DORPCast – Episode 17: Vom Spieltisch aus zwischen die Buchdeckel - Romane zu Spielwelten

Hallo zusammen!

In der 17 Folge des DORPCast wird's bei uns literarisch. Michael und Thomas schnappen sich das weite Themenfeld der spielweltbegleitenden Romanreihen, von DSA bis Warhammer, und schauen einmal, was eigentlich davon zu halten ist.
Beiden hat man ja im Studium der Literaturwissenschaft versucht, die rein auf Unterhaltung ausgelegte Trivialliteratur auszutreiben – aber ob das von Erfolg gekrönt war? Wir werden es hören …

Alles weiteren Infos gibt es wie immer nach dem Link.

Viele Grüße,
eure DORP

Episode 17 – Vom Spieltisch aus zwischen die Buchdeckel - Romane zu Spielwelten

0:00:19  Intro
0:01:10  Medienschau
0:17:38  Ein Hinweis auf DORP-TV

0:18:08  Der Einstieg ins Thema
0:20:13  Der schlechte Ruf der Spiel-Belletristik
0:22:08  Über Marktmasse und Marktdichte
0:23:49  Der literarische Wert
0:25:12  Was muss ein solcher Roman eigentlich leisten?
0:27:19  Die einprägsamen Details einer Spielwelt
0:31:07  Das Thema Verbreitung, zum Zweiten
0:34:03  Neuere Romane bei Shadowrun und Earthdawn?
0:35:24  Warhammer-Romane
0:36:40  Gute Kenntnis des Settings vs. gute Autoren
0:40:04  Die Lizenzsituation
0:44:17  Wie wäre es mit "Cross Promotion"?
0:46:39  Gab es Enttäuschungen?
0:47:39  Die Sogwirkung eines Franchises
0:48:27  Fazit

0:49:11  Wir, im Netz und Verabschiedung

Erwähnte Medien

Adams Äpfel
Akte X, Staffel 5
A World of Keflings!
Brust, Steven: My Own Kind of Freedom
Dexter, Staffel 2
In China Essen Sie Hunde
Orwell, George: Politics and the English Language
ParaNorman

Ergänzend zum Hauptteil

Das Interview mit Andreas Brandhorst lässt sich scheinbar nicht mehr finden, wird aber in der Wiki Aventurica zitiert.
Weis, Margaret; Hickman, Tracy: The Annotated Chronicles

Kommentare (14)

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Moin Orakel!

Warhammer-Romane:
Nein, es gibt keine expliziten Romane zu WFRP in Abgrenzung zum Tabletop. Die Unterscheidung verläuft eher (real-)historisch entlang der Editionen. Obschon die Eckdaten natürlich gleich sind, ist die Alte Welt, wie sie in WFRP1 bzw. eben der parallel erschienen Ausgabe vom Tabletop beschrieben wird, spürbar anders als die der Gegenwart. Siehe auch Alandors Kommentar unter deinem hier.
Das schlägt sich dann auch in den Romanen nieder und ich sage mal der generelle Stil der Newman-Romane (bzw. der Jack-Yeovil-Romane, wenn man dem Pseudonym folgt) ist stiller, aber auch … moralisch ausgehöhlter als das prangende Bild orange Irokesen tragender Slayer, das in meiner Wahrnehmung spätere Titel viel mehr geprägt hat.

DSA-Romane:
Da ist es denke ich vor allem eine Frage des Blickwinkels. Ich denke auch, dass die Reihe nicht notgedrungen eine Lücke hinterlassen hat, da gibt es wirklich genug, die in die Bresche springen konnten.
Aus Sicht engagierter Rollenspieler mag das schon anders aussehen.
Und subjektiv gesehen wird es sicher genug geben, die das entsprechend betrifft. So wie Scorps Beispiel aus dem Podcast mit dem Kunden, der (irrtümlich) über den Wegfall der Battletech-Romane klagte …

Earthdawn:
Die sollten, soweit ich das sagen kann, alle derzeit out of print sein. Aber Earthdawn wird uns sowieso mal eine eigene Episode wert sein.
Eine elende Schande ist das alles.

