzt fast immer das gleiche Regelwerk und die Hausregeln sind häufig auch in anderen Genres ähnlich.

Spiele ich aber "besonders" exotische Sachen wie böse Völker, sehr übernatürliche oder mächtige Wesen, dann kann es mir passieren, dass ich auf manche Cons nicht kann oder Dinge dort nicht tun kann (wie zum Beispiel den "Einen Ring" nutzen, den ich warum auch immer habe...).

Viele Leute bleiben aber meistens in ihrer Nische und daher sind die "Konvertierungen" nicht so häufig. Und wenn man einmal im Monat larpt, ist das schon recht viel in meinem Umfeld, sprich die Frequenz ist auch geringer.

Was die SL und die NSCs angeht, auf klassischen LARP-Cons sind SLs diejenigen die alles organisieren und im Spiel die Geschichte überwachen, auf Regeleinhaltung achten und die NSCs lenken und bei bestimmten Sachen für Spielerfragen da sind ("Ich wirke einen Analys Arcanstructur, was sehe ich an diesem Stein"). Die NSC spielen die Rollen die im PnP der Spielleiter darstellt. Den Dorfbewohner dessen Schwein entführt wurd,e die Orkhorde die dafür verantwortlich ist, der Bannstahler der die Hexe anklagt und die unglückliche Rothaarige die zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Meistens kommt man dafür günstiger auf die Con, hat nicht soviel Freiheiten, kriegt manchmal Goodies oder die Klamotten gestellt. Es gibt aber genug Cons die ohne NSC auskommen und alle anwesenden Charaktere von Spielern dargestellt werden.

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Danke für die Erläuterung, jetzt ist mir das alles etwas klarer
Ich bin mal auf die Tabletop Folge gespannt, das ist noch so ein Hobby für das ich nicht wirklich zu begeistern bin ^^

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Eine interessante Folge, die scheinbar wirklich polarisiert... spannend.
Wobei ich für mich noch nicht ganz raus habe, woran das liegt. Thomas weißt ja darauf hin, dass das Thema nicht in aller Vollständigkeit behandelt werden kann und nur einige Aspekte angesprochen werden. Und es ist nicht leicht, einem Nichtlarper zu erklären, wo der Reiz liegt. Es funktioniert vllt. ein wenig wie Minecraft - Das eigene Ziel ist jedem selbst überlassen.
Man muss keine Stereotypen spielen oder etwas tun, dass man nicht kann, wenn man nicht will. Wenn man es aber will, kann man es versuchen und sehen ob es klappt. Und genau da ist die große Freiheit in diesem Hobby: Man kann versuchen edler Ritter zu sein oder fängt als kleiner Magieschüler an, der erst noch alles lernen muss. Man kann sich für das Hobby selbst in etwas verbessern, ein Instrument lernen, nähen oder einfach nur abschalten, einen einfachen Bauerntrampel spielen und sich ständig überall kloppen. Man kann sich selbst ausprobieren, ob man z.B. nicht nur Klugscheißer, sondern auch Anführer sein kann.
Ob die anderen Spieler einen so wahrnehmen, wie man sich selbst definiert und darstellt kann für sich allein eine interessante Erfahrung sein.
Es gibt keine höhere Instanz, die den Anfänger kontrolliert/lenkt und sagt: "Bei deiner Größe und Figur kannst du nur 'nen Zwerg spielen. Und für einen Dieb bist zu zu lahm." Zumindest ist mir das so noch nicht begegnet, ebenso wenig wie übrigens Larper die mich einfach umarmen wollten. Ich vermute da sind Thomas larpende Freunde und deren Umgang miteinander und Larper fälschlicherweise in einen Topf geworfen und nicht weiter differenziert worden. Es fällt mir zumindest schwer zu glauben, dass die um ein Lagerfeuer sitzen, sich gegenseitig unschuldig verknallt wie die Glücksbärchies den Bauch reiben und jeder der hinzu kommt muss mitmachen...
... Das einzige was man wirklich braucht als Einstieg in dieses Hobby ist den Willen es zu probieren. Dann schnappt man sich tatsächlich am besten eine gebrauchte Klamotte, setzt sich dazu und schaut, wie einem das treiben drumherum gefällt und ob man da mitmachen möchte und mit welcher Intensität oder eben nicht. Ob extrovertiert oder introvertiert ist da Jacke wie Hose, meiner Meinung nach

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Die Folge hat mir richtig gut gefallen!

