DORPCast – Episode 26: Ist das schon gut so? Beta-Regelwerke im Rollenspielbereich

Hallo zusammen!

Die Beta zu DSA5 wirft ihren langen, langen Schatten bereits voraus, was Michael und Thomas Grund genug ist, sich dem Thema insgesamt einmal anzunähern. Beta-Regelwerke, sind sie das Produkt geiziger Verlage, die eine ordentliche Qualitätssicherung kostengünstig an enthusiastische Fans auslagern, oder sind sie ein Mittel der Partizipation und Teilhabe, dass es den Spielern ermöglicht, die Zukunft selbst mitzugestalten?

Alle weiterführende Links gibt es, wie immer, in den Anmerkungen jenseits des Links.

Viele Grüße,
eure DORP

Episode 26: Ist das schon gut so? Beta-Regelwerke im Rollenspielbereich

0:00:29  Intro
0:01:11  Das Gewinnspiel auf der DORP
0:02:02  Die Medienschau

0:27:06  Eine Einführung in das Thema
0:29:52  Was es so an Beispielen gibt
0:30:59  Pathfinder – Wie es begann
0:32:15  D&D Next
0:34:43  Die Schwierigkeiten von Feedback und Wünschen
0:37:57  Das Partizipieren
0:39:17  Beta-Regelwerke und ihre Rolle als Erstkontakt
0:40:26  Wenn ein Fandom zersplittert
0:42:41  Wer testet, muss regelnah spielen
0:45:03  Sollte man für eine Beta bezahlen?
0:49:91  Beta-Regelwerke als Arbeitsfassung
0:50:31  Early Access
0:52:28  Der Versuch eines Fazits

0:54:39  Der Ruf nach Feedback
0:56:07  Der Schlussmonolog und das Outro

Aus der Medienschau

Act of Killing, The
Der Prinzipal
Orks!
Space Prey – Der Kopfgeldjäger
Splittermond – Die Welt von Lorakis
Splittermond – Zwarts Konvertierung zu Savage Worlds
True Detective (Trailer)
Vermes, Timo: Er ist wieder da

Zum Thema

Die DSA5-Covervorschau
Der aktuelle Splittermond-Schnellstarter

Kommentare (15)

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Sehr interessante Betrachtung zum Thema Betatests. Um auf eure Frage zum Bedarf an Betatests für kleine Systeme angeht, ich denke es kommt auf das Produkt an, ein riesiges Produkt wie DSA5 bei dem die Regeln ja wahrscheinlich wieder komplex verwoben sein werden, macht ein Test wie angekündigt vielleicht noch Sinn, doch für jedes kleine 4 Attributsystem wäre das wahrscheinlich zu viel des Guten.

Offene Betatests in Rollenspielen sind in meinen Augen primär Werbung und der versuch seine Kunden bei der Stange zu halten, dass heißt nicht das man es nicht machen darf, aber die perfekte Lösung ist es in meinen Augen nicht. Ich habe sowohl im Pen and Paper Bereich, als auch bei mehreren PC Spielen an Betas teilgenommen und meine eigene Erfahrung aus der Ecke ist schlicht, dass man in der Regel nur dann wirklich ordentliches Feedback gibt, wenn Ziele abgesprochen wurden, ansonsten spielt man halt das Spiel und meldet höchstens wenn irgendetwas wirklich schief gelaufen ist. Michael vergleicht hier ja Stress und Konfigurationstests aus dem PC Bereich mit der DSA5 Beta. Die Idee klingt auf den ersten Blick passend, ABER im Bereich PC lässt sich hier in der Regel etwas anpassen, aber wie man ein RPG auf ein Niveau bringen will, das selsbt Fate oder Savage Worlds Spieler begeistert und dann gleichzeitig Leute die was "richtig" realistisches wollen abholt, will ich wirklich wissen
Damit ist das Argument schlicht nicht gültig ^^