Engel:
Ist aber etwas anderes, denke ich. Die Romane boten kein konkretes Spielmaterial dar (was beim Arkana-Karten-System auch eher schwer wäre ;)), aber waren am Ende das führende Werkzeug zur Fortsetzung der Rahmenhandlung. Ich denke der generelle Konflikt erwuchs vor allem daraus, dass das Finale einer von vielen primär als Rollenspiel wahrgenommenen Reihe in Form von Romanen passierte.
Erschwerend kommt natürlich hinzu, dass die Romane zwar eigentlich gegen Ende immer besser wurden, aber gerade der allerletzte Band eine richtige Frechheit war.
Ich hab aber auch glaube ich zu jedem einzelnen Roman 'ne Rezi hier geschrieben, falls du da mal tiefer einsteigen willst.


Viele Grüße,
Thomas

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Moin Alandor!

Danke für den Hinweis! Die Folge zu Drachenfels war mir bisher unbekannt, aber das ändere ich im Laufe des Tages noch :)

Und vielen Dank für das Lob!


Viele Grüße,
Thomas

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Hmm... ich muss scheinbar gleich nochmal reinhören. Ich hab irgendwie das Gefühl etwas verpasst zu haben.

Akte X: Oh ja. Die Serie ist immer noch gut und wird ja nicht umsonst bis heute herangezogen, wenn es um vergleichbare Geschichtenansätze geht. (Oder halt eben angedeutet.)

Warhammer: Sind die Romane da wirklich unterscheidbar? ALso ich meine, Ist das Rollenspiel in irgendeiner Weise vom Tabletop-Hintergrund abgegrenzt, wenn es um die Literatur geht?

DSA-Roman-Präsens: Falls die Leute sich bei den DSA-ROmanen überhaupt gedanken darum machen, dass es diese mal gegeben hat. (Ich meine: Der Markt ist ja derzeit ziemlich überspült mit Fantasy. Da kann der Wegfall einer Buchreihe von Heine auch als wenig störend empfunden werden.)

Black-Library: Okay, ich wusste noch nicht einmal, dass da jetzt GW direkt hinter dem deutschen Buchmart steckt. Hab allerdings auhc nie so sehr darauf geachtet.

Earth Dawn-Romane: Sind die Red Brick Romane eigentlich überhaupt irgendwie wieder erhältlich? Weis einer von euch da etwas von? Diese RedBrick/FASA-Fusions-Geschichte hat ja im Grunde dazu geführt, dass derzeit wohl wieder Bücher von denen ins Angebot kommen sollen, aber ob und was danach noch passiert ist, habe ich nicht weiter verfolgt.

D&D-Settings: Da hat im Grunde Wizards dafür gesorgt, dass kein Setting mehr in fremden Händen ist. Die haben kurz vor dem Einsetzen der 4ten Eidtion nach und nach alle Lizenzen wieder ins eigene Haus geholt. (Ob das jetzt gut war, wei0 ich nicht. Ich hab nur irgendwo gelesen, dass manche Leute ihre Libelingssettings in der Vierten Edition nicht mehr wiedererkennen würden.)

NSC-Werte in Romanen: Da kommt so ein wenig der "Engel" beigeschmack gerade bei mir wieder hoch: Am Ende sucht man verzweifelt die einzelnen Fakten in Endlosen Bleiwüsten wiede rzusammen. (Ich selbst habe die Engel-Romane bislang nicht gelesen und das Spiel nur einmal gespielt, aber insgesamt scheinen die Fans vom wenig rumreichen Ende von Engel dann doch nicht so angetan gewesen zu sein, was ich gehört habe.)


Für mich ist dieses ganze Brett der Gaming-Fiktion eigentlich kaum beschrieben. Ich hab ein paar Shadowrun-Romane und Warhammer-Romane gelesen. Einfach weil sie da waren. Aber wirklich warm geworden bin ich nie mit den Sachen. Sie helfen aber wirklich dabei, ein gewisses Bild von der jeweiligen Spielwelt zu erzeugen, das stimmt schon.