Euer (bzw. Thomas) Einblick hat mich in meine LARP Abneigung bestätigt, also Danke für die Antiwerbung :D
Die von Michael angesprochenen Punkte kann ich so unterschreiben.
Da ich aber, im Gegensatz zu Michael, nichts gegen Natur gucken habe und auch gerne mal ausufernd feiere, bin ich der Ansicht, dass das mit LARP ziemlich wenig zu tun hat.
KnuddelLARPer und unbekannte Leute die mich aus dem Nichts anquatschen, finde ich ziemlich unheimlich. Insbesondere wenn diese wildfremde Person nicht sie selbst sonder seine Rolle "darstellt". Solchen Gestallten begegne ich im P&P Bereich schon häufig genug, LARP zieht die aber noch stärker an.
Da ticke ich eindeutig wie Michael.
"Ich kann was ich darstellen kann" ist auch so ein Abtörner. Ich bin kein Darsteller. Ich beherrsche im Grunde ungefähr 3 verschiedene Stereotypen (Dummkopf, Klugscheißer und dummer Klugscheisser) und hätte echt keine Lust die einen ganzen Abend konzentriert "darzustellen". Da will ich über ein ganzes Wochenende gar nicht nachdenken. Dazu kommt, das man doch eigentlich auch nur spielen kann was irgendwie in den persönlichen Rahmen passt (für einen Faceman fehlt mir das Gesicht, für einen Dieb die Fitness ...).
Und wenn es darum geht mit Krücken "geilen Scheiß" darzustellen (Gummischwerter, Wasserballons, Nerf Guns, schlechte Kostüme) bin ich an einen Punkt, an dem mir ein gutes Videospiel bessere Immersion (ich hasse diesen Begriff) liefert.

Kurz gefasst: mit kleineren LARP Elemente, beispielsweise Handouts oder sowas wie dem Gatsby Abenteuer kann ich mich noch anfreunden, aber alles andere ist echt nicht meins.

Noch eine andere Frage: Aus Thomas Beschreibung habe ich verstanden, das jeder Con ein anderes Regelwerk verwenden könnte und Vereine mitunter hart Hausregeln. Wie funktioniert das bei der hohen Mitspielerzahl und Spielerfluktuation? Klingt für mich irgendwie nach Einstiegshürde und/oder viel Nachfragerei während der Runde. Die Rolle von SL und NSC sind mir nicht wirklich klar geworden.

Gruß
Euer Non-Herausforderungsorientierte und Non-Stimmungs Spieler

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Ich bin noch nicht mit der ganzen Folge durch, aber bevor Punkte in Vergessenheit geraten wollte ich schon mal mit einem ersten Kommentar aufschlagen ;-)