Zusammen gefasst:
*Betatests sind mehr Werbung als Test, aber deswegen nicht schlecht.
*Wenn man so gute Werbung macht, dass man sie verkaufen kann, dann ist das auch ok
*aber ein ordentliches Betaheft sollte wie ein Schnellstarter auch kostenfrei als PDF zu bekommen sein

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Es gibt in der Komplexität einen deutlichen Unterschied zwischen Rollenspielen und Software. Zusätzlich haben Rollenspiele selten wirkliche "Bugs" sondern nur Lösungen unterschiedlicher Qualität. Selbst bei Systemen mit kleinteiligen Mechaniken, eignet sich daher die kontrollierte Testumgebung mit Entwickler und danach genau instruierte Testgruppen aus meiner Sicht besser, um die Leistungsfähigkeit von Regeln zu prüfen. Ein offener Massentest scheint mir dagegen weniger nützlich als bei Software, wo man zum Beispiel heute gerade bei offenen Betas auf automatisierte Protokollierung mit Abruf über Online-Anbindung setzt. Bei Rollenspiel-Betatests hat man vorallem viel verbales Feedback. Hier stellt sich die Frage, ob die Informationen, die man daraus zieht, den Aufwand der Auswertung aufwiegen. Daher sehe ich hier ehrlich gesagt auch den Marketing-Aspekt im Vordergrund.

Wenn man Alternativregelwerke eingeschickt bekommt oder Tester Teile der Regeln ignorieren, deutet das für mich darauf hin, dass es einen Wunsch gibt an der Konzeption beteiligt zu sein. Ist natürlich nicht der Sinn von Betatests und in der Phase eigentlich auch meistens zu spät. Ich weiß nicht, ob das vielleicht schlecht kommuniziert wurde. Wenn ich mich recht entsinne, hatte DSA für solche Zwecke vorher Umfragen.

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Moin.

Immer eine Freude euch so philosophieren zu hören.

Ich hätte kein Problem euch auch länger zu zuhören, wenn ihr denn längere Episoden machen wollen würdet, da ich manchmal das Gefühl habe ihr beißt euch selber auf die Zunge damit es "nur" eine Stunde lang wird.

Ich werfe auch mal einen Episodenvorschlag ein. Alles Seltsame, Wahnwitzige und Wahnsinnige, was euch so in euren Runden passiert ist.

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Die Diskussion über "Er ist wieder da" fand ich höchst spannend, grade weil ich da eine ganz andere Meinung zu habe als Thomas. Ich hab das Ding im Laden gesehen, musste es kaufen und wurde überhaupt nicht enttäuscht. Für mich funktioniert die Satire hervorragend und genau der von Scorp beschriebene Effekt, wie die heutige Medienlandschaft auf einen zurückgekehrten Adolf Hitler reagiert, macht das in meinen Augen extrem lesenswert. Anstrengend fand ich das beim Lesen auch, aber tatsächlich vor allem deshalb, weil die Satire in meinen Augen dermaßen gekonnt ins Schwarze trifft, dass sich da immer wieder ein ganz merkwürdiges Unbehagen bei mir eingestellt hat (ich glaube, im Angesicht der Ergebnisse unserer letzten Bundestagswahl wäre dieser Effekt noch extremer ausgefallen - aber diese politische Diskussion ist hier wohl eher fehl am Platz). Das Hörbuch ist ebenfalls brilliant (wenngleich Scorp auch mit der Bemerkung, dass der Sprachduktus auf Dauer etwas anstrengend ist), wenn auch der Text leider stellenweise nicht optimal gekürzt wurde. Ich würde es definitiv weiterempfehlen.