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Wieder eine sehr gute Folge, mit einem sehr interessanten Thema.
In den letzten Jahren versucht ja GW so etwas wie Kontinuität in ihren Romanen zu haben. Geht nit immer gut und bei vielen aktuellen Roman lege ich das Buch nach kurzer Zeit aus der Hand, weil sie einfach nit mehr gut geschrieben sind.
Die Warhammer Romane von Kim Newman sind stellenweise auch günstig zu bekommen. Lediglich "Bestien in Samt und Seide" bildet da die Ausnahme.
Wer gerne mehr über Newman's ersten Warhammer-Roman "Drachenfels" erfahren möchtet, dem lege das Literarische Special, was ich mit Daniel von System Matters aufgenommen habe ans Herz.
[url]http://www.soehne-sigmars.de/2013/06/literarisches-special-01-warhammer-drachenfels/[/url]



AL

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Moin Philipp!

Die Newman-Bücher solltest du gut auf Englisch aufgetrieben kriegen, meine ich, ohne es nachgeschlagen zu haben. Auf Deutsch geht's nachweißlich auch, könnte aber u.U. nicht ganz billig werden.

Apropos nachgeschlagen: Ja, ich hatte mit Brust sogar noch 20 Worte Twitter-Kontakt im Vorfeld, weil ich widersprüchliche Varianten der Entstehung des Buches gehört hatte und das irgendwie aus erster Hand haben wollte, aber die deutschen Veröffentlichungen habe ich tatsächlich erst bemerkt, als Scorp und ich nach Aufnahmeende noch ein bisschen die Episode durchgegangen sind, wie wir das halt machen. Da hab ich das mit Klett-Cotta auch gesehen :)
(Wobei ich jetzt weniger Qualitätsmerkmal und eher Adelsschlag sagen würde, weil ich eigentlich nicht alles bei Klett so richtig bombig finde, aber … nun du hast im Kern natürlich Recht.)
Und nee, der sagte mir echt vorher nichts. Ich werd's auch mal ändern … aber dann wiederum, die Phantastik ist so ein ewiges Feld, wenn du SciFi mit dazu nimmst dreifach, ich denke da verpasst jeder irgendwas.

D&D-Romane abseits der Drachenlanze hab ich tatsächlich nie gelesen, bemerke ich gerade. Spannend …
Wobei, doch … die Dark-Sun-Sachen hab ich gelesen, soweit sie auf Deutsch kamen. Liebe das Setting, die Bücher … waren okay, meine ich ;)


So, und zu der allwaltenden sch/ch-Frage:
In der Kurzform, erst einmal auf mich bezogen, weil ich da fitter im Thema bin, was den Einzelfall angeht, als im Bezug auf Scorps Heimat ;)
Also:
Der Sprachraum aus dem ich stamme, ist dem Ripuarischen zuzuordnen, also der rheinländischen Sprachvarietät. Es ist jetzt noch zu unterscheiden inwiefern das ein Dialekt ist, also einer sowohl potenziell mit eigenem Vokabular als auch mit eigener Grammatik versehenen Sprachform, oder mit ein Regiolekt, was de facto ein Dialekt Light ist, der noch die Sprachmelodie und -betonung, aber weniger die lexikalische Seite ("Worte" ;))
So, das als Fundament.
Jetzt kommt dazu, dass in den 80ern ein ziemlicher Trend gegen regionale Sprachformen vorlag; ich weiß gar nicht, wie heute der Lehralltag ist, aber generell gilt als Faustregel, dass gebildete Leute Hochdeutsch sprechen, das 'gemeine Volk' hingegen eine gefärbtere Sprache. ("Hochdeutsch" ist ein schwieriger Begriff, sei hier allgemein verstanden.)
Daraus ergibt es sich, dass viele, viele Kinder aufwuchsen in der Dressur, dass sie gefälligst Hochdeutsch zu sprechen hätten … allerdings unter einer weniger fachkundigen Anleitung.