Krimidinner
Ich habe bisher zwei der Krimidinner aus der besagten Reihe gespielt und hatte, trotz des starken Railroadings und der meiner Meinung nach seltsamen Morde sehr viel Spaß mit den Krimidinnern. Meiner Erfahrung nach unterscheiden sich diese Spiele aus der Reihe "Mörderische Dinnerparty" aber sehr stark von klassischen Krimispielen, die ich bisher immer als recht ernste Spiele erlebt habe. Sie sind stark humoristisch und ein Teil des Spaßes resultiert eben daraus, dass man nicht weiß, welche Wendung das ganze nimmt und welches dunkle Geheimnis der Charakter hat, den man gerade selber verkörpert. Bei anderen Krimispielen, die ich bisher gespielt habe, wird den Rollen sehr genau vermittelt, was man weiß und was man rüberbringen muss (und ob man der Mörder ist).
Bei der mörderischen Dinnerparty besteht das Spiel in erster Linie aus Dialogen mit Vorlesetexten und anschließender Diskussion auf Basis der so neu aufgetauchten Informationen. Genau genommen ist der Ablauf je Gang immer so:
- Stück von der CD wird abgespielt
- Spieler lesen ihre Texte aus dem Heft für die aktuelle Szene im Dialog vor
- Ggf. Austeilung der Hinweise/Handouts
- Diskussion und Konsum des jeweiligen Ganges
Ich persönlich hab mehr Spaß an den Krimidinnern als an klassischen Krimispielen.

Jetzt zum eigentlichen Thema

"LARP ist albern"
Ich bin zur Jahrtausendwende zum LARP gekommen, weil meine damalige P&P Truppe in das Hobby eingestiegen ist. Ich fand damals die Vorstellung total albern, dass Leute in Kostümen und Plastikschwertern in den Wald gehen und sich kloppen. Karnevalskostüme und Platikschwerter waren meiner Meinung nach keineswegs gleich zu setzen mit coolen P&P Abenteuern, wo man fantastische Rüstungen und große Zweihandbarbarenstreitäxte schwingen konnte. Außerdem fand ich das Hobby viel zu kostspielig. Dann schenkte man mir ein Schwer und einen Schottenrock zum Geburtstag (damals war Braveheart noch in allen Köpfen), ich wurde einmal mitgeschleppt und betreibe seit dem beide Hobbies sehr gerne.
Auch heute erwische ich mich häufig bei dem Gedanken, dass Larper eigentlich total albern sind. Der Gedanke kommt mir häufiger beim Anblick bestimmter Individuen, die man mal hier oder dort sieht. Aber Hand aufs Herz: sind P&P Spieler, ist die klassische Vorstellung des P&P Spielers nicht mit genauso viel Albernheit besetzt?
Da ich beide Hobbies mit Begeisterung spiele wage ich die Behauptung, dass LARP und P&P einander sehr ähnlich sind, aber dennoch sehr verschieden. Wem das eine gefällt muss nicht zwangsläufig Spaß am anderen haben. Vielleicht kann man das mit P&P und Tabletop vergleichen. Ich spiele gerne P&P, aber mit dem Miniaturengeschubse konnte ich mich nie ernsthaft anfreunden. Wobei der Unterschied zwischen P&P und Tabletop ev. größer ist als der zwischen P&P und LARP. Zumindest in meiner Wahrnehmung.