Was die ganze Präsentation und die Marketing-Kampagne zu dem Buch angeht, trifft Scorps prädikat "preisverdächtig" ziemlich genau den Nagel auf den Kopf. Vom Cover-Design bis hin zu der Entscheidung, Christoph Maria Herbst als Hörbuch-Sprecher zu engagieren (neben der "Wixxer"-Querverbindung darf hier auch die von "Switch" imho sehr stark geprägte Stromberg-Obersalzberg-Connection nicht unerwähnt bleiben), ist das in meinen Augen ein Lehrbuch-Beispiel für die gelungene Vermarktung eines Produktes. Und dann erst der Preis! Ich erinnere mich noch lebhaft, wie ich an der Kasse der Buchhandlung stand und die arme, unbedarfte Verkäuferin beim Bezahlen völlig aus dem Konzept gekommen ist, weil sie den Witz dahinter eben nicht auf Anhieb verstanden und verzweifelt nach dem Fehler gesucht hat... ^o^

So, jetzt erstmal weiterhören, aber das musste ich sofort mal als Kommentar loswerden.

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Oh, da fehlt in der letzten Klammer des ersten Absatzes noch ein "recht hat"...

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Hitler als Retoriker: Das war er ja eigentlich auch damals nicht wirklich. Vielmehr war es wohl sein aufbrausendes Temperament, dass die Leute so mitgerissen hat. (Aber gut zu wissen, dass das Ding so anstrengend sein soll. Egal ob lesender oder hörender Weise. Ich stand ein paar mal im Buchladen vor dem Teil und wusste nicht so recht, ob ich es mir zulegen sollte oder nicht.)

Splittermond-Weltenband: Naja, für mich wäre Splittermond eh ausschließlich als Setting interessant. Hier bei mir fliegen mehrere Fate-Regelwerke rum. Da brauche ich keinen Regelband, der mir eh nicht mehr bieten kann, als den xten-Aufguss herkömmlicher Spielprinzipien. (Nur diesmal in blau angestrichen.)

DSA-Beta-Regelwerk: Wenn man derzeit einen Blick in den Nerdpol wirft scheint den meisten Leuten noch gar nicht klar zu sein, dass die Print-Ausgabe nicht das einzige Material sein soll, was die zugänglichkeit der Beta-Regeln betrifft. Sehr viele schimpfen über die 15 Euro. (Ich frage mich dabei allerdings, warum man wirklich von Vornherein gleich einen x-Seitigen Printrun heraushauen muss. Würden bei solchen Sachen nicht tatsächlich PoD-Optionen ausreichen?) ... ihr habt euch irgendwo zwischendrin die gleich Frage auch gestellt.

nicht in Bücher schreiben: Wie sehen deine Fachbücher aus, Thomas? Ich hab sehr viel mit Bleistift unterstrichen und reingeschrieben. Querverweise gesetzt, solche Sachen halt. Aber ja: Bei allen anderen Büchern würde ich mich hüten, sowas anzustellen.

Early Acess: Schuldig im Sinne der Anklage.
Ich hab einen solchen Early Acess auch erworben in Form von Star Bound. Einfach weil das Spiel solche einen hohen Spaß-Faktor von den Let's Plays her versprach. (Ähnlich wie mit Minecraft. Man lässt das Programm zwar eine gewisse Zeit immer auf der Platte ruhen, aber danach schlägt man dann wieder zu und "suchtet" es wieder.

Fazit: Das Problem bei Beta-Regeln sehe ich eigentlich ausschließlich bei den Zeitfragen. Ich meine: Wer hat schon noch wirklich die Zeit, sich bei sowas zu beteiligen? Von daher weiß ich noch nicht mal, ob solche Beta-Tests gerade im Rollenspielbereich jenseits der von euch beschriebenen Werbezwecken wirklich etwas greifbares darstellen.

Abschluss-Monolog: Was? Ihr habt Kram jenseits des Dorp-Casts? Ich bin schockiert! ^^

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Ich kann eure Einschätzungen zu “Er ist wieder da“ beide teilen. Ich habe das Hörbuch gehört und fand die Hitler-Aussprache auch etwas anstrengend, aber durchaus in Ordnung. Und der Effekt, wenn man das Hörbuch das erste Mal hört ist so natürlich auch ziemlich genial. Ich finde auch das Thema ziemlich ausgewalzt, aber bin da eher bei Michael. Bei mir hat es relativ lange gedauert, bis sämtliche Arten der Kritik an Medien und Gesellschaft(!) den Weg vorbei am Klamauk in mein Hirn gefunden hatten und ich schätze, bei anderen hält der Spaß noch länger an und daher muss das Buch einfach so lang sein, um seinen Punkt an den Leser oder Hörer zu bringen. So oder so kann ich es auf jeden Fall empfehlen. Vielleicht ist es als Hörbuch auch tatsächlich besser geeignet, weil es auch kürzer anfühlt bzw. kurzweiliger ist.