Manchen hörst du das einfach an. Wenn du weißt, wie ein Kölner klingt, hast du auch eine relativ gute Idee, wie ein Eifler klingt, wenn es auch Unterschiede gibt.
Bei anderen, und hier schwenke ich meine Fahne, findest du eine sogenannte Hyperkorrektur vor, bisweilen auch Hyperkorrektion gerufen. Es ist, was der Name vermuten lässt: Der Korrekturversuch kippt ins Extrem, und von dort weiter bis hin zu einem Punkt, an dem quasi die Lehre auf links gedreht wird.
Neben dem sch/ch-Dingen ist auch der Auslaut bei Worten wie "komisch/komig"-so ein Highlight, halt je nach Region ;)

Es gibt dann sehr unterschiedliche Lehrmeinungen, ob wir es hier mit einem flächendeckenden Fall von Sprachfehler oder, wenn schon so viele betroffen sind, eher mit einem Wandel der Varietät zu tun haben … aber da wird es dann auch für mich irgendwann zu speziell, ich bin, wie gesagt, kein Philologe, sondern habe Literatur studiert.

Am Rande: Ich bemerke das auch. Ich bemerke das beim Sprechen, aber dann ist es meist ja auch schon aus, und doppelt beim Schneiden.
Und ich hab bessere und schlechtere Tage, was eine Konzentrationssache ist … und dass wir den DORPCast traditionell nach dem Feierabend aufnehmen, hilft dann auch nicht wirklich ;)

Hilft das ein wenig?


Viele Grüße,
Thomas

PS: Und wie immer gilt – Philologisch ganz sauber ist die Zusammenfassung so auch nicht, aber ich denke es ist ein guter Kompromiss aus Kompakt und Richtig ^^

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Moin Mike!

Danke für den Hinweis, das werde ich mir auf jeden Fall mal zu Gemüte führen! :)

Zu der musikstilhaften Einordnung sag ich aber erst was, wenn ich's selbst gesehen und die Argumente gehört habe, auch wenn ich eine Vermutung habe, wohin es gehen könnte ;)


Viele Grüße,
Thomas

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Moin alexandro,

spannender Ansatz. Nicht exakt unser Thema, aber durchaus was, was ich mal mit dem Scorp durchsprechen werde, ob das nicht ein Thema für sich sein könnte ;)

Viele Grüße,
Thomas

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Hallo Roland,

definitiv richtig. Mein Vater hatte seinerzeit versucht, mich mit Karl May zum Lesen zu bringen und ist damit dort gescheitert, wo einige Jahre darauf ausgerechnet die Star-Wars-Romane ungebremst einschlugen und ja, hey, das mündet dann in einem Literaturwissenschafts-Abschluss. Perlen sind also da.
Glasperlen aber auch.
Und scharfkantige Scherben, die man besser gar nicht erst in die Hand nimmt ;)

Mit den Vogt'schen Büchern machst du aber sicher keinen Fehler :)


Viele Grüße,
Thomas

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Achso, noch ein PS:

Bitte klärt doch mal auf, was das damit auf sich hat, dass ihr zwar "amerikanich", aber "Kirschgänger" sagt. Ihr hattet da mal was angedeutet, aber mich würds echt interessieren - ich finde das sehr skurril.

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Also die Warhammer-Romane von Kim Newman werde ich mal aufstöbern, danke für den Tip!

Ansonsten wundert es mich ja, dass ihr Steven Brust nicht kennt... Ich dachte, dass dessen Vlad Taltos-Romane eigentlich kein Geheimtipp mehr sind. Zumindest den ersten Band ("Jhereg") sollte jeder Fantasyfan mal anlesen, der ist sicher in den oberen 10% was so das Angebot angeht... Auf Deutsch sind die wohl zumindest zum Teil bei Klett-Cotta erschienen, was ja schon mal ein Qualitätsmerkmal ist. Leider zZt OOP wenn ichs recht weiß - im Original aber auch sehr gut lesbar.

Allgemein bin ich bei Rollenspiel/Tabletopliteratur insgesamt grundsätzlich skeptisch. Das Angebot ist sehr durchwachsen - während bei DSA, Shadowrun und WH40k tatsächlich einige Perlen dabei sind, ist das DnD Forgotten Realms Zeug m. E. fast durchgehend für die Tonne. Insgesamt hat man mE mehr davon wenn man sich aus konventioneller fantastischer Literatur gezielt das hochwertige Zeug raussucht. Insbesondere wenn man nicht mehr das ZEitkonto eines 17jährigen hat....

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