Gewandungsniveau

Ich fand interessant, dass Michael recht zum Anfang beim Einstieg ins Thema LARP erwähnte, dass viele LARP Kostüme (oder Gewandungen, wie LARPer meist sagen), peinlich wären. Später dann sagt er, das Gewandungsniveau sei mittlerweile so hoch, dass es Anfänger abschrecken könnte.
Andererseits, beides ist richtig. Wenn man sich anschaut, wie günstig man heute recht schöne und vielfältige Gewandungen, Rüstungen, Waffen und generell Ausrüstung bekommen ist das bemerkenswert. Als ich damals anfing gab es eine Sorte Hemd in drei Farben (schwarz, weiß, rot).
Nicht wenige LARPer stecken viel Freizeit in die Herstellung ihrer Gewandung und nähen, sticken, stricken… (Hut ab, mir fehlt leider die Zeit dafür). Ich finde das bewundernswert, und der Condra e.V., in dem Thomas und ich Mitglied sind, sticht hier sicher positiv hervor. Aber man merkt in der Tat, dass sich in gewissen Schichten der LARP Szene eine gewisse Überheblichkeit breit macht und die Anforderungen an das Gewandungsniveau gestiegen sind. Der ein oder andere hat bestimmt die Bezeichnung "Gewandungsnazi" gehört für LARPer, die vielleicht eher im Bereich Reenactment zuhause sein sollten.
Wie auch immer, den Anfängern dieser Larpwelt möchte ich mitgeben: kümmert euch nicht drum, jeder war mal Einsteiger und es macht wahrlich keinen Sinn, sich beim Einstieg in ein Hobby in Unkosten zu stürzen um später vielleicht festzustellen, dass man Geld für ein Hobby ausgegeben hat, in dem man dann vielleicht doch keinen Spaß hat. Anfänger sollten sich wie von Thomas beschrieben an Alt-Larper hängen, diese leihen meiner Erfahrung nach gerne Klamotten für den Einstieg (ist in meinem Hauptverein, dem Engonien e.V., nicht anders). Überhaupt ist der Einstieg mit anderen Anfängern sicher nicht der verkehrteste, da man auf einem gleichen Niveau anfängt und sich keine naseweißen Sprüche anhören muss. Wir Alt-Larper vergessen gerne mal, dass wir alle als Anfänger begonnen haben. An dieser Stelle wage ich mal etwas Eigenwerbung und weise auf eine Veranstaltung für LARP Anfänger hin, die ich im kommenden Jahr organisiere, nämlich das LARP Anfänger-Con Middenfelz I - Lorinan. ;-)


Vorteil Immersion
Ich weiß nicht wann es begonnen hat das Thema Immersion zum heiligen Gral des LARP zu ernennen. Ich tippe eher darauf, dass es eine Filter Bubble ist und vollständige Immersion gar nicht von allen LARPern angestrebt wird (Stichwort regionale Unterschiede).

Als Allergiker schlafe ich z.B. lieber auf einem Alu-Feldbett statt auf einem Strohsack und ich bin froh, wenn die LARP Location eine Dusche besitzt und ich täglich duschen kann. Ich mag das Adrenalin, wenn man in Kämpfen steckt oder in ausweglosen Situationen (ich erinner mich an das Zombie Con, wo ich mich im dunklen Keller versteckt hatte und drei Zombies kamen die Treppe runter geschlurft…). Ich finde es toll, wenn man in Geschichten steckt/spielt, die in sich schlüssig sind. Aber ich z.B. kann mit Gefühlsduselei im LARP z.B. nichts anfangen. Wenn Mitspieler(innnen) bei einer gespielten Beerdigung in Tränen ausbrechen, weil ein langjähriger Mitstreiter das zeitliche gesegnet hat, ist mir das recht peinlich - und dabei bin ich mir noch nicht mal sicher, warum. Das gleiche empfinde ich, wenn Magier oder Kleriker sich Tai Chi mäßig verrenken, um in den Astralraum zuschauen oder ähnliche Dinge zu machen, die ich nicht nachempfinden kann. Da fehlt mir ev. einfach der Immersions-Rezeptor für. Solange Leute daran Spaß haben und es niemandem aufzwängen (!) ist das ja eine super Sache.

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Moin,

also bei Pain&Gain kann ich euch gar nicht zustimmen. Ich war mit zwei Kumpels als Herrending drin und wir haben uns scheckig gelacht... Allerdings ist das auch meine Schlefaz-Crew. Aber der ist doch grossartig skurril!

Dann zum Kern:
Man merkt schon, welchem Verein der Thomas entspringt. Ich sag es mal so: In meinem Verein gibts ein paar Leute, die mit diesem "Heyyyy, komm knuddeln"-Ding gar nicht so umgehen können und daher auch so manchem Condrianer durchaus reserviert gegenüberstehen. Das Umarmen und gleichartige ist also nur verbreitet, nicht genuin larperig.
Dann zur Immersion: Auch hier gibt es grosse Unterschiede. Die Condrianer sind, unbenommen, sehr immersive LARPer. Alleine IT sein, intensives Spiel im kleinsten Kreis, etc. Das sind Dinge, die man auf der Condra-Taverne sehr gut beobachten kann und die für die, die dran Spass haben, sehr gut funktionieren. Ich finde Immersion zwar nett, stelle auch gerne laut und mit Elan dar, aber im Kopf bin ich nie völlig IT.
Wo ich aber mit Thomas völlig d'Accord gehe: "Oh ein Drache", "Drahteselreiter", "Kutsche lenken", das nervt. Das muss ich nicht haben. Denn die eh schon löchrige Situation wird dadurch nur noch löchriger.