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Im amerikanischen / englischsprachigen Indiespielbereich waren einen Zeit Ashcan Releases verbreitet. Wie der Name also schon sagt auch ein Produkt mit dem gearbeitet werden soll und das eben auch weggeworfen werden kann, die Regeln also noch nicht in Stein gemeißelt sind. Auch sonst wird in den einschlägigen Foren (und Google+ Gruppen) ja viel offen designed und Feedback entgegen genommen. Also offenbar hilft es auch in den kleinen Verlagen oder bei Einzelautoren sich das Publikum anzuhören. Oft sicher die einzige Möglichkeit an einen breiteren Rahmen von Spieltestern zu kommen. Wurde ja auch gebracht der Punkt, das man es vielleicht besser nicht selbst leiten sollte wenn man wissen will wie verständlich die Regeln sind. Dem stimme ich übrigens auch zu und bin deswegen allgemein ein Freund des sammelns von Input.
Wie man mit dem Input dann umgeht ist eine andere Frage und ich denke auch die Vision des Autors muss irgendwo erhalten bleiben. Dieser aber besser im Text zur Geltung zu bringen klappt nur wenn man den Text auch liest.
Selbst vergleichsweise geniale Spiele können an schlechtem Text scheitern. Ron Edwards Spione zum Beispiel leidet sehr darunter außerhalb des Forgelinguistenkreises kaum verständlich zu sein.
Auch Fiasko bekommt man besser erklärt oder spielt besser mit als es aus dem Buch zu lernen, auch wenn letzteres sicher möglich ist.

Bei DSA5 denke ich werden mit der Beta einige Missverständlichkeiten gefunden und bereinigt werden können. Ob noch ganze Regelmechanismen fallen oder hinzukommen will ich im Vorraus mal bezweifeln. Aber Feintuning ist ja auch viel wert.
Ich werde das ganze auf jeden Fall mitmachen und auch Feedback einreichen. So emotional bin ich in DSA schon investiert. Auch wenn es mich aus den DSA5 Foren eher vertrieben hat mit der Zeit.

1w6 Freunde ist btw in einer meiner Runden gerade nur wegen des Titels sehr hoch im Kurs.

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Ohja, hatte ich noch vergessen.
True Detective bin ich auch ein sehr großer Fan von und stimme zu, das es sich um eine der besten Umsetzungen des Themas handelt. Schon jetzt eine meiner Lieblingsserien. Aber ich bin auch ein großer Freund von Southern Gothic und Neo Noir, zusätzlich zum Mythos. Also viele meiner Heimatgenres direkt angesprochen. Die Band Handsome Family im Titelsong habe ich auch direkt erkannt.

Eine gewisse Schönheit würde ich dem ganzen aber nicht absprechen wollen. Wenn auch eher in der Komposition und Kameaführung, nicht unbedingt im Motiv und wenn ist es oft eine verstörende Schönheit. Was ja dem König in Gelb auch in die Hände spielt, in seiner Chambers Ausprägung. Aber vieles war schon schön fotographiert.
Ich will jetzt nicht zu sehr in Details gehen mit Spoilern.

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@Ashcan-Front:
Mhm, laut den amerikanischen Podcasts die ich hörte, trafen sich amerikanische Indie-Autoren eben nicht an einem Stand den sie sich nicht leisten konnten, sondern am Fluppenständen. Dort haben sie sich wohl gegenseitig ihre in Entwicklung befindlichen Spiele abgekauft, um sich gegenseitig zu motivieren weiterzumachen.

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