Summa summarum würde ich aber dem Fazit von Michael recht geben: Wer introvertiert ist, die Natur eher scheut und kein besonderes Interesse an der "Erfahrung" hat, der wird mit Larp nicht glücklich.

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Zum Krimidinner:
Wir hatten einem Bekannten dieses Jahr auch eines geschenkt. Der Fluch der Grünen Dame....aber Tod im London-Express hatte auch zur Auswahl gestanden. Kann dem ganzen nur zustimmen, wir hatten aber auch deutlich weniger Rollenspieler dabei, aber dennoch hatten alle sichtlich Ihren Spaß. Das Railroading fand ich dahingehend nicht schlecht, da sich diese Krimi Dinner ja auch an weniger rollenspielaffine Leute wenden. Wie du auch meintest ist es leider schade das man das ganze mur einmal spielen kann...aber die Idee die aufkam war ja das man eben das ganze mit Leuten tauschen kann die bereits ein anderes gespielt haben und Spaß daran hatten.
Denke wir werden aber auch mal ein anderes ausprobieren.

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Haywire: Man kann auch nicht jeden Aktion-Film warnehmen. (Egal wie viel Namedropping er betreibt, einige fallen immer unter Tisch. Bisschen Schwund ist immer und so. Kennt man doch.)
Filmgenre-Kenntnis: Naja, "Kill Bill" sollten wohl mittlerweile wirklich alle irgendwann mal gesehen haben. Egal ob sie den als Tarantino wahrgenommen haben, oder nicht.

Leaves in teh Wind: Okay. Danke für die Warnung. Ich war Echt am Überlegen, ob ich mir das Ding zulegen soll.

Geschichtsschönung: Vermutlich ist das ganze Potential im Rahmen der in den letzten Jahren aufschäumenden Sexismus-Debatte verschenkt worden.

gebrauchte Dinnerpartie: Nach einem flüchtigen Blick kann ich nur sagen, dass die Preise für gebrauchte Spiele nicht niedrig genug sind, als das es sich lohnen würde.

Michael ist introvertiert? Hätte ich bei seinen Auftritten im Rahmen von DorpTV jetzt nicht vermutet. ^^
Aber: Wenn ich mir eure weitere Äußerungen im verlauf so anhöre, währe eventuell Vampire Live was für ihn. (Auch wenn er auf der anderen Seite genau dieses Spiel nicht mag.)

Vampire Live Domänen: Hier in NRW ist auf jeden Fall noch die in Münster ansässige "Chronik Schattenspiel" aktiv. (Das weiß ich deshalb, weil ich zu deren Malk-Spielern gehöre.)
Ansonsten habe ich vor ein paar Monaten noch in einem essener Gothicstore etwas von einer Domäne in Bochum gehört. (Chronik Ruhrstadt oder so ähnlich.) Keine Ahnung, ob die wirklich bespielt wird, oder nur vor sich hinvegitiert.)

Gewandung auf Cons: Könnte es da nicht sogar sein, dass die entsprechende Schnittmenge sich eher in Richtung Anime-Cosplay verlagert hat? Zumindest scheinen entsprechende Leute auf Messen deutlich stärker zugenommen zu haben.

Ergänzung oder starke Trenung beider Medien: Das kann ich wirklich schlecht einschätzen. Aber soweit wie ich das sehe, scheinen doch eher Larper ihren stark performativen Spielstil mit an den P&P-Tisch zu bringen, als das reine P&P-Leute sowas aufgreifen würden. Zumindest scheinen es doch eher die Larper zu sein, die für ein wenig mehr körperliche Immersion einfach mal vom Spieltisch aufstehen und die Szene improthetermäßig im Raum dazustellen suchen. Genauso wie es mBn eher Larper sind, die - falls es etwas ist, was ihren Charakter irgendwie mitdefiniert - einen speziellen, haptischen Gegenstand an den Spieltisch mitschleppen würden. (Egal ob jetzt Fächer oder diese Klangkugeln die man in der Hand dreht.)

Okay, ich hoffe ich habe diesen Beitrag vollständig "Katzentippfrei" bekommen wenn ich gleich auf "Kommentar absenden" drücke. Anscheinend wollte mein Stubentieger auch noch irgendwas beitragen, aber die Tasten, die die kleine Dame immer zu den falschen Zeiten gedrückt hatt, ergaben keinnen sinn. (Noch weniger, wenn ich die ganze Zeit versuche Sätze mit Sinn in die Tasten zu hauen.)

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Ich zweifel sehr daran, das Michael an Vampire LARP Spaß hätte!

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Ich sage ja nur, dass Michaels Punkte teilweise durchs Vampire Live relativiert würden. Das er an Vampire per Se keinen Spaß hat, ist mir auch klar.

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Danke für die tolle Folge, vor allem auch für die mE sehr schöne Darstellung der PnP Seite.
Als reiner PnP Rollenspieler find ich mich leider immer wieder in unangenehmen Situationen mit LARPern die grundsätzlich davon ausgehen das jeder Rollenspieler auch LARP spielen könnte oder wollte.

Lustig fand ich den Anfang mit dem kalten Hofplatz und den Wechsel in den warmen Kaminraum, die Szene wird als LARP Szene im Hochsommer relativ schwer umzusetzen.
Für mich persönlich finde ich diese Art von Einschränkungen die das LARP in vielen Bereichen mit sich bringt sehr unattraktiv, das tolle (für mich) am Hobby RPG ist diese Freiheit in der Kreativität.

Gruß, Michael

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Moin Sabrina,

das macht ja alles nichts ;)
Ich wäre der Letzte, der jemandem vorwirft, an einem Hobby keinen Spaß zu haben, weil es den persönlichen Geschmack verfehlt; wir spielen das Spiel ja umgekehrt in der Tabletop-Episode auch – wobei ich glaube ich dem "Püppchenschubsen" erheblich näher stehe als Michael dem LARP :)

Nur eine Einschränkung: Ich finde weder das mediale Missverhältnis (à la RPC-Berichte zeigen im Fernsehen immer nur Cosplayer, LARPer und vielleicht mal ein Miniaturen-Diorama, aber quasi kein P&P), noch die Uninformiertheit der Uninformierten kann man nun dem Sub-Hobby LARP anlasten. Das kann ja auch nichts dafür ;)

Es freut mich aber, dass dir unser Podcast offensichtlich gefällt!

Viele Grüße,
Thomas

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Hi,

oh ne sorry so sollte das auch nicht gemeint sein, sicher die Larp Gemeinde kann natürlich nichts dafür, und es ist natürlich logisch, auch das Medialere Hoppy als "fünf Leute sitzen an einem Tisch und machen irgendwas undefinierbar Unverständliches... " mir ist das schon klar. Ist mehr eine persönliche Ansicht, so wie "ach ja ich hör auch Metal..." - "Ach ja cool, was den ?" "Metalica..." und sonst so ? "....ähm..." ;-) . Naja okay... ich wollte auf jedenfall nur klar stellen das ich niemandem einen Vorwurf machen wollte falls das so angekommen sein sollte.

Liebe Grüße
Sabrina

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p.s. ich tippe nie wieder am Handy einen Kommentar :o:o:o was macht die Autokorrektur den da